Auch im zweiten Quartal 2021 hinterließ die Coronapandemie tiefe Spuren in der Bilanz der Motel One Group, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz von 29 Millionen Euro führte im fünften Quartal in Folge zu einem negativen operativen Ergebnis von 41 Millionen Euro. Dennoch gebe es Lichtblicke für die zweite Jahreshälfte.
Durch die krisenbedingten Einschränkungen lag die Gesamtauslastung in den 77 Hotels mit 16 Prozent nur moderat über der Belegung des zweiten Vorjahresquartals mit 12 Prozent, wie Motel One mitteilte. Zwar hätte sich die Nachfrage ab Mitte Juni leicht erholt, allerdings fehle der Stadthotellerie nach wie vor die elementare Basis des Messe-, Kongress- und weiteren Eventgeschäfts. Auch sei eine größere Nachfrage bei international Reisenden bislang noch ausgeblieben.
Erstes Halbjahr 2021 mit Verlusten
Mit einem Halbjahresumsatz von 43 (Vorjahr 120) Millionen Euro wurde nach Unternehmensangaben ein negatives Ebit von 84 (Vj. 46) Millionen Euro erzielt. Die staatlichen Coronahilfen von 57 Millionen Euro hätten beim Nettoergebnis den Halbjahresverlust auf 32 Millionen Euro vermindert. Im Vorjahresvergleich lag der Verlust bei 51 Millionen Euro. Nimmt man das Vor-Corona-Halbjahresergebnis von 2019 mit einem Nettogewinn von 37 Millionen Euro als Grundlage, so führte die Pandemie – selbst nach Abzug der Coronahilfen – bei der Motel One Gruppe alleine für die beiden ersten Halbjahre 2020 und 2021 zu Ertragseinbußen von 157 Millionen Euro, so das Unternehmen.
Um für weitere Unwägbarkeiten der Krise gerüstet zu sein, wurden laut Unternehmen Darlehen in Höhe von 170 Millionen Euro, davon das im Vorjahr bereits vertraglich fixierte KfW Darlehen von 162 Millionen Euro in voller Höhe, abgerufen. Nach Investitionen in neue Hotelprojekte von 13 Millionen Euro in Immobilien und 11 Millionen Euro in FF&E sei der Cash Bestand im ersten Halbjahr 2021 um 149 (Vj. 21) Millionen Euro gewachsen. Mit einem Cash Bestand von 312 (Vj. 204) Millionen Euro ist Motel One nach eigenen Angaben sicher aufgestellt.
Hoteleröffnungen in Köln und Hamburg
Auch im zweiten Quartal setzte Motel One seinen Expansionskurs fort und eröffnete neue Häuser in Köln und Hamburg. Mit dem Neubau des Stadtquartiers Messecity in Köln-Deutz hat Motel One ein viertes Hotel in der Rheinmetropole (wir berichteten). Das neue Motel One Hamburg-Fleetinsel liegt direkt am Wasser und zugleich zentral in der Hamburger Innenstadt (wir berichteten).
Außerdem startete Motel One als Partner der Bundesregierung im Mai das Pilotprojekt für ein neues Ökosystem digitaler Identität. In der ersten Phase können sich Geschäftsreisende ausgewählter Unternehmen via Smartphone-App und QR-Code in allen deutschen Hotels von Motel One einchecken (wir berichteten).
Ausblick
Der Juni mit einer Auslastung von rund 25 Prozent seit Restart habe sich als erster Lichtblick gezeigt. Dieser Trend soll sich auch im Juli mit zu erwartenden 35 Prozent weiter fortsetzen. Zudem senden erste Messen, wie die IAA und die Expo Real in München, positive Signale, so Motel One. Dennoch seien die europaweit anziehenden Inzidenzen ein Dämpfer. Das Unternehmen hofft, dass eine vierte Welle aufgrund der hohen Impfquoten und niedrigerer Hospitalisierungsrate milder ausfällt und nicht zu einem wiederholten Lockdown für die Branche führt.
Ebenfalls sei bedauerlich, dass die seit Juni 2021 bestehende Überbrückungshilfe III zur Förderung besonders stark betroffener Unternehmen durch den Bund auf maximal 40 beziehungsweise 52 Millionen Euro begrenzt wurde.
Weitere Openings geplant
Motel One blickt nach eigenen Angaben positiv gestimmt in die zweite Jahreshälfte. Im dritten Quartal werden die Motel One Nürnberg-Hauptbahnhof, Stuttgart-Hauptbahnhof und Aachen eröffnet. Zudem konnte Motel One jüngst einen Mietvertrag für ein Hotel in New York, Downtown Manhattan, unterschreiben und damit den Markteintritt in die USA sichern (wir berichteten).