Abriss und Neubau des Königshofs „Ein modernes Gesicht für München“

Mit dem Neubau soll das Hotel Königshof im neuen Glanz erstrahlen. (Bild: Nieto Sobejano Arquitectos)

Das in die Jahre gekommene Fünfsterne-Superior-Haus der Hoteliersfamilie Geisel wird bis zum Sommer 2019 komplett abgerissen und unter Aufsicht und Management des Ingenieurbüros Leitwerk durch einen innovativen Neubau ersetzt. Trotz großer baulicher Herausforderungen soll bereits 2021 die Wiedereröffnung gefeiert werden.

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Auf den Ausverkauf folgt der Abriss: Unter großer Aufmerksamkeit und zur Begeisterung der Münchner stand das bekannte Hotel Königshof im Januar allen offen, die sich ein Souvenir aus dem Inventar des Luxushotels erstehen wollten. Nun ist der Königshof, wie ihn die Münchner kennen, Geschichte – im Februar hat am Karlsplatz der Abriss des Gebäudes begonnen. Die nachkriegstypische Fassade des Fünfsterne-Superior-Hauses der Familie Geisel prägte über sechs Jahrzehnte das Gesicht des Stachus, wie die Münchner den belebten Verkehrsknotenpunkt nennen. Im September 2019 starten parallel zu den finalen Abbruchmaßnahmen die Hauptarbeiten zum Neubau des Luxushotels. Der Rohbau soll bis Ende 2020 fertig sein.

Mit dem Baumanagement beauftragte die Inhaberfamilie Geisel das Augsburger Ingenieurbüro Leitwerk. Zu dessen Aufgaben zählen die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen, die Bauüberwachung, die Erstellung des Logistikkonzeptes sowie die Abstimmung mit den öffentlichen Trägern. Leitwerk-Vorstand Peter Weis: „Die Stadt traut sich mit dem Neubau des Hotels, an einem der prominentesten Plätze Münchens ein futuristisch anmutendes Architektur-Highlight zu setzen. Dass die Hoteliersfamilie Geisel das marode Gebäude nicht an einen Investor verkauft hat, sondern den Neubau selbst finanziert und auch wieder betreiben wird, spricht für sich.“ Für Leitwerk sprachen laut Carl Geisel, der den Königshof zusammen mit seinen Brüdern Michael und Stefan führt, die große Expertise im Bereich Um- und Neubau von Luxushotels.

„Der Königshof ist für uns ein besonderes Projekt“, sagt Nils Heintze, verantwortlicher Abteilungsleiter bei Leitwerk. Die Herausforderungen seien aufgrund der engen Innenstadtlage groß: Die unter dem Grundstück liegenden U-Bahn-Tunnelröhren müssten permanent auf mögliche Verformungen im Millimeterbereich untersucht werden. Sollten die prognostizierten Verformungswerte überschritten werden, müsse sofort entsprechend reagiert werden. Dazu sei eigens ein Sicherheitskonzept erarbeitet worden.

Ein weiterer Punkt: Die Baustelle wird von drei Seiten durch Bestandsgebäude eingefasst. Je eine Fahrspur der angrenzenden Sonnen- und Bayerstraße muss gesperrt werden, die Fahrbahnen verlaufen dann nur noch einspurig. Die Fußgänger werden über einen Tunnel in der Sonnenstraße an der Baustelle vorbeigeführt.

„Der Zeitplan ist eng und die logistische Planung entscheidend für den reibungslosen Ablauf, da große Mengen an Abbruchmaterial von der an einer Hauptverkehrsader liegenden Baustelle abtransportiert und Baumaterialien angeliefert werden müssen. Auch die Sicherheit der direkt an der Baustelle vorbeiführenden Tram muss gewährleistet werden“, so Nils Heintze. Der Austausch mit den Verantwortlichen des Hotels sei dabei sehr eng.

Von der Kriegsruine zum „Leading Hotel“ mit Michelin-Stern

Der Königshof war 1866 unter dem Namen Hotel Bellevue eröffnet worden. 1938 wurde das Haus, das damals 200 Betten zählte, von Karl und Anna Geisel übernommen und ist seitdem im Besitz der Familie Geisel. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel neu aufgebaut, 1955 wiedereröffnet und über die Jahrzehnte mehrfach renoviert. Zuletzt gehörte das Haus mit dem Gourmetrestaurant unter Sternekoch Martin Fauster zu den „Leading Hotels of the World“. Eine Sanierung wäre laut Nils Heintze unwirtschaftlich gewesen, weil Zimmer und Technikräume nur sehr aufwendig an heutige Hotelstandards hätten angepasst werden können. Nur die dreigeschossige Tiefgarage wird saniert, da
unter ihr die U- und S-Bahn-Röhren und über ihr die Tramstrecke entlangführen.

Der Neubau entsteht nach den Plänen des international renommierten spanisch-deutschen Architekturbüros Nieto Sobejano Arquitectos auf der bisherigen Grundfläche. Darüber ist ein rund 35 Meter hoher Baukörper mit zehn statt bisher sechs Geschossen geplant. Seine Natursteinfassade soll sich über einen vertikalen Einschnitt zum Stachus öffnen. In dieser Raumkaskade werden Lobby-, Lounge- und Galeriebereiche angeordnet. Im Inneren entstehen 105 Zimmer und Suiten, ein Fine Dining Restaurant im neunten Stock, eine Skybar mit Blick über München, eine Wein-Galerie sowie eine Spa- und Wellness-Etage. Die Eröffnung ist für Sommer 2021 geplant.

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