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StartAufmacherPositionierung::"Unsere Leidenschaft: Kunst, Natur und Kultur"

Positionierung"Unsere Leidenschaft: Kunst, Natur und Kultur"

Seit Belmond 1976 das berühmte Hotel Cipriani in Venedig erwarb, hat das Unternehmen die feine Art des Reisens kontinuierlich weiterentwickelt. Mit Roeland Vos, President & CEO ­Belmond, unterhielt sich Tophotel über die Zukunft der Gruppe und des Luxus-Reisemarkts.

Tophotel: Herr Vos, Belmond möchte die begehrteste Luxusreisemarke der Welt werden. Welche Rolle spielen die Hotels dabei?

Roeland Vos: Hotels machen zwei Drittel unseres Portfolios aus, doch was unsere Marke in der Branche so einzigartig macht, ist die Vielfalt unseres Angebots. Wir sind eine Luxusreisemarke mit authentischen Reisen, die Hotels, Züge, Flusskreuzfahrten und Safaris unter einem Dach vereint. Vom bald 100-jährigen Copacabana Palace bis zum Venice-Simplon-Orient-Express: Wir können sagen, ein Bewahrer des kulturellen Natur-Erbes und ein Kurator unvergesslicher Reiseerlebnisse zu sein.

Wie definieren Sie Luxus?

In der Welt der Hospitality ist Luxus die Zeit und der Zugang zu unvergleichlichen Erlebnissen, die Menschen mit ihren Liebsten teilen. Reisen ist ein Mittel, das tiefere Verbindungen ermöglicht und stärkt – sei es zu uns selbst, zu unseren Lieben oder zu Land und Leuten. Die menschliche Verbindung ist die neue soziale Währung.


Belmond

Das Unternehmen ­betreibt ­insgesamt 50 Hotels, ­Luxus­züge, Safari-Lodges und ­Flusskreuzfahrtschiffe in 24 Ländern. Belmond ist Teil der weltweit führenden Luxus-Unternehmensgruppe LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE. Zum Portfolio gehören Strandresorts wie das Cap Juluca auf Anguilla, Karibik, italienische Hide-Aways wie das Splendido in Portofino oder Gateways zu wichtigen Kultur- und Naturstätten, wie das Hotel Das Cataratas in Brasiliens Iguassu National Park.


 

Welche Zielgruppe haben Sie für Belmond definiert?

Unsere Gäste teilen unsere Leidenschaft für Kunst, Natur und Kultur. Sie sind die Genießer, die reisen, um die neue Küche von Chefkoch Canella im Cipriani zu probieren. Sie sind die Abenteurer, die mit Begeisterung in unsere Züge durch Peru steigen oder die Individualisten, die im Augenblick leben, in fremde Kulturen eintauchen oder einen neuen Lebensinhalt finden wollen. Selbst wenn unsere Gäste jedes Jahr ans selbe Reiseziel zurückkehren, können sie dort wieder neue Erfahrungen machen, weil wir unsere Erlebnis­angebote permanent überarbeiten.

„Die Gäste betrachten ­Reisen als einen Akt der tiefen Verbundenheit und Wertschätzung.“
Roeland Vos

Was hat sich durch die Pandemie an den Ansprüchen der Luxusgäste geändert?

Die Pandemie hat die Paradigmen des modernen Luxusreisens verschoben. Es besteht ein größeres Bewusstsein und mehr Reflexion als davor. Die Gäste haben erkannt, dass sich Fast Travel, also das schnelle, rastlose Reisen, ändern muss, und betrachten ­Reisen nicht nur als einen Akt des Konsums, sondern als einen Akt der tiefen Verbundenheit und Wertschätzung. Dies hat sich in der Nachfrage nach unseren Slow-Travel-Erlebnissen gezeigt. Unsere Zug- und Schiffsreisen ermöglichen eine langsame und tiefere Erkundung des Reiseziels. Wir beobachten auch, dass unsere Gäste länger bleiben. Durch die größere Flexibilität, überall arbeiten zu können, sehen wir, dass sie unsere Zimmer oder Villen gern als Büro nutzen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im ­Luxussektor, und werden Sie ihr gerecht?

Der moderne Luxusreisende sieht die Welt mit anderen Augen und macht sich zunehmend Gedanken über die sozialen und ökologischen Auswirkungen seiner Reisen. Belmond ist sich seiner Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeit sehr bewusst. Bei Renovierungen arbeitet unser Team, wo immer möglich, mit einem nachhaltigen Ansatz. In zwei unserer Safari Lodges in Botswana haben wir im Zuge der Renovierung einen vollständig nachhaltigen Ansatz für alle Wasser- und Versorgungseinrichtungen eingeführt.

2021 hat Belmond eine Vereinbarung mit der Unternehmensberatung Earthcheck unterzeichnet. Wir messen mit ihr unsere Umwelt-Auswirkungen rund um den ­Globus und stellen sicher, dass wir uns kontinuierlich verbessern. Das Le Manoir aux Quat’Saisons in Oxfordshire ist auf diesem Gebiet führend. Sein Restaurant verwendet seit Jahrzehnten frische Produkte aus dem hoteleigenen Garten. Außerdem werden mittels einer neuen Kompostieranlage Lebensmittelabfälle in Kompost verwandelt. Das Restaurant war eines der ersten, das außer zwei Michelin-Sternen auch einen grünen Michelin-Stern erhielt. Unser Leitsatz, vor allem bei historischen Gebäuden, lautet „preserve and conserve“, aber wir wissen auch, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.

In vier Ihrer italienischen Hotels bieten Sie in Kooperation mit der Galleria Continua Kunstausstellungen. Wie kam es dazu?

Wir haben beide eine gemeinsame Vision: Kreatives Talent zu fördern – und ein Kontinuum zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen. Die vier Installationen in unseren Gärten in Venedig, Florenz, der Toskana und Taormina stehen für unsere Leidenschaft: Kunst, Natur und Kultur. Wir möchten unsere Gäste dazu einladen, unterschiedliche Kulturen zu sehen und zu erleben und sich auf Gespräche darüber einzulassen. So beherbergt das Hotel ­Cipriani in Venedig die Installation „Cooking the ­World“ des indischen Künstlers Subodh Gupta. Er hat ein „Haus“ geschaffen, das aus Töpfen und Pfannen besteht. Beim gemeinsamen Essen oder Betrachten der Ausstellung haben unsere Gäste Gelegenheit, über die Zubereitung und das Servieren von Speisen in ihrer Familie und in ihrer Kultur zu sprechen. Es ist fantastisch, zu beobachten, wie die Installation zum Gesprächsanlass, zum gemeinsamen Erlebnis der Gäste wird.

In Portofino sind Sie im F&B eine Partnerschaft mit der italienischen Fine Dining Group Da Vittorio eingegangen. Sind weitere derartige Partnerschaften geplant?

Wir werden ähnliche Partnerschaften wie die mit den Gebrüdern Cerea prüfen, aber wir werden uns auch darauf konzentrieren, aufstrebende gastronomische Talente für ­unser gesamtes Portfolio einzustellen. So hat der Venice-Simplon-Orient-Express kürzlich Jean Imbert vom Pariser Plaza Athénée zum Küchenchef ernannt. Riccardo Canella, der zuvor im mit drei Michelin-Sternen dekorierten Noma arbeitete, ist jetzt wiederum Küchenchef im Hotel Cipriani. Durch ­unsere Häuser zieht sich ein außergewöhnliches kulinarisches Angebot – mit sechs ­Michelin-Sternen in unseren Restaurants und einem Michelin Green Star.

„Obwohl wir zu LVMH gehören, bleiben wir dennoch autonom.“
Roeland Vos

Belmond bildet Synergien mit Marken des Eigentümers LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE. Wer entwickelt diese Ideen?

Es gibt eine große Übereinstimmung zwischen Belmond und den Weltmarken unter dem LVMH-Dach. Obwohl wir zu LVMH gehören, bleiben wir dennoch autonom. Das bedeutet, dass wir nur dann Partnerschaften mit anderen LVMH-Häusern eingehen werden, wenn es für uns als Marke das Richtige ist. In diesem Jahr haben wir mit LVMH und Dior zusammengearbeitet, um für die Gärten des Hotel Splendido in Portofino ein Dior-Pop-up-Spa zu entwickeln. Unsere Häuser haben bereits unzählige ikonische Events ausgerichtet, etwa den jährlichen Magic Ball im Copacabana Palace in Rio de Janeiro, oder die After-Show-Party des Filmfestivals in Venedig im Cipriani. Daher wissen auch andere LVMH-Marken, dass sie zu uns kommen können, wenn es darum geht, unvergessliche Momente für VIP-Kunden zu schaffen.


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Wie sieht Ihre Expansionspolitik aus?

Unsere Wachstumsmission besteht darin, weltweit die ultimative Kollektion von Reise-­Erlebnissen in den begehrtesten Destinationen bieten zu können. Daher betrachten wir unsere Expansionsstrategie langfristig. Bestehende Standorte wie Peru und Italien werden auch weiterhin ein wichtiger Faktor dabei sein. Wir zielen jedoch auch darauf ab, unser Angebot zu diversifizieren, um saisonale Schwankungen aufzufangen und einen breiteren Kundenstamm anzusprechen. Wir wollen nicht nur die legendärsten ­Hotels, sondern auch die ausgesuchtesten ­Lodges, Landgüter, Haciendas sowie Zug- und Schiffsreisen hinzufügen.

Welcher deutsche Hotelstandort wäre für Sie interessant?

Um Teil unserer Kollektion zu werden, ­suchen wir nach eher kleinen Objekten, die sich an einem bemerkenswerten Ort befinden, die einzigartig und schwer zu reproduzieren sind. Wir suchen nach schöner, authentischer Handwerkskunst und unangestrengter Eleganz, getragen von hoch­motivierten Teams.

Luxusgäste haben hohe Erwartungen an die Mitarbeiter. Wie können Sie diesen ­Ansprüchen in Zeiten des weltweiten Fachkräftemangels gerecht werden?

Natürlich gibt es diese Herausforderung in der gesamten Branche. Wir sind jedoch in der glücklichen Lage, eine Sammlung ikonischer Häuser und Reiseerlebnisse bieten zu können, in denen Profis gern arbeiten möchten. Das verschafft uns einen Vorteil.

„Wir zielen darauf ab, unser Angebot zu diversifizieren.“
Roeland Vos

Welche Vertragsarten schließen Sie ab?

Belmond hat eine starke Präferenz für Eigentum. Dies gibt uns eine bessere Kontrolle über die Entwicklung der Kollektion und ist auf lange Sicht finanziell attraktiver. Mit den richtigen Partnern machen wir auch Ausnahmen und gehen Managementverträge ein.

Welche Reiseziele haben sich am schnellsten von der Pandemie erholt?

Südeuropa schneidet besonders gut ab, ­unsere italienischen Häuser waren im Sommer gut belegt und weisen bis 2023 hohe Buchungsraten auf. Auch unsere Zug- und Schiffsreisen haben sich stark erholt. Dasselbe gilt für Nordamerika und die Karibik, wo wir ebenfalls einen starken Aufschwung erleben. Andere Reiseziele wie Südostasien, Südafrika und Peru haben noch nicht vollständig zur alten Stärke zurückgefunden.

Welche Nationalitäten sind unter Ihren Gästen am stärksten vertreten?

Seit dem Neustart verzeichnen wir starke Buchungsraten von Gästen aus Europa und Nordamerika. Vor der Pandemie sahen wir eine steigende Nachfrage aus Asien, die nun wieder zunimmt, da die Reisebeschränkungen in einigen dieser Länder aufgehoben werden. Erfreulich ist, dass wir unseren Anteil an Inlandsreisen im gesamten Portfolio steigern konnten. Beispielsweise haben wir die Zimmer im Copacabana Palace in Brasilien mit einheimischen Gästen gefüllt, die nach besonderen Reisen im eigenen Land suchten. Wir hoffen, dass dies einen Sog-Effekt für unsere Marke erzeugt, sodass diese Gäste, wenn sie ins Ausland reisen, nach Belmond-Häusern Ausschau halten.

Susanne Stauß


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