Ticker Aktuelle Informationen zur Coronakrise

Die aktuellen Corona-Entwicklungen mit Bezug zur Hotellerie und Gastronomie können Sie hier verfolgen.

+++ Lambrecht will Pflicht zum Insolvenzantrag länger aussetzen +++

(10.08.2020) Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will überschuldete Unternehmen, auch im Gastgewerbe, noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien. Konkret nennt sie einen Zeitraum bis Ende März 2021, wie sie gegenüber der “Bild” sagte. “Um pandemiebedingt überschuldeten Unternehmen Zeit zu geben, sich durch das in vielen Branchen wieder anziehende Wirtschaftsgeschehen oder staatliche Hilfsangebote zu sanieren, werde ich vorschlagen, die Insolvenzantragspflicht für diese Unternehmen weiterhin auszusetzen, so die Politiker. Aktuell ist die Pflicht bis September ausgesetzt.

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(Lesetipp: Wann ein Unternehmen einen Insolvenz-Antrag stellen muss)

+++ Teile Bulgariens und Rumäniens zu Risikogebieten erklärt, Testpflicht seit dem Wochenende +++

(10.08.2020) Wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Infektionen in Bulgarien und Rumänien warnt die Bundesregierung nun vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden EU-Länder. Dazu zählt auch die bulgarische Touristenhochburg Warna mit dem bei deutschen Party-Touristen beliebten Urlaubsort Goldstrand, der oft mit dem “Ballermann” auf Mallorca verglichen wird. In Warna liegt auch einer der beiden wichtigsten Flughäfen an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die insgesamt zehn Regionen in Bulgarien und Rumänien wurden gleichzeitig vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen. Urlauber, die aus solchen Gebieten zurückkehren, müssen sich seit Samstag, 8. August 2020, verpflichtend auf Corona testen lassen. Die Tests sind bislang noch kostenfrei, woran es von Seiten der Politik aber immer mehr Kritik gibt.

Neben Bulgarien und Rumänien gibt es innerhalb der Europäischen Union Reisewarnungen für Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und drei Regionen in Spanien: Aragon, Navarra und Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava. Eine Übersicht über alle aktuellen Risikogebiete finden Sie auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts.

+++ Polizei-Zugriff auf Corona-Gästelisten: Regierung sieht keine Notwendigkeit für gesetzliche Regelung +++

(05.08.2020) Eine Meldung der DPA zufolge will das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um den Zu­griff auf Daten aus Co­ro­na-Gäs­te­lis­ten durch die Po­li­zei ak­tu­ell nicht ge­setz­lich re­geln. Es be­stün­den keine Be­den­ken gegen die Nut­zung der Daten zur Straf­ver­fol­gung, so­lan­ge die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben in der Straf­pro­zess­ord­nung dafür ein­ge­hal­ten wür­den, heißt es in einer Aus­kunft des Mi­nis­te­ri­ums an den tou­ris­mus­po­li­ti­schen Spre­cher der FDP-Frak­ti­on im Bun­des­tag.

+++ Schweizer Halbjahresstatistik: 47,5 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr +++

(05.08.2020) Insgesamt registrierte das Gastgewerbe in der Schweiz im ersten Halbjahr 9,9 Millionen Übernachtungen. Das sind knapp 48 Prozent weniger als im gleichen Vorjahressemester. Damit hat die Schweizer Hotellerie von Januar bis Juni kumuliert 8,9 Millionen Logiernächte eingebüsst. Im Mai hatte das Bundesamt für Statistik nur 0,6 Millionen Logiernächte gezählt, im April waren es gar nur 0,2 Millionen gewesen.

+++ Personalabbau: HolidayCheck AG will sich von 100 Mitarbeitern trennen +++

(01.08.2020) Als Reaktion auf die Covis-19-Pandemie und die damit einhergehende Reisezurückhaltung plant der Vorstand der HolidayCheck Group AG im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms einen deutlichen Abbau des Personals. Dieser betrifft voraussichtlich rund 100  Mitarbeiter, was rund 20 Prozent der Gesamtbelegschaft betrifft. Bis Ende 2020 soll der Personalabbau vollzogen sein, um auf diesem Weg die Personalkosten nachhaltig zu senken.

