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StartAufmacherTicker:: Aktuelle Informationen zur Coronakrise

Ticker Aktuelle Informationen zur Coronakrise

Hier finden Sie alle relevanten aktuellen Informationen für Hotellerie und Gastronomie zum Thema Corona in der Übersicht:

>> Hotel 2G oder 3G: Was gilt aktuell in Deutschland?

+++ Bayern als Urlaubsland fast wieder auf Vor-Corona-Niveau +++

(09.08.2022) In der bayerischen Tourismusbranche läuft es wieder rund. Nach zwei Jahren mit deutlichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind im Juni 3,6 Millionen Gäste nach Bayern gereist, die Beherbergungsbetriebe meldeten 9,8 Millionen Übernachtungen. „Das sind fast so viele, wie vor der Corona-Pandemie im Juni 2019“, teilte das Landesamt für Statistik am Dienstag mit.

Damals hatten 3,9 Millionen Gäste knapp zehn Millionen Übernachtungen gebucht. Bei den inländischen Gästen überstiegen die Übernachtungszahlen jetzt mit 8,3 Millionen sogar leicht den Wert von Juni 2019. Rund 1,5 Millionen Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland, das war noch ein Viertel weniger als vor Corona.

Mehr als drei Viertel der Gäste übernachteten in Hotels, Gasthöfen und Pensionen – knapp ein Viertel in Ferienwohnungen, Jugendherbergen, auf Hütten oder auf Campingplätzen. Beliebtestes Ziel war Oberbayern, mit großem Abstand gefolgt von Schwaben, Mittelfranken und Niederbayern.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2022 wurden in Bayern 13,6 Millionen Gästeankünfte und 37,8 Millionen Übernachtungen registriert – „bedeutend mehr als im Vorjahreszeitraum 2021, der Großteils noch vom zweiten Corona-Lockdown geprägt war“. Alle Regierungsbezirke und Tourismusregionen verzeichneten durchweg positive Veränderungsraten, teilte das Landesamt mit. dpa

+++ Rheinland-Pfalz: Zahl der Touristen hat sich deutlich erhöht +++

(09.08.2022) Die Zahl der Touristen ist in Rheinland-Pfalz nach oben geschnellt. Im Juni 2022 seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 72 Prozent mehr Gäste und 55 Prozent mehr Übernachtungen gezählt worden, teilte das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in Bad Ems am Dienstag mit. Nach vorläufigen Berechnungen buchten 904 300 Gäste insgesamt 2,4 Millionen Übernachtungen. Das Vor-Corona-Niveau sei jedoch noch nicht erreicht. So gab es im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 18 Prozent weniger Gäste und 13 Prozent weniger Übernachtungen als im ersten Halbjahr 2019. In den Jahren 2020 und 2021 hatte es coronabedingt viele Einschränkungen für den Tourismus gegeben. Im Juni 2021 fielen nach langem Lockdown die letzten Beschränkungen. dpa

+++ Änderungen am Corona-Plan für den Herbst gefordert +++

(08.08.2022) Aus Teilen der FDP und der CDU gibt es Kritik und Änderungswünsche am Corona-Schutzkonzept der Bundesregierung für den Herbst und Winter. So sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki, der Vorschlag von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bedürfe noch einiger Überarbeitungen. Der CDU-Gesundheitsexperte Erwin Rüddel warf Lauterbach Panikmache vor. An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern die Lage in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) beraten.

Kubicki sagte der „Welt“: „Warum zum Beispiel eine Maskenpflicht im Freien verhängt werden kann, ist mir nicht klar.“ Auch der Abgeordnete Frank Schäffler verlangte „dringend“ Nachbesserungen am Entwurf für das Infektionsschutzgesetz. Er halte etwa die Möglichkeit einer landesweiten Hotspot-Regelung für einen Rückschritt. Auch eine mögliche Maskenpflicht an Schulen sei ein Ärgernis. Er mache seine Zustimmung von Veränderungen abhängig. Der FDP-Abgeordnete Christoph Hoffmann sagte: „Ich bin mir sicher, dass das Infektionsschutzgesetz in der jetzigen Form keine Mehrheit finden wird.“

Dagegen sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr der „Welt“, die Maßnahmen seien ein guter Kompromiss. Die FDP habe erreicht, dass es keine tiefgreifenden Grundrechtseingriffe wie Lockdowns, Ausgangssperren, Schulschließungen oder Kontaktbeschränkungen mehr geben werde. Parlamentsgeschäftsführer Stephan Thomae sagte, die Maßnahmen seien sowohl wirksam wie auch zumutbar.

Der von Buschmann und Lauterbach nach langen Verhandlungen vorgestellte Entwurf sieht unter anderem vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

Kritik hatte es an dem Plan gegeben, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. Daneben soll es Ausnahmen für Getestete und frisch Genesene geben.

Rüddel sagte im Deutschlandfunk: „Der eingeschlagene Weg ist ein Irrweg.“ Im Sommer sei eine Grundimmunisierung erreicht worden. Rüddel rechnet nach eigenen Worten mit einem „relativ entspannten Corona-Herbst und -Winter“. Lauterbach verunsichere die Bevölkerung. „Ich wundere mich, dass die FDP diesen Panikmodus auch mitmacht.“ Auch Rüddel äußerte sich überzeugt, dass es an dem Entwurf noch „deutliche Veränderungen“ geben werde.

An diesem Dienstag beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in einer Sonder-GMK die Situation. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will, dass darüber hinaus der Bund gemeinsam mit den Ministerpräsidenten über das künftige Infektionsschutzgesetz berät. Den regelmäßigen Austausch auf der Ebene der Gesundheitsminister sei richtig, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich halte es aber für notwendig, dass auch die Regierungschefinnen und Regierungschefs darüber beraten.“ Das Gesetz müsse auch durch den Bundesrat. Ihrer Ansicht nach sollte es möglichst einheitlich umgesetzt werden. dpa

+++ FDP-Politiker unzufrieden mit Corona-Schutzkonzept der Regierung +++

(08.08.2022) Das Corona-Schutzkonzept der Bundesregierung für den Herbst und Winter stößt bei einigen FDP-Abgeordneten im Bundestag auf Widerstand. So sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki der «Welt», der Vorschlag von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bedürfe noch einiger Überarbeitungen. „Warum zum Beispiel eine Maskenpflicht im Freien verhängt werden kann, ist mir nicht klar.“

Auch der Abgeordnete Frank Schäffler verlangte „dringend“ Nachbesserungen am Entwurf für das Infektionsschutzgesetz. Er halte etwa die Möglichkeit einer landesweiten Hotspot-Regelung für einen Rückschritt. Und auch die Möglichkeit der Maskenpflicht an Schulen sei ein Ärgernis. Er werde seine Zustimmung von Veränderungen abhängig machen, sagte Schäffler. Sein Kollege Christoph Hoffmann äußerte sich ähnlich: «Ich bin mir sicher, dass das Infektionsschutzgesetz in der jetzigen Form keine Mehrheit finden wird.»

Dagegen sagte Fraktionschef Christian Dürr der „Welt“, die Maßnahmen seien ein guter Kompromiss. Die FDP habe erreicht, dass es keine tiefgreifenden Grundrechtseingriffe wie Lockdowns, Ausgangssperren, Schulschließungen oder Kontaktbeschränkungen mehr geben werde. Parlamentsgeschäftsführer Stephan Thomae sagte, die Maßnahmen seien sowohl wirksam wie auch zumutbar.

Buschmann und Lauterbach hatten das Konzept am Mittwoch vorgestellt. Ihr Entwurf sieht vor, dass die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben.

Viel Kritik gibt es an dem Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist. Daneben soll es Ausnahmen für getestete und frisch genesene Menschen geben. dpa

+++ Tourismus in Thüringen hofft auf Herbst – langsame Erholung +++

(08.08.2022) Der Tourismus in Thüringen erholt sich langsam von den Corona-Lockdowns. „Das Vorkrisenniveau wird derzeit noch nicht erreicht“, sagte Franziska Eichholz von der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Aktuell würden zwar doppelt so viele Übernachtungen verzeichnet wie im Vorjahreszeitraum, aber noch deutlich weniger als vor der Coronakrise. Die Sprecher von regionalen Tourismusverbänden und bekannten Ausflugszielen bestätigten diese Einschätzung grundsätzlich. Auch im Thüringer Wald, im Weimarer Land und in Weimar sei noch Zurückhaltung seitens der Besucher spürbar, so Eichholz. Die Hoffnung vieler Betriebe liege auf dem Herbst.

