Management So will Nikolai Bloyd die Geisel Privathotels als internationale Marke etablieren

Angetreten, um Neues aufzubauen: Nikolai Bloyd will die Geisel Privathotels als internationale Marke etablieren. (Bild: Thorsten Jochim Fotografie)

Nikolai Bloyd ist angetreten, als COO die Geisel Privathotels und ihr Portfolio klarer zu positionieren und dem Münchner Unternehmen einen internationaleren Auftritt zu verschaffen. Wie kann die Positionierung gelingen, bei so unterschiedlichen Produkten?

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Der im Napa Valley geborene US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln hatte in den vergangenen Jahren an der Seite von Dietmar Müller-Elmau das Schloss Elmau geleitet. Nach den Höhepunkten in den Alpen war es Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen, sagt Nikolai Bloyd. Seit Oktober 2018 fungiert der 45-Jährige als COO der Geisel Privathotels in München.

Die Geisel Privathotels versprechen spannende Zeiten

Seit 2017 gibt es das Beyond by Geisel: Eine anspruchsvolle Stadtresidenz hoch über dem Münchner Marienplatz, mit nur 19 Zimmern und Suiten, die Gästen luxuriöse Privatsphäre bietet und sie – im Preis inkludiert – rund um die Uhr kulinarisch verwöhnt. Im Herbst 2018 wurde die Schwabinger Wahrheit eröffnet, ein Hybrid-Hotel, das Businessreisende mit smarter Technik und komfortablen Suiten überzeugen will und gleichzeitig Familien- oder Teamzimmer zu hochattraktiven Preisen offeriert.

Mit dem Neubau soll das Hotel Königshof im neuen Glanz erstrahlen.

Und dann das Jahrhundert-Projekt am Münchner Stachus: Schließung und Abriss des Fünfsternehotels Königshof, dessen avantgardistischer Neubau nach den Entwürfen des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano das Potenzial hat, ein neues Wahrzeichen der Stadt zu werden. Schließlich gehören zur Gruppe das Anna Hotel by Geisel, ein Viersterne-Designhotel, ein Weinladen nebst eigenem Weinberg, mit dem Werneckhof ein Zweisterne-Gourmetrestaurant mit legendärem Ruf und natürlich das etablierte Excelsior am Hauptbahnhof: das Hotel, mit dem die mehr als 100-jährige Tradition der Hotelierfamilie begann. Das neueste spektakuläre Projekt: Luxon by Geisel, ein restaurierter Salonwagen mit Panoramadach, der seit Juni 2019 privat gebucht werden kann und seine Gäste an jeden gewünschten Ort mit Bahnhof in Europa bringt.

„Wenn Leute in Zukunft den Namen Geisel hören, sollen sie wissen: Das ist München“

Viel zu wenig werde in der Öffentlichkeit realisiert, dass hinter all diesen Projekten ein und derselbe Name stehe, sagt Nikolai Bloyd. Die Dachmarke zu stärken ist sein erklärtes Ziel, auch international: „Wenn Leute in Zukunft den Namen Geisel hören, sollen sie wissen: Das ist München“, so der COO, „und dass wir alles anbieten können, vom Dreisternehaus bis zum Luxushotel und Gourmetrestaurant. Dass wir ein passendes Angebot machen können, je nach Wunsch, je nach Budget. With a friendly honest service.“

Dabei will Nikolai Bloyd die Chancen nutzen, die das Portfolio bietet, Cross-Marketing auf eine sehr direkte Art praktizieren. „Wer sich zweimal im Jahr ein Essen bei Tohru Nakumura gönnt und deshalb extra nach München reist und vielleicht sein Budget nicht ausreizen möchte, dem können wir eine Übernachtung in der Schwabinger Wahrheit offerieren, nur ein paar Schritte vom Restaurant Werneckhof entfernt.“

Was ist der Markenkern?

Wie kann die Positionierung gelingen, bei so unterschiedlichen Produkten? Was ist der Markenkern, was das Verbindende? Zuallererst die Urmünchner Eigentümer-Familie mit den Brüdern Carl, Michael und Stephan Geisel. Und deren Bestreben, gute Gastgeber zu sein, nicht nur für Übernachtungsgäste, auch für die Münchner.

Ein Schlüsselerlebnis war für Nikolai Bloyd die Schließung des Könighofs in der Silvesternacht 2018. Ein Riesenfest, unglaublich emotional sei es gewesen. Er ist froh, dass er die Chance hatte, zu erleben, was den Königshof ausmachte: „Das muss man in die neue Ära des Königshofs transportieren, vielleicht in einer anderen Form.“ Die Mitarbeiter hätten alles gegeben, obwohl sie wussten, dass es ihr letzter Arbeitstag an diesem Ort war.


Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Tophotel-Ausgabe 6/19.

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