+++ Fakten-Basis für politische Gespräche: Dehoga fordert Gastgewerbe zur Teilnahme an Umfrage auf +++

(01.08.2020) Viele gastgewerbliche Betriebe kämpfen auch nach der Wiedereröffnung um ihr Überleben bzw. dürfen immer noch nicht öffnen. Betriebe in touristischen Destinationen erfreuen sich hingegen wieder größerer Nachfrage. Für die politische Arbeit des Dehoga sei es daher elementar wichtig, einen repräsentativen Überblick zur aktuellen wirtschaftlichen Lage der Branche zu erhalten. Aus diesem Grund richtet der Verband eine Bitte an das Gastgewerbe, sich zahlreich bis zum 10. August an einer neuen Umfrage zu beteiligen. Die Antworten würden selbstverständlich vertraulich behandelt und nur anonymisiert weiterverarbeitet werden. >>> Hier geht es zur Umfrage

+++ Überbrückungshilfen: Frist für Anträge bis 30. September verlängert +++

(01.08.2020) Die Bundesregierung hat die Antragsfrist für Überbrückungshilfen um einen Monat verlängert. Die Hilfen können somit bis zum 30. September 2020 beantragt werden. Es werden jedoch weiterhin nur Kosten erstattet, die vor dem 31. August anfallen.
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+++ Corona: Aerosole vom RKI als Hauptübertragungsweg anerkannt – gute Belüftung von hoher Bedeutung +++

(31.07.2020) Bereits seit einiger Zeit verdichten sich die Hinweise, dass Aerosole, also kleinste Teilchen, die in der Luft schweben, ein wesentliches Risiko für eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 Erreger darstellen. Mehrere Infektionen z.B. bei Chorproben und in Fitnessstudios trotz Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter nährten diesen Verdacht und auch immer mehr wissenschaftliche Analysen sprechen dafür. Seit der letzten Woche bezeichnet nunmehr auch das Robert Koch Institut in seinem Covid-19-Steckbrief Aerosole neben der Tröpfcheninfektion als „Hauptübertragungsweg“.

Vor diesem Hintergrund weist der Dehoga Unternehmer und Beschäftigte des Gastgewerbes nochmals auf die große Bedeutung einer guten Belüftung beim Corona-Infektionsschutz hin. Denn: Häufiges und kräftiges Durchlüften von Innenräumen senkt das Infektionsrisiko erheblich. Wo Klimaanlagen im Einsatz sind, ist ein möglichst hoher Frischluftanteil wichtig. Im Außenbereich sei das Übertragungsrisiko durch Aerosole aufgrund der Luftbewegung verschwindend gering.

+++ Polizei-Zugriff auf Gästedaten: Dehoga fordert Klarheit +++

(30.07.2020) Wie unter anderem die Rheinische Post berichtet, sieht der Dehoga eine wachsende Verunsicherung bei Hoteliers und Gastronomen, da in Hamburg und München die Polizei die Gästedaten zur Strafverfolgung nutzte. „Das ist hochgradig sensibel. Da muss dringend für Klarheit gesorgt werden“, erklärte Ingrid Hartges gegenüber der Rheinischen Post.

+++ Konjunktur: Deutsche Wirtschaft bricht in Q2 historisch ein +++

(30.07.2020) Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung stehen die Zeichen aber auf Erholung.

+++ ITB-Studie: Deutsche möchten trotz Coronapandemie ins Ausland reisen +++

(29.07.2020) Einer ITB-Studie zufolge ist die Lust der Deutschen auf Reisen außerhalb des eigenen Landes deutlich höher als bei den meisten anderen Ländern. Gefragt nach den Reiseabsichten in Zeiten von Corona gaben über 70 Prozent der deutschen Auslandsreisenden an, nach wie vor in andere Länder reisen zu wollen – trotz fehlendem Impfstoff. Damit liegt Deutschland messbar über dem europäischen und insbesondere weltweiten Durchschnitt. Bevorzugtes Reiseziel ist Spanien (mit den Kanaren auf Rang eins), gefolgt von Italien, Frankreich und Österreich. Ein, im Vergleich zu den Zeiten vor Corona, überdurchschnittliches Interesse haben die Deutschen derzeit auch an der Schweiz, Griechenland, Kroatien und Dänemark. Die Lust auf Reiseziele außerhalb Europas liegt dagegen noch unter dem Durchschnitt.

+++ Bayern: Gericht kassiert Beherbergungsverbot für Gäste aus inländischen Risikogebieten +++

(29.07.2020) Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Beherbergungsverbot für Gäste aus inländischen Risikogebieten vorläufig außer Vollzug gesetzt. Demnach sei es nicht verhältnismäßig, dass eine Überschreitung des Grenzwerts von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner automatisch zu einem Beherbergungsverbot führt. Zudem werde dem “Publizitätsgebot nicht hinreichend Rechnung” getragen. Der Verweis auf die Veröffentlichung des RKI genüge nicht. Denn für Betreiber von Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sei nicht erkennbar, wo sie die aktuellen Infektionszahlen finden können.