Amtliche Zahlen zu Gästeankünften und Übernachtungen in Thüringen liegen bislang für das erste Kalendervierteljahr vor. Demnach verzeichneten Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Pensionen und Campingplätze zwar doppelt so viele Übernachtungen wie im vom Lockdown betroffenen Vergleichsquartal des vergangenen Jahres – aber 30 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019, das für den Thüringer Tourismus ein Rekordjahr war.

Corona hat nach Einschätzung der Branche das Buchungsverhalten nachhaltig verändert. „Grundsätzlich beobachten wir ein sehr kurzfristiges Buchungsverhalten“, so Eichholz. Zunehmend gefragt seien Unternehmungen ohne große Menschenansammlungen und abseits des Mainstream. Zur Übernachtung würden immer stärker Ferienwohnungen und Ferienhäuser gebucht. Diese Einschätzung wird unter anderem auch Carola Schmidt vom Harzer Tourismusverband geteilt: Die Themen Nachhaltigkeit und individuelle Natur- und Outdoor-Erlebnisse stünden hoch im Kurs. Sie sieht jedoch auch ein großes Interesse an Veranstaltungen aller Art. Im Harz seien die Vorbuchungen für den Sommer zunächst etwas verhalten gewesen, die Lücken seien aber auch hier durch Kurzentschlossene aufgefüllt worden.

Ulrike Kaiser, Direktorin der Stiftung Leuchtenburg, hält es für grundsätzlich richtig, im Tourismus auf die Zugpferde Erfurt, Weimar, Rennsteig und Wartburg zu setzen. Generell müsse aber mehr Geld in den Tourismussektor fließen, wenn das Land gegenüber anderen Regionen aufholen wolle. Ziel müsse es sein, vermehrt Gäste aus benachbarten Bundesländern und dem Ausland auf Thüringen und seine kulturellen Schätze aufmerksam zu machen. „Ein großer Paukenschlag wie eine Marketingkampagne wäre wünschenswert.“

Sorgen machen den Tourismusverantwortlichen der Abbau gastronomischer Angebote durch die Fachkräfteabwanderung während der Lockdowns. Schon vor der Krise habe es mancherorts wahre „Servicewüsten“ gegeben, so Kaiser. Ziel müsse es sein, Gastronomie und Tourismus als wirtschaftliche Zugpferde zu unterstützen und wieder auf- und auszubauen. Verbesserungen seien aber auch in der touristischen Willkommenskultur der Bevölkerung nötig. Geld könne mit dem Tourismus nur verdient werden, wenn in puncto Service und Freundlichkeit die Erwartungen der Gäste übertroffen würden.

Auf der Wartburg lägen die Besucherzahlen aktuell noch etwa ein Viertel unter dem Vergleichszeitraum der Vor-Coronazeit, so Sprecher Andreas Volkert. Es fehlten nach wie vor die klassischen Reisegruppen. Auch der frühere Anteil ausländischer Besucher von etwa 25 Prozent sei bei weitem nicht wieder erreicht. Immerhin besuchen beispielsweise täglich im Schnitt zwei amerikanische Reisegruppen die Burg, wenn auch in kleineren Gruppenstärken.

In Erfurt wiederum sind Großveranstaltungen wie das Krämerbrückenfest oder die Domstufenfestspiele wieder Zugpferde, wie Sigrun Krapf von der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH mitteilte. Doch auch hier lägen die Übernachtungszahlen noch unter denen von 2019. dpa

+++ Tourismus in Brandenburg: Optimismus trotz leichter Rückgänge +++

(08.08.2022) Noch ist es nur eine vorläufige Bilanz, aber die Tourismusverbände in Brandenburg zeigen sich weitgehend zufrieden mit dem Verlauf der Sommersaison. Doch hohe Energiepreise und eine zunehmenden Zahl von Auslandsreisen trüben die Bilanz etwas. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Der Trend zum Urlaub im eigenen Land hält an“, sagte Katja Wersch, Sprecherin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland in Senftenberg. Auch wenn die internationale Konkurrenz nach dem Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen wieder stärker werde, sei die Buchungslage weiterhin sehr gut, so Wersch.

Dass der Trend zum Urlaub im eigenen Land rückläufig ist, spüren die Vermieter von Ferienwohnungen im Norden Brandenburgs. Hier sei die Nachfrage geringer als in den Vorjahren, sagte Kati Bork, Sprecherin des Tourismusverbandes Prignitz in Perleberg. Dennoch zeigte sie sich mit der Buchungslage insgesamt zufrieden. So habe man im ersten Quartal fast wieder den Stand von vor der Pandemie erreicht.

Die Prignitz gilt als beliebte Region für Fahrradtouristen, insbesondere durch die Lage am Elberadweg. Bei den Radurlaubern registriere man eine längere Aufenthaltsdauer als in den Vorjahren. „Das ist ein ganz, ganz positives Signal“, so die Verbandssprecherin. Auch der Wandertourismus sei seit der Corona-Zeit stark nachgefragt.

Während die Gäste in der Prignitz den Angaben zufolge trotz steigender Energie- und Lebensmittelpreise noch nicht in der Gastronomie sparen, sei die Nachfrage auf den Campingplätzen in der Region nicht mehr so groß wie zu Corona-Zeiten, so Bork weiter. Die seien zwar weiterhin gut gebucht, aber kurzfristige Wochenendtrips seien aufgrund der hohen Dieselpreise weniger geworden.

Diesen Trend kann Fanny Kinkel, Inhaberin des Campingplatzes „Blütencamping Riegelspitze“ in Werder (Havel) und stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Campingwirtschaft Land Brandenburg, bisher nicht ausmachen. Zwar seien vor den Ferien die Buchungszahlen wegen zunehmender Auslandsreisen um etwa zehn Prozent zurückgegangen, aktuell sei die Auslastung aber gut. Die Aufenthaltsdauer entwickle sich dagegen tendenziell rückläufig. Sie sei im Juli von durchschnittlich 4,5 auf 3,5 Tage gesunken.

Weiter südlich im Familienpark Senftenberger See seien die Buchungszahlen für die Campingplätze von August bis Oktober dagegen eher verhalten, sagte Sprecherin Julia Kussatz. Es sei aber schwierig zu sagen, ob dies an den gestiegenen Dieselpreisen oder an Unsicherheiten wegen möglicher neuer Corona-Beschränkungen liege. Für diese drei Monate habe man fünf bis zehn Prozent weniger Buchungen als im Vorjahreszeitraum. Das könne eventuell auch daran liegen, dass es im vergangenen Jahr viele Umbuchungen gegeben habe, weil vorher wegen Corona viele Einrichtungen geschlossen gewesen seien.

Dennoch sieht Kussatz gerade beim Campingurlaub einen insgesamt positiven Trend: So seien die Buchungszahlen im Familienpark um rund 65 Prozent höher als im vergangenen Jahr – und liegen den Angaben zufolge etwa 15 Prozent über dem Vor-Corona-Jahr 2019. Dazu hätten «ganz deutlich» auch die Campinggäste beigetragen, so die Sprecherin.

Offizielle Zahlen erwartet die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) nach eigenen Angaben erst Mitte August, wenn das Statistische Landesamt seine Erhebungen veröffentlicht. TMB-Sprecher Patrick Kastner hält es aufgrund der steigenden Energiekosten aber für möglich, dass der Trend künftig eher zu mehr Self-Service oder kürzeren Reisen und kurzfristigen Buchungen gehe. dpa

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Corona-Expertenrat sammelt Vorschläge für Strategie im Herbst +++

(03.08.2022) Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf ein möglicherweise stark ansteigendes Corona-Infektionsgeschehen im Herbst vor. Es sei Ziel der Landesregierung, einen praktikablen und transparenten Handlungsrahmen zu schaffen, mit dessen Hilfe frühzeitig auf massenhafte Infektionen reagiert werden kann. Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Schwerin nach einer weiteren Sitzung des von Ressortchefin Stefanie Drese (SPD) eingesetzten Corona-Expertenrats mit. Oberste Priorität habe auch künftig, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden und die kritische Infrastrukturen sowie besonders gefährdete Personengruppen wirksam zu schützen.

Dem Experten-Gremium gehören elf ständige Mitglieder an, darunter die Medizin-Professoren Nils-Olaf Hübner, Lars Kaderali und Emil Reisinger sowie Vertreter von Verbänden, Behörden, Kliniken und Kommunen. Zu den Beratungen werden jeweils weitere Fachleute hinzugezogen. Nach einer dritten und letzten Sitzung des Expertenrats noch im August soll dem Landeskabinett ein sogenannter Herbst-Winter-Plan vorgelegt werden. Darin würden auch die erwarteten Entscheidungen auf Bundesebene berücksichtigt. Angestrebt werde auch eine genauere Erfassung des tatsächlichen Pandemiegeschehens, hieß es.

Drese hatte vom Bund klare Regeln für staatliche Eingriffsmöglichkeiten bei einer kritischen Pandemie-Lage gefordert. Das geänderte Infektionsschutzgesetz müsse den Ländern zum Herbst mehr Möglichkeiten einräumen, um auf höhere Corona-Infektionszahlen zu reagieren. Die Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus. Nach Meinung Dreses haben sich zum Beispiel die bisherigen Hotspot-Regelungen als untauglich erwiesen.

Aufgrund zahlreicher Anfragen zu erstmaligen oder wiederholten Corona-Infektionen nimmt die Landeshauptstadt Schwerin als erste große Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ihre im April eingestellte Corona-Hotline wieder in Betrieb. Die Hotline sei montags bis freitags 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr mit zwei Mitarbeiterinnen besetzt, teilte eine Rathaussprecherin am Dienstag mit. Außerhalb dieser Zeit würden unter der Telefonnummer allgemeine Fragen zur Infektion durch eine Bandansage beantwortet. In Rostock gebe es bisher keinen Bedarf für eine Reaktivierung der Hotline, sagte ein Stadtsprecher dort. dpa

+++ Dehoga Thüringen: Personalmangel führt zu eingeschränkten Öffnungszeiten +++

(01.08.2022) Der Präsident Thüringer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Mark Kühnelt, rechnet mit eingeschränkten Öffnungszeiten in der Gastronomie wegen Personalmangels. Gäste müssten sich an kürzere Öffnungszeiten oder mehr Ruhetage von Restaurants gewöhnen, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe in Thüringen (Samstag). Fachkräftemangel gebe es in vielen Bereichen, „wobei das Gastgewerbe besonders hart getroffen ist“. Ziel müsse es sein, mit weniger Personal trotzdem ein hohes Niveau zu erreichen oder zu halten.

Teilweise eingesetzte Serviceroboter könnten nur bedingt Abhilfe schaffen, weil sie die Betreuung, das Verwöhnen des Gastes nicht ersetzen könnten, so Kühnelt. Wichtig sei, dass den Mitarbeitern in der Branche mehr Wertschätzung als in der Vergangenheit entgegengebracht werde.

Nach Angaben des Dehoga-Präsidenten mussten während der Corona-Pandemie 15 bis 20 Prozent der Gaststätten in Thüringen schließen. Vor allem in ländlichen Regionen gehe das Sterben von Kneipen und Gasthäusern weiter. Ein Grund dafür seien auch fehlende Geschäftsnachfolger.

Angesichts der drastisch gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie erwartet der Dehoga-Chef einen Preisanstieg auch in Gastronomie und Hotellerie. „Die Preise werden steigen – bei Übernachtungen und Speisen ungefähr zehn bis 15 Prozent – darauf muss sich der Gast einstellen“, sagte er. dpa

+++ Rheinland-Pfalz: Tourismus-Agentur sieht positiven Buchungstrend für Sommerferien +++

(01.08.2022) Die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz blickt nach eigenen Angaben zuversichtlich auf das aktuelle Urlaubsgeschäft. Die Buchungslage sei insgesamt zufriedenstellend, die zehn touristischen Regionalagenturen verzeichneten einen positiven Buchungstrend für die Sommerferien, teilte die Marketinggesellschaft Rheinland-Pfalz Tourismus am Freitag mit. Die schon seit Jahresbeginn gestiegene Nachfrage nach Urlaub in Rheinland-Pfalz habe sich im Mai und Juni verstärkt. „Für die Ferien zeigt sich nun, dass viele Gastgeber und touristische Betriebe in einem Teil der rheinland-pfälzischen Regionen an den Wochenenden nahezu ausgebucht sind – so zum Beispiel im Hunsrück, in der Eifel und an der Mosel“, erklärte die Marketinggesellschaft.

Unter der Woche gebe es aber dort vielerorts noch freie Kapazitäten, in anderen Regionen durchaus auch noch an den Wochenenden, hieß es weiter. Im Unterschied zum Vorjahr mit deutliche Buchungsspitzen in den Sommerferien verteilten sich in diesem Jahr in einigen Regionen die Buchungsanfragen über einen längeren Zeitraum bis hinein in den Herbst. Insgesamt gebe eine klare Tendenz zu kurzfristigen Buchungen. dpa

+++ DER Touristik: Buchungen zuletzt weit über Vor-Corona-Sommer +++

(27.07.2022) Die hohe Inflation scheint die Reiselust der Menschen in Deutschland nicht zu bremsen. „Die Buchungseingänge der letzten Monate lagen weit über dem Stand vor der Pandemie“, berichtete Ingo Burmester, Chef von DER Touristik Zentraleuropa am Dienstag. Der Umsatz liege in diesem Sommer 2022 bei den Konzern-Veranstaltern Dertour, Jahn Reisen, ITS, Meiers Weltreisen und Travelix über dem Niveau des Vor-Corona-Sommers 2019.

Nach einer Auswertung des Buchungs- und Reiseverhaltens lassen sich die Reisenden den Urlaub in diesem Sommer zudem mehr kosten. Sie geben demnach im Schnitt 51 Prozent mehr für ihren Hotelaufenthalt aus. Dabei buchten sie insbesondere höhere Hotelkategorien und mehr All-Inclusive-Verpflegung.

Hotels mit drei oder weniger Sternen werden den Angaben zufolge seltener gebucht als vor der Pandemie: Im Sommer 2019 entschieden sich 40 Prozent der Gäste für diese Kategorien, in diesem Sommer sind es lediglich 28 Prozent. Die Nachfrage nach Viersterne- und Fünfsternehotels steigt dagegen. Insgesamt buchten etwa drei Viertel der Gäste Hotels in dieser Kategorie. 2019 waren es nur 60 Prozent.

Auch das Marktforschungsunternehmen GfK war jüngst zu dem Ergebnis gekommen, dass die Menschen bei Reisen in diesem Sommer nicht sparen. Nach mehr als zwei Jahren Coronapandemie bestehe hier ein großer Nachholbedarf bei den Konsumenten. Die Buchungszahlen für private Urlaubsreisen seien in der aktuellen Sommersaison vergleichbar mit dem letzten Vor-Pandemie-Jahr 2019, teils gingen sie sogar darüber hinaus, hatte die GfK mitgeteilt. dpa

+++ Aus für Corona-Quarantäne in Österreich +++

(27.07.2022) Mitten in der sommerlichen Corona-Welle schafft Österreich die Quarantäne für Infizierte ab. „Wir machen jetzt Verkehrsbeschränkungen statt verpflichtender Quarantäne“, sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Dienstag in Wien. Die grundsätzliche Lockerung werde ab 1. August gelten. Auch Infizierte dürften nun weiter unterwegs sein, allerdings mit FFP2-Maske. „Wer krank ist, bleibt zu Hause“, appellierte Rauch zugleich an die Bürger. Die Entscheidung sei gerade auch mit Blick auf die psychischen und sozialen Folgen der Corona-Krise gefallen, sagte Rauch. Weltweit hätten Ängste und Depressionen zugenommen. „Wir gehen einfach gut vorbereitet in eine neue Phase der Pandemie-Bekämpfung.“

„Wir können die Pandemie nicht wegtesten, nicht wegimpfen und nicht wegabsondern“, hieß es. Weiterhin gelte eine Meldepflicht, um einen Überblick über das Krankheitsgeschehen zu behalten. Im Herbst drohe mit der Gaskrise, der Teuerung und dem Krieg in der Ukraine ohnehin eine schwierige Situation für die Bevölkerung, sagte Rauch der «Tiroler Tageszeitung» (Dienstag). „Ich bin Sozial- und Gesundheitsminister, deshalb beschäftigt mich mittlerweile die soziale Frage und die Frage der sozialen Verwerfungen mindestens ebenso intensiv wie die Corona-Krise“, sagte Rauch der Zeitung.

Rauch verwies auf internationale Vorbilder wie Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Spanien und die Schweiz. Dort sei die Quarantäne ohne größere Folgen teils seit Monaten abgeschafft. Deutlich wie nie stellte die Regierung auch die Aussagekraft der Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern infrage. Eine genaue Analyse ergebe, dass nur etwa die Hälfte der entsprechenden Patienten als Hauptdiagnose Covid habe, sagte Katharina Reich, Expertin des Gesundheitsministeriums.

Zu den Verkehrsbeschränkungen zählt ein Betretungsverbot für infizierte Besucher in Krankenanstalten ebenso in Pflege-, Behinderten- und Kureinrichtungen. Wie aus dem der Nachrichtenagentur APA vorliegenden Entwurf weiter hervorgeht, dürfen aber infizierte Mitarbeiter an diesen Orten mit Maske weiter ihrem Job nachgehen. Im Freien und bei einem Mindestabstand von zwei Metern entfällt die Maskenpflicht.

Zum Schutz besonders gefährdeter Menschen wird die Risikogruppen-Verordnung bis Oktober befristet wieder in Kraft gesetzt, wie Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) sagte. Damit können Mitarbeiter freigestellt werden, die trotz Impfung schwere Verläufe zu befürchten haben oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. dpa

+++ Zahl der Touristen in Hamburg auch im Mai fast auf Vor-Corona-Niveau +++

(25.07.2022) Der Tourismus in Hamburg lässt das tiefe Corona-Tal zusehends hinter sich. Auch im Mai sind fast so viele Menschen in die Hansestadt gereist, wie zuletzt vor der Corona-Pandemie. Im Mai wurden 635.000 Gäste und 1,39 Millionen Übernachtungen gezählt, wie das Statistikamt Nord am Freitag mitteilte. Im Mai 2021, als ein Beherbergungsverbot für private Gäste galt, waren es lediglich 82.000, nach 78.000 im Mai 2020 und 699.000 im Mai 2019. Innerdeutsche Gäste buchten im Mai 1,11 Millionen Nächte, ausländische Reisende 282.000. 17,9 Prozent aller Hamburg- Gäste kamen aus dem Ausland, die meisten von ihnen aus Dänemark, Österreich, Schweiz, aus den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

Der Städtetourismus aus dem In- und Ausland ist für die Hansestadt einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Bis 2019 wuchs die Zahl der Reisenden stetig an – zuletzt auf mehr als 7,6 Millionen. In den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 kamen mit knapp 3,2 Millionen beziehungsweise gut 3,3 Millionen nicht einmal die Hälfte der Übernachtungsgäste nach Hamburg. Für die ersten fünf Monate 2022 summiert sich die Zahl immerhin nun auf gut 2,2 Millionen, gegenüber 2019 nur noch ein Minus von knapp 24 Prozent. dpa

+++ Südwesten: Gastgewerbe blickt trotz Herausforderungen optimistisch auf Sommer +++

(25.07.2022) Das Gastgewerbe im Südwesten blickt trotz diverser Herausforderungen optimistisch auf das Geschäft im Sommer. Zwar seien die wirtschaftlichen Herausforderungen, insbesondere die Kostensteigerungen, groß und teilweise auch schon spürbar, sagte der Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg, Daniel Ohl, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Doch das Bedürfnis nach Geselligkeit und kulinarischen Erlebnissen sowie nach Urlaub und Erholung sei nach wie vor groß.

Auf Basis einer Umfrage des Verbands in Baden-Württemberg von Anfang Juli könne er die aktuelle Nachfragesituation als „insgesamt gut bis befriedigend bezeichnen“, so Ohl. Zuversichtlich stimme ihn, dass viele Touristen aus dem Inland in den zurückliegenden Corona-Jahren Deutschland und damit auch Baden-Württemberg als attraktives Reise- und Urlaubsziel wiederentdeckt hätten.

Eine gewisse Sorge bereite ihm die steigende Corona-Inzidenz. Das Gastgewerbe sei geprägt von kleinen Betrieben, diese reagierten auf einen erhöhten Krankenstand besonders empfindlich. Auch bei den Gästen hätten die steigenden Corona-Zahlen Auswirkungen. Hoteliers berichteten laut Ohl von einer Zunahme bei kurzfristigen Buchungen. Zudem stornierten auch mehr Gäste kurzfristig ihre Reservierungen. dpa

+++ Hohe Bettenauslastung – Aber verhaltene Stimmung im Tourismus MV +++

(25.07.2022) Die Stimmungslage in der Urlaubsbranche Mecklenburg-Vorpommerns ist nach Einschätzung des Landestourismusverbands trotz einer guten Bettenauslastung etwas verhaltener als in den Vorjahren. „Der sehr hohe Nachfragedruck der vergangenen Jahre – auch der beiden Corona-Jahre – ist derzeit nicht zu erkennen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf der Deutschen Presse-Agentur.

Die aktuell unsichere Situation in der Weltpolitik spiegele sich auch im Urlaubsverhalten der Menschen wider. „Die Leute sparen: Entweder weil sie bereits sparen müssen oder weil sie die Ahnung haben, dass es sinnvoll wäre, das Geld zusammenzuhalten“, sagte Woitendorf. Dies zeige sich noch nicht bei den aktuellen Buchungen, eher im täglichen Urlaubsgeschehen. Da werde mal auf den Gang ins Restaurant oder auf einen Ausflug verzichtet. Auch könnten sich manche Anbieter gezwungen sehen, energieintensive Angebote wie Wellnessbereiche einzuschränken.

Gleichzeitig stünden bei vielen Menschen wieder Urlaubsziele im Fokus, die während der Corona-Pandemie nicht oder nur erschwert erreichbar waren. Auch seien in manchen Teilen der Branche akute Personalprobleme zu spüren. Deshalb würden manche Angebote eingeschränkt, was in manchen Restaurants oder auf Promenaden zu sehen sei, wo sich die Zahl der Stände verringert hat, sagte Woitendorf. „Wo weniger Angebote sind, sind auch weniger Menschen unterwegs.“

Die Stimmung in der Branche werde auch dadurch beeinflusst, dass es aktuell wenig Hoffnung auf Verbesserung der weltpolitischen Lage gibt. Dies habe auch direkte Auswirkungen auf die Zukunftsplanungen der Betriebe, die beispielsweise vor teuren und gleichzeitig notwendigen Investitionen zurückschrecken. dpa

+++ Schleswig-Holstein: Im Mai mehr Übernachtungsgäste im Norden als vor Corona +++

(22.07.2022) Der Tourismus in Schleswig-Holstein hat im Mai erstmals in diesem Jahr das Vor-Corona-Niveau übertroffen. Wie aus Angaben des Statistikamtes Nord vom Freitag hervorgeht, trafen in dem Monat 911.000 Übernachtungsgäste ein und damit 17.000 mehr als im Mai 2019. Die Zahl der Übernachtungen lag mit 3,69 Millionen um etwa
360.000 höher.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erfasste die Statistik für Campingplätze und Häuser mit mindestens zehn Betten insgesamt 2,65 Millionen Übernachtungsgäste und damit etwa 200 000 weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Die Zahl der Übernachtungen war dagegen mit 10,59 Millionen um 350 000 höher als vor drei Jahren. Vergleiche der aktuellen Zahlen zum Vorjahr 2021 sind wenig aussagekräftig, da damals bis Mitte Mai wegen der Corona-Lage ein Beherbergungsverbot für Privatreisende galt.

In die Mai-Statistik gingen 3422 Beherbergungsstätten mit fast 241.000 Gästebetten und 270 Campingplätze ein. dpa

+++ Sachsen-Anhalt: Debatte um Maskenpflicht in Innenräumen +++

(22.07.2022) Die Vorbereitungen in Deutschland für einen wieder ausgeweiteten Corona-Schutz im Herbst laufen. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat zuletzt die Wirksamkeit von Masken betont. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist grundsätzlich für Vorgaben zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die im Frühjahr deutlich zurückgefahrenen Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus, der Bund will bis dahin den Maßnahmenkatalog für den Herbst festlegen. Umsetzen müssen das dann die Länder – welche Vorstellungen haben die Fraktionen im sachsen-anhaltischen Landtag zum weiteren Corona-Kurs? Kommt die Maskenpflicht in Innenräumen zurück?

CDU-Fraktion: Fraktionschef Siegfried Borgwardt hält sich beim Thema Maskenpflicht vorerst bedeckt. Er sagt: „Unsere Fraktion war hier bisher weder Scharfmacher noch Bremser. Wir haben die notwendigen Maßnahmen mit dem Ziel der Öffnung aktiv begleitet.“ Die CDU sieht einige Maßnahmen der Vergangenheit kritisch. „Es war ein Fehler, Kitas und Schulen zu schließen. Das wollen wir nicht noch einmal machen.“ Borgwardt verweist darauf, wie schwer es für Schüler mit Lernrückständen sei, die Defizite aufzuholen.

SPD-Fraktion: Fraktionsvorsitzende Katja Pähle ist für schärfere Maßnahmen. „Eine Maskenpflicht in Innenräumen muss und wird das Mindeste sein, das wir im Herbst brauchen. Insbesondere FFP2-Masken sind effektiv, um Ausbreitungen einzudämmen.“ Pähle plädiert außerdem dafür, dass Bürgertests weiterhin niedrigschwellig möglich sind, um Corona-Infektionen zu erkennen. „Corona ist noch nicht vorbei, impfen hilft. Da müssen wir im Herbst dranbleiben und eine neue Kampagne starten.“

FDP-Fraktion: Die FDP sieht das anders als der rote Koalitionspartner. „Eine erneute Maskenpflicht im Herbst ist für mich kein Automatismus. Der Staat muss nicht immer alles vorgeben, wir können den Bürgern zutrauen, dass sie eigenverantwortlich handeln“, sagt Fraktionschef Andreas Silbersack. „Ich sehe bis September keine Notwendigkeit zum Handeln. Das sage ich ganz deutlich.“ Insgesamt sei es wichtig, dass man umsichtig agiere. Bei den Maßnahmen im Herbst wollen die Liberalen vor allem die Hospitalisierungsrate zum Maßstab nehmen.

AfD-Fraktion: Die AfD plädiert für eigenverantwortliche Maßnahmen der Menschen. „Jeder muss für sich selbst entscheiden. Aber ich glaube, dass Impfzwang der falsche Weg ist. Es gibt Medikamente. Darauf sollte man lieber setzen“, sagt Fraktionsvorsitzender Oliver Kirchner. „Eine erneute Maskenpflicht im Herbst lehnen wir ab, die sollte es nur in Krankenhäusern und Pflegeheimen geben.“

Linksfraktion: Ganz anders sieht das die Linke, sie ist für eine Maskenpflicht in Innenräumen. „Es ist für keinen verständlich, dass er in großen Hallen beim Konzert stehen darf ohne Maske, aber im ÖPNV mit einer Maske. Die Eigenverantwortung funktioniert bei dem Thema nicht“, sagt Fraktionschefin Eva von Angern. Sie plädiert außerdem für kostenfreie Tests für alle – ab sofort. Kritik äußert von Angern auch an der schwarz-rot-gelben Landesregierung. „Das Land ist wieder unvorbereitet auf den Herbst. Ich höre keine sinnvollen Vorschläge des Ministerpräsidenten.“

Grünen-Fraktion: Die Grünen haben bei der Maskenpflicht nicht nur die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Blick. „Masken in Innenräumen halte ich im Herbst für sinnvoll. Das wird uns auch bei der Grippewelle helfen, die laut Experten dieses Jahr heftiger werden könnte“, sagt Fraktionsvorsitzende Cornelia Lüddemann. „Der Bund muss liefern. Länder und Landkreise brauchen nach dem 23. September Instrumente, mit denen sie die Pandemie bekämpfen können.“

Die aktuelle Eindämmungsverordnung des Landes gilt bis 20. August, wenige Tage später enden die Schulferien in Sachsen-Anhalt. In medizinischen und pflegerischen Bereichen gilt eine Verpflichtung zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, im öffentlichen Personennahverkehr ebenfalls. Angesichts hoher Infektionszahlen gelte der Appell, auf Hygienemaßnahmen und Mindestabstände zu achten sowie insbesondere in geschlossenen Räumen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, so die Staatskanzlei. dpa

+++ Weiteres Umsatzplus für Gastgewerbe – aber noch unter Vorkrisenniveau +++

(19.07.2022) Das Gastgewerbe in Deutschland hat dank steigender Umsätze im Mai das Corona-Tief ein weiteres Stück hinter sich gelassen. Von April auf Mai des laufenden Jahres erhöhten sich die Erlöse in der Branche nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 8,5 Prozent.

Im Vergleich zum Mai 2021, als es wegen der Pandemie noch weitreichende Einschränkungen für Hotels, Pensionen und Gaststätten gab, hat sich der reale Umsatz mehr als verdoppelt (plus 126,8 Prozent), wie die Wiesbadener Behörde am Dienstag mitteilte.

Trotz der Steigerungen ist das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht: Vergleicht man die Werte mit dem Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland, lagen die Erlöse im Mai 2022 real noch um 14,9 Prozent unter dem damaligen Niveau. dpa

+++ Signale für Maskenpflicht im Herbst sorgen für neue Diskussionen +++

(19.07.2022) Signale von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine Maskenpflicht in Innenräumen im Herbst sind auf ein geteiltes Echo gestoßen. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Andrew Ullmann, zeigte sich skeptisch. „Ich halte eine gezielte Maskenempfehlung für besser als eine allgemeine
Maskentragepflicht“, sagte er der „Welt“ (Dienstag). Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, eine Maskenpflicht halte er nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für angemessen.

Unions-Fraktionsvize Andrea Lindholz ist für eine Differenzierung. „Eine Maskenpflicht muss mindestens überall dort gelten, wo sich auch besonders gefährdete Personen aufhalten müssen, wie zum Beispiel im Supermarkt oder in Apotheken und natürlich weiterhin in Bus oder Bahn“, sagte sie der „Welt“. Die Linke im Bundestag befürwortet eine Maskenpflicht in vielen Bereichen, etwa im Einzelhandel, bei körpernahen Dienstleistungen oder bei Veranstaltungen in Innenräumen. Die gesundheitspolitische Sprecherin Kathrin Vogler betonte gegenüber der Zeitung: „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“.

Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds forderte in der „Welt“, die „Sars-CoV-2-Arbeitsschutzregel wieder in Kraft zu setzen“. Dazu gehöre auch das Maskentragen als „persönliche Schutzmaßnahme“. Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger forderte von der Regierung, eine Maskenpflicht in Klassenzimmern bereits ab Anfang August zu ermöglichen. Der „jetzige Zeitplan der Bundesregierung“ sei nicht geeignet, „rechtzeitig zum Schulstart beim Gesundheitsschutz an Schulen gut aufgestellt zu sein“.

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, pochte auf eine Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen: „Wir erleben aktuell zwar einen Anstieg der Infektionen, aber vor allem milde Verläufe. Und da sind drastische Einschnitte definitiv nicht gerechtfertigt.“

Bei den Vorbereitungen für einen wieder ausgeweiteten Corona-Schutz im Herbst zeichnen sich derzeit Regelungen zur Maskenpflicht ab. Justizminister Buschmann hatte die Wirksamkeit von Masken gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag) als „unstreitig“ bezeichnet. „Deswegen wird eine Form der Maskenpflicht in Innenräumen in unserem Konzept sicher eine Rolle spielen.“ Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist grundsätzlich für Vorgaben zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Ein neues Konzept für den Herbst ist geplant, weil die im Frühjahr deutlich zurückgefahrenen Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz am 23. September auslaufen. dpa

+++ Sachsen-Anhalt: Trübe Stimmung im Gastgewerbe zum Start in Sommersaison +++

(14.07.2022) Kein Grund zum Jubeln trotz Sommer, Sonne, Sonnenschein: Laut einer aktuellen Umfrage ist die Stimmung im Gastgewerbe zum Start in die Ferien nur verhalten optimistisch. Nahezu die Hälfte der befragten Unternehmen schätzten ihre Geschäftslage sogar per Saldo negativ ein, wie die IHK Halle-Dessau und die IHK Magdeburg am Mittwoch mitteilten. Das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung sehe die Branche in hohen Energie- sowie Rohstoff- und Lebensmittelkosten. Hinzu komme der Personal- und Fachkräftemangel. In der Reisewirtschaft bleibe das Geschäftsklima weit hinter dem Niveau vor Beginn der Coronakrise zurück.

Große Sorgen bereiteten der Branche die weitere Entwicklung im Ukraine-Krieg, der Corona-Pandemie, die steigende Inflation, aber auch zu hohe Steuerlasten. Nach Angaben der Kammern wurden rund 800 Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros und -veranstalter zum Start in die Sommersaison befragt. Die Ergebnisse machten deutlich, wie sehr das Gastgewerbe in einem „Teufelskreis“ steckt, sagte Antje Bauer, Geschäftsführerin Starthilfe und Unternehmensförderung der IHK Halle-Dessau. Personalmangel führe zu verringerten Angeboten und Öffnungszeiten, was zu weiteren Umsatzrückgängen führe.

Dem gegenüber stünden enorm gestiegene Ausgaben für Energie- und Lebensmittel. „Inflationsbedingt schränken die Gäste ihren Konsum deutlich ein. Die Branche kann diese Zwickmühle kaum verlassen“, sagte sie. Das belege auch ein Blick auf die Angaben zur finanziellen Ausstattung der Betriebe. Die aktuelle Finanzlage sei geprägt von Eigenkapitalrückgängen und Liquiditätsengpässen. Knapp die Hälfte der Unternehmen im Gastgewerbe sehe keinen Spielraum für Investitionen.

Reiseveranstalter und -vermittler müssen den Angaben zufolge ebenfalls auf Eigenkapitalreserven zurückgreifen, um die schlechte Geschäftslage zu kompensieren. 87 Prozent rechnen laut der Umfrage mit Preissteigerungen. „Das Reisen wird teurer, von daher bleibt abzuwarten, wie gut die höheren Preise bei den Kunden umzusetzen sind und sich die positiven Erwartungen an die Sommersaison erfüllen“, sagte Eva Dörrwand, Geschäftsführerin der IHK Magdeburg. dpa

+++ Schwarzwald-Tourismus im Mai über Vorkrisenniveau +++

(14.07.2022) Trotz Corona-Sommerwelle, Ukraine-Krieg und Fachkräftemangel blickt die Schwarzwald Tourismus GmbH vorsichtig optimistisch auf die kommenden Monate. Mit rund 2,02 Millionen habe die Zahl der Übernachtungen im Mai erstmals wieder jene aus dem gleichen Monat des Vorkrisenjahres 2019 übertroffen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neuenburg am Rhein (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) mit. „Ein Signal, das uns zuversichtlich stimmt“, sagte der Ortenauer Landrat Frank Scherer als Aufsichtsratsvorsitzender. Auch Sommerurlaube im Schwarzwald sind der Mitteilung zufolge stark nachgefragt.

„Was uns allen Sorgen macht, ist der Fachkräftemangel, weshalb wir dringend noch weitergehende Möglichkeiten für die Zuwanderung von Fach- und Arbeitskräften brauchen“, erklärte Scherer. „Von einer Normalisierung sind wir aber leider auch sonst weit entfernt: Die Corona-Maßnahmen und aktuell auch die Sanktionen gegen Russland haben massive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und damit auch auf die Tourismus-Branche.“ Ferner lägen die Schwerpunkte der Branche auf den beiden Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. dpa

+++ Wieder deutlich mehr Touristen in Berlin unterwegs +++

(14.07.2022) Mit dem Auslaufen zahlreicher Corona-Beschränkungen sind auch die Touristen nach Berlin zurückgekehrt. Rund 3,3 Millionen Menschen kamen zwischen Januar und Ende Mai in die Hauptstadt, wie ein Sprecher der Tourismusgesellschaft Visit Berlin mitteilte. Das waren mehr als sechs Mal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damals wurden nur etwa 541.000 Besucherinnen und Besucher gezählt.

Bis Ende Mai stiegen auch die Übernachtungszahlen von mehr als 1,7 Millionen 2021 auf 8,4 Millionen im laufenden Jahr. „Die Tendenz ist positiv, wir sind da auf einem guten Weg“, sagte der Sprecher. Seit April merke man, „dass der Knoten wirklich geplatzt ist“. Allein im Mai kamen den Angaben nach rund ein Drittel der bisherigen Touristen in diesem Jahr nach Berlin. Ein Großteil von ihnen reise aus anderen deutschen Städten an.

Das Niveau aus dem Vorkrisenjahr 2019 werde voraussichtlich aber nicht erreicht, sagte der Sprecher. Damals hatte Visit Berlin zwischen Januar und Mai etwa 5,4 Millionen Touristen verzeichnet. Wegen der Corona-Pandemie waren in den vergangenen beiden Jahren die Besucherzahlen drastisch eingebrochen. dpa

+++ Lauterbach sichert umfassende Vorbereitung für Corona-Herbst zu +++

(08.07.2022) Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat Vorbereitungen für umfassende Corona-Schutzvorkehrungen zum Herbst zugesichert. „Die Pandemie wird leider nicht in die Sommerpause gehen“, sagte der SPD-Politiker im Bundestag. Es sei aber auch nicht vorgesehen, dass die Pandemiebekämpfung in die Sommerpause gehe. „Wir dürfen und wir können es uns nicht leisten, ein drittes Mal nicht gut vorbereitet in den Herbst hineinzugehen.“ Es werde daher alles Notwendige getan, um der Situation zu begegnen.

Lauterbach bekräftigte, dass nach der vorhergesehenen Sommerwelle der Herbst schwierig werde. Zu erwarten sei ein Ringen mit der nunmehr dominanten BA.5-Virusvariante, die auch etwas schwerere Verläufe mit sich bringe als die vorherigen Omikron-Varianten. Die bisherigen Impfstoffe wirkten nicht perfekt zur Vermeidung von Infektionen, sie vermieden aber jeden Tag Todesfälle.

Zur Vorbereitung für den Herbst brachte die Koalition einen ersten Gesetzentwurf ins Parlament ein. Ermöglicht werden soll damit unter anderem eine Impfkampagne gezielt an Menschen über 60 Jahre, und zwar auch für eine zweite Auffrischimpfung, wie Lauterbach sagte. Zudem sei vorgesehen, das Medikament Paxlovid schneller zum Einsatz zu bringen, das die Wahrscheinlichkeit von Klinikeinweisungen und die Sterblichkeit von Infizierten deutlich senken könne.

Konkret sollen dem Entwurf zufolge die Rechtsgrundlagen für Impfungen bis 31. Dezember verlängert werden. Die Länder sollen außerdem regeln können, dass in Pflegeheimen Hygienebeauftragte eingesetzt werden. Um Engpässe früher zu erkennen, sollen Kliniken außer für Intensivstationen auch freie und belegte Betten auf Normalstationen erfassen und zentral melden. Angestrebt wird zudem eine aktuelle „Vollerfassung“ von PCR-Tests – also aller Ergebnisse. Bisher besteht eine Meldepflicht nur für positive Tests. dpa

+++ Deutschland-Tourismus erreicht fast Vorkrisen-Niveau +++

(08.07.2022) Der Deutschland-Tourismus hat sich im Mai nahezu auf Vorkrisen-Niveau erholt. Laut Statistischem Bundesamt wurden in dem Monat 43 Millionen Übernachtungen registriert. Das waren drei Mal so viele wie im Lockdown-Mai 2021 und nur noch 3,4 Prozent weniger als im Mai 2019, als von der Corona-Pandemie noch niemand etwas ahnte.

Bei den Inländern wurden die Zahlen aus dem Frühjahr 2019 sogar um 0,5 Prozent übertroffen, wie die Behörde am Freitag berichtete. Die Gäste aus dem Ausland ließen hingegen noch auf sich warten, so dass ihre Zahl 21,9 Prozent niedriger ausfiel.

Die verschiedenen Unterkunftsarten mit mehr als zehn Betten profitierten allerdings nicht gleichmäßig von der Rückkehr der Gäste. So meldeten Hotels, Pensionen und Gasthöfe immer noch 7,4 Prozent weniger Gäste als vor drei Jahren. Die Übernachtungen in Ferienunterkünften konnten mittlerweile das Vorkrisenniveau wieder erreichen (+1,1 Prozent gegenüber Mai 2019). Auf Campingplätzen lag die Zahl der Übernachtungen sogar um mehr als ein Drittel (+37,3 Prozent) höher. dpa

+++ In Hamburg fehlt zur Hauptreisezeit Personal in Hotels +++

(05.07.2022) Zu Beginn der Hauptreisezeit fehlt in vielen Hotels und Pensionen in Hamburg das nötige Personal. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten am Montag mit. „Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper, Service- und Reinigungskräfte werden in der Stadt händeringend gesucht“, sagte Gewerkschaftssekretär Johann Möller. In der Folge von Lockdowns und Kurzarbeit hätten etliche Beschäftigte ihre Branche verlassen.

„Es kommt jetzt darauf an, Fachleute mit guten Konditionen zu locken, um für die steigende Nachfrage nach Urlaubs- und Geschäftsreisen gewappnet zu sein“, forderte Möller. Das betreffe Gehalt und Arbeitsbedingungen. „Zwar ist klar, dass damit gerade für kleinere Betriebe die Personalkosten steigen“, räumte Möller ein. Aber anders seien keine Menschen mehr für den Job im Gastgewerbe zu gewinnen. Es komme darauf an, dass jetzt auch die Kunden Verständnis zeigten. „Für ein sauberes Hotelzimmer und einen guten Service sollte man bereit sein, etwas mehr auszugeben. Das gilt auch im Restaurant. Ein Schnitzel für neun Euro ist heute nicht mehr machbar.“ dpa

>> Bundesregierung: Zuzug soll für Gastro-Arbeitskräfte erleichtert werden

+++ Dehoga Sachsen fordert Planungssicherheit: Kein Lockdown mehr +++

(04.07.2022) Angesichts des in der Pandemie verschärften Mangels an Fachkräften und Aushilfen sowie steigender Energie-, Lebensmittel- und Personalkosten fordert der Hotel- und Gaststättenverband Sachsen Planungssicherheit für den Herbst und Winter. Einen Lockdown werde die Branche nicht noch einmal überstehen, sagte Dehoga-Präsident Axel Hüpkes am Montag. Die Entscheidung der Landesregierung für eine Komplettschließung der Betriebe im Dezember 2021, anders als in allen anderen Bundesländern, habe die Abwanderung beschleunigt, sagte Hauptgeschäftsführer Axel Klein. Die Landesregierung müsse sich zudem dafür starkmachen, dass die Regelung für einen Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent verlängert wird. „Dieses Geld kommt direkt bei den Unternehmen an.“

Einer Dehoga-Umfrage zufolge befürchten 15 Prozent der Unternehmer eine Insolvenz als Folge der Pandemie. 85 Prozent der Betriebe haben demnach wegen der Kostensteigerungen neue Existenzsorgen. „Sie brauchen eine gewisse Normalität, nicht nur im Sommer“, sagte Hüpkes. Voller Erwartung schaut die Branche auch auf die von der Bundesregierung angekündigte Ausweitung der Sonderregelung für ausländische Arbeitskräfte auf Hotellerie und Gastronomie, mit der die Zuwanderung vereinfacht wird. dpa

+++ Scholz: Kein Corona-Lockdown mehr wie in den vergangenen Jahren +++

(04.07.2022) Bundeskanzler Olaf Scholz hält für den kommenden Herbst und Winter nicht mehr so drastische Corona-Maßnahmen für nötig wie in den Jahren zuvor. „Schulschließungen sollte es nicht mehr geben, und ich glaube auch nicht, dass wir so einen Lockdown brauchen, wie wir ihn in den letzten Jahren hatten“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag im ARD-Sommerinterview im „Bericht aus Berlin“. Man habe inzwischen eine „völlig veränderte Situation“, sagte Scholz mit Blick auf eine Impfquote von 76 Prozent (Grundimmunisierung) in Deutschland. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hatte sich zuvor ähnlich geäußert.

Experten halten eine Welle auch für Herbst und Winter für möglich. Befürchtet wird eine erhebliche Belastung des Gesundheitssystems und der kritischen Infrastruktur. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte zuletzt vor einer deutlichen Verschärfung der Lage. Rufe nach einer schnellen rechtlichen Vorbereitung für eine Herbstwelle wurden laut. Im Frühjahr waren die Corona-Bestimmungen stark zurückgefahren worden, die bundesweite Rechtsgrundlage läuft am 23. September aus.

Kanzler Scholz kann sich vorstellen, dass Test- und Maskenpflichten im Herbst und Winter wieder eine größere Rolle spielen werden. „Es muss darüber diskutiert werden, ob die Tests wieder genutzt werden“, sagte er in der ARD. Und zur Maskenpflicht, die es hauptsächlich noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Einrichtungen mit Risikogruppen wie Kliniken und Pflegeheimen gibt, sagte er: „Ich glaube, dass man schon davon ausgehen muss, dass die Maske im Herbst und Winter schon eine größere Rolle spielen wird als jetzt.“ Scholz rief zugleich Menschen ab 60 Jahre zu einer vierten Impfung gegen Corona auf. dpa

+++ BGH kündigt erste Corona-Entscheidung im Reiserecht für August an +++

(29.06.2022) Ein Mann kündigt bei Ausbruch der Pandemie eine gebuchte Pauschalreise, wenig später wird sie sowieso unmöglich – muss er trotzdem Stornogebühren zahlen? Das prüfen die Richterinnen und Richter des Bundesgerichtshofs (BGH) seit Dienstag. Ursprünglich hatten sie gleich eine Entscheidung verkünden wollen. Nach weiteren Beratungen im Anschluss an die Verhandlung wurde der Termin aber ohne Angabe von Gründen auf den 2. August verschoben.

Es ist der erste Corona-Fall im Reiserecht, der die obersten Zivilrichter erreicht hat. Der Kläger hatte bei einem Münchner Veranstalter für mehr als 6000 Euro eine Japan-Reise gebucht, die vom 3. bis 12. April 2020 stattfinden sollte. Am 1. März trat er wegen der sich zuspitzenden Lage von der Reise zurück und bezahlte vertragsgemäß 25 Prozent Stornokosten, knapp 1540 Euro. Ende März erging für Japan ein Einreiseverbot. Nun will er das Geld zurück.

Laut Gesetz kann der Kunde jederzeit von seiner Buchung zurücktreten. Dem Reiseveranstalter steht aber eine „angemessene Entschädigung“ zu – die Stornogebühren. Ein Recht auf kostenlosen Rücktritt gibt es nur, „wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen“.

Bisher ist umstritten, ob es dabei allein auf den Zeitpunkt des Rücktritts oder auch auf die weitere Entwicklung ankommt. Je nach Gericht wird mal so, mal so geurteilt. Die BGH-Richter tendieren nun dazu, auch die nachträglichen Entwicklungen in den Blick zu nehmen, wie der Vorsitzende Klaus Bacher in der Verhandlung sagte.

Dem Kläger würde das helfen: Das Landgericht München I hatte dem Veranstalter Recht gegeben, weil es am 1. März 2020 noch keine Reisewarnung gab und sich die Situation auch hätte entspannen können. „Ein erhebliches Infektionsgeschehen zu diesem Zeitpunkt wird nicht vorgetragen“, heißt es in dem Urteil. Dazu äußerte sich Bacher kritisch: Möglicherweise reiche schon Ungewissheit aus, um es unzumutbar zu machen, sich auf eine Reise einzulassen.

Allerdings spielen die Richter auch mit dem Gedanken, den Europäischen Gerichtshof (EuGH) einzuschalten. Denn für Pauschalreisen gibt es in einer EU-Richtlinie einheitliche Regeln. Der österreichische Oberste Gerichtshof hat bereits in einem ganz ähnlichen Fall Fragen in Luxemburg vorgelegt. Bachers Senat steht nun vor der Entscheidung, ob er auch diesen Weg geht. (Az. X ZR 53/21)

Inzwischen bieten viele Reiseveranstalter unter bestimmten Bedingungen eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung wegen Corona an. Bei sogenannten Flex-Tarifen lässt sich die Möglichkeit gegen Aufpreis hinzubuchen. Reisende, die Flug und Unterkunft auf eigene Faust buchen, sind generell nicht so gut abgesichert wie Pauschalurlauber. Für sie gelten nicht dieselben Regeln. dpa

+++ Berlin: Senat schließt Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Herbst nicht aus +++

(29.06.2022) Der Berliner Senat schließt bei steigenden Infektionszahlen im Herbst eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht aus. Nötig sei dazu allerdings eine Änderung des Bundes-Infektionsschutzgesetzes, sagte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) am Dienstag nach einer Senatssitzung. Nötig sei, den Ländern eine Art Instrumentenkasten an die Hand zu geben, damit diese auf eine neue Entwicklung der Pandemie angemessen reagieren könnten.

Je nach Infektionslage könnten Maßnahmen wie eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen etwa in Handel und Gastronomie oder eine Verlängerung der noch geltenden Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sinnvoll sein, so Gote. Als weitere Beispiele nannte sie Zugangsbeschränkungen zu Großveranstaltungen oder Maskenpflicht und Testnachweis für Beschäftigte und Besucher von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. „Das wären Maßnahmen, die wir uns als Länder (…) wünschen würden im zukünftigen Infektionsschutzgesetz.“

Gote verwies darauf, dass im September eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu den Auffrischungsimpfungen erwartet werde und voraussichtlich in der zweiten September-Hälfte neue Vakzine verfügbar seien, die auch gegen neue Virusvarianten Schutz bieten. In dem Zusammenhang plane der Senat eine neue Informationskampagne für Auffrischungsimpfungen. Die Voraussetzungen seien andere als im Vorjahr, denn nur noch rund sieben Prozent der Berliner Bevölkerung seien weder geimpft noch genesen.

Laut Gesundheitsverwaltung sind bislang 78,8 Prozent der Berlinerinnen und Berliner vollständig, also in der Regel zweimal gegen Corona geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben 62,5 Prozent erhalten. Ziel der Impfkampagne im Herbst sei, auch diejenigen zu erreichen, die bisher noch nicht erreicht worden seien, so Gote. Nach derzeitigen Plänen sollen das letzte verbliebene Impfzentrum im Ringcenter sowie zwölf mobile Impfteams in den Bezirken vorerst erhalten bleiben. Je nach Bedarf sei eine Ausweitung möglich.

Ergänzend wies Gote darauf hin, dass es ab Freitag bundesweit keine anlasslosen und kostenlosen Corona-Schnelltests mehr für alle gebe. Der Bund hatte beschlossen, dass nur Schnelltests für bestimmte Risikogruppen gratis bleiben. In der Regel werden künftig drei Euro je Corona-Test aus eigener Tasche fällig – was der Senat nach den Worten Gotes kritisch sieht. Die Länder wollten sich beim Bund dafür einsetzen, den Eigentanteil zu streichen. dpa

+++ Baden-Württemberg: Übernachtungszahlen steigen nach Corona-Delle deutlich +++

(14.06.2022) Nach einem coronabedingten Einbruch hat sich die Situation für die Tourismusbranche im Südwesten wieder deutlich verbessert. In der vergangenen Wintersaison, von November 2021 bis April 2022, stieg die Zahl der Übernachtungen um rund 151 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Landesamt am Dienstag anhand vorläufiger Zahlen in Stuttgart mitteilten, wurden im Südwesten rund 16,7 Millionen Übernachtungen gezählt. Ein Plus von mehr als 10 Millionen Übernachtungen.

Dem Niveau aus den Saisons vor der Corona-Krise hinkt die Branche aber noch hinterher. Denn im Winter 2018/2019 waren es noch 22,3 Millionen Übernachtungen. Dass sich wieder mehr Urlauberinnen und Urlauber für den Südwesten entschieden hätten, sei ein positives Signal für die Branche, sagte Patrick Rapp (CDU), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. „Auch wenn das Vorkrisen-Niveau noch nicht erreicht wurde, kann die Branche zuversichtlich in die Sommersaison starten“, sagte Rapp.

+++ Frankfurter Flughafen erreicht stärksten Passagier-Monat seit Pandemie-Beginn +++

(14.06.2022) Der Passagierverkehr am Frankfurter Flughafen hat im Mai deutlich angezogen und den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Dank vieler Urlauber zählte der Flughafenbetreiber Fraport im abgelaufenen Monat knapp 4,6 Millionen Passagiere und damit rund 600 000 mehr als im April, wie er am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das waren mehr als dreieinhalbmal so viele Fluggäste wie ein Jahr zuvor und noch gut 26 Prozent weniger als vor der Pandemie im Mai 2019. Allerdings macht dem Unternehmen fehlendes Personal zu schaffen, nachdem die Branche und auch Fraport in der Pandemie Tausende Stellen abgebaut haben.

Im lange brummenden Cargo-Geschäft verbuchte der Flughafen erneut einen Rückgang. Im Mai wurden in Frankfurt rund 169 300 Tonnen Fracht und Luftpost umgeschlagen – 15,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Fraport erklärte die Entwicklung mit den Einschränkungen des Luftraums durch den Ukraine-Krieg und den harten Corona-Schutzmaßnahmen in China.

+++ Erleichterter Zugang zu Kurzarbeitergeld soll verlängert werden +++

(13.06.2022) Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will den erleichterten Zugang zur Kurzarbeit noch einmal um drei Monate verlängern. Bis Ende September soll Kurzarbeitergeld somit bereits dann gezahlt werden können, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten im Betrieb vom Arbeitsausfall betroffen sind. Das sieht ein Vorschlag aus einem Papier von Heils Ministeriums vor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das das Nachrichtenportal „The Pioneer“ (Montag) zuerst berichtete. Der Vorschlag solle nun regierungsintern abgestimmt werden.

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie hatte die Schwelle bei einem Drittel Betroffenen von einem Arbeitsausfall gelegen. Begründet wird die geplante Verlängerung nicht mehr mit Pandemie-Auswirkungen, sondern mit den Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine. Deshalb drohe, „dass sich die bereits während der Covid-19-Pandemie aufgetretenen und durch sie mit ausgelösten Störungen in den Lieferketten weiter verschärfen“.

Das Ministerium geht bei seinem Vorschlag von Kosten von rund 60 Millionen Euro aus, da im dritten Quartal monatlich rund 50 000 zusätzliche Beschäftigte in Kurzarbeit erwartet würden.

Wie geplant zum 30. Juni 2022 auslaufen sollen weitere pandemiebedingte Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld, nämlich höhere Leistungssätze, längere Bezugsdauer und die Einbeziehung der Leiharbeit. „Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die von der Covid-19-Pandemie ausgehenden Auswirkungen auf die Wirtschaft zunehmend nachlassen“, heißt es in dem Papier. dpa

+++ Hessen: Gastgewerbe hofft auf Stabilisierung +++

(13.06.2022) Mit einer durchwachsenen Zwischenbilanz geht das hessische Gastgewerbe in die zweite Jahreshälfte. Von Januar bis Mai hätten die Umsätze der Betriebe noch immer um durchschnittlich 24 Prozent unter denen des gleichen Zeitraumes vor der Pandemie gelegen, teilte der Branchenverband Dehoga Hessen mit. Gut ein Viertel der Betriebe drücken einer Umfrage zufolge Existenzsorgen. Zugleich sähen aber 74 Prozent eine Stabilisierung ihrer Geschäfte. Die Feiertage, private Feierlichkeiten und das starke Bedürfnis der Gäste, wieder zusammenzukommen, hätten im Juni bei 76 Prozent der Hotels, Pensionen und Restaurants für eine befriedigende Buchungslage gesorgt.

Unsicherer fällt allerdings der Blick auf Juli und August aus – auch angesichts der hohen Inflation und der weiteren Entwicklung des Ukraine-Kriegs. Hinzu komme der Trend zu kurzfristigen Buchungen. „Es ist eine Fahrt auf Sicht, mit viel Motivation, aber auch schwerer Schlagseite“, erklärte Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Julius Wagner.

Größte Herausforderung für die Betriebe blieben steigende Kosten für Energie und Lebensmittel, die man nicht vollständig an die Gäste weitergeben könne. Zudem fehle es gerade in den starken Sommermonaten an Mitarbeitern – die Branche spüre jetzt massiv den Verlust von tausenden Minijobbern durch die Corona-Pandemie. Rund 60 Prozent der Restaurants, Gaststätten und Beherbergungsbetriebe suchten Fachkräfte. Zugleich beschäftigten 14 Prozent der Betriebe bereits Geflüchtete aus der Ukraine. Wagner betonte allerdings, niemand gebe sich der – unangebrachten – Illusion hin, damit die klaffenden Personallücken schließen zu können, „zudem, da es sich vollkommen verbietet, auch nur den Anschein zu erwecken, aus dem Krieg einen Nutzen ziehen zu wollen“, so der Hauptgeschäftsführer. dpa

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