Der Dehoga Bayern betont, dass die Entscheidung zurzeit keine unmittelbaren Auswirkungen für Hoteliers hat. Der derzeit einzige Kreis, der den Grenzwert überschreitet, ist Dingolfing-Landau in Niederbayern und eine “Beherbergung von Bayern zu Bayern ist möglich”.

+++ Niedersachsen: Ausländische Gästeankünfte verschwindend gering +++

(28.07.2020) Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, kamen im Mai 2020 mit knapp 382.000 Gästen insgesamt 75,4 Prozent weniger nach Niedersachsen als im Mai des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen ging um 68,6 Prozent auf annähernd 1,4 Millionen zurück. Noch deutlicher sank die Zahl der Gäste aus dem Ausland. Im Vergleich zum Mai des Jahres 2019 sank ihre Zahl um 93 Prozent auf rund 11.000. Die ausländischen Gäste buchten im Mai dieses Jahres gut 47.000 Übernachtungen, ein Rückgang um 87,6 Prozent im Vergleich zum Mai des Vorjahres.

+++ Bayern: Strafen bei Missachtung der Corona-Regeln werden verfünffacht +++

(28.07.2020) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat ein strenges Einhalten der Corona-Regeln angemahnt. In diesem Kontext werden nicht nur verpflichtende Tests für Reiserückkehrer eingeführt, sondern auch stärkere Kontrollen in Betrieben. Für Verstöße gegen Hygienekonzepte soll der Bußgeldrahmen von 5000 auf 25.000 Euro verfünffacht werden. Gleichzeitig werden diie Intervalle für betriebliche Kontrollen verkürzt. Dies betrifft auch das Gastgewerbe.

+++ IUBH: 200 Studierende arbeiten an Lösungen aus der Krise +++

(28.07.2020) Umdenken im Tourismus – das ist das Motto von über 200 Tourismus-Studierende, zwölf Professoren der IUBH Internationalen Hochschule sowie zahlreichen Touristikunternehmen aus ganz Deutschland: Gemeinsam arbeiten sie an Ideen und Lösungsansätzen, wie die Tourismusbranche neue Wege aus der Corona-Krise beschreiten kann. Nun wurden das Projekt und der dazugehörige Blog „#Umdenken im Tourismus“ offiziell mit einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Politik, Tourismus und Wissenschaft eröffnet. Valentina Kerst, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, stellte gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Neumann, IUBH, Norbert Kunz, Geschäftsführer Deutscher Tourismusverband, Anja Neumann, Thüringer Tourismus GmbH und Marcus Geßler, Gastronom, das innovative Projekt vor. Die Zusammenfassung gibt es hier: https://umdenken-im-tourismus.de/blog/

+++ Schleswig-Holstein: Dehoga-Landesverband rechnet mit Aus für jede dritte Gaststätte +++

(27.07.2020) Axel Strehl, Präsident des Dehoga Schleswig-Holstein, erklärte gegenüber der DPA, dass vielen Restaurants und Gasthöfen im nördlichsten Bundesland das Aus infolge der Coronapandemie drohe. Seiner Einschätzung nach sind 30 Prozent der Betriebe unmittelbar betroffen. Strehl fürhrte weiter aus, dass alls Betriebe an Hotsports an Nord- und Ostsee derzeit gut performen. Sämtliche Betriebe, die mit Geschäfts-Hotellerie, Tagungen und Seminaren zu tun hätten, würden hingegen am Boden liegen.

+++ Europa: STR meldet Auslastung von 22 Prozent im Juni  +++

(24.07.2020) Ähnlich wie in Deuschland stecken die Belegungszahlen in ganz Europa tief im Keller. So meldet STR für den Monat Juni eine Auslastung von 21,6 Prozent – das entspricht einem Minus von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Durchschnittsrate fällt um 34,8 Prozent auf 84 Euro. Der RevPAR wird von STR mit 18,11 Euro notiert. 82 Prozent unter dem Ergebnis von Juni 2019.

+++ Berlin: TV-Köchin Sarah Wiener meldet Insolvenz für ihre Restaurants an +++

(24.07.2020) Die deutsch-österreichische TV-Köchin muss nach 30 Jahren ihre Restaurants schließen und ihren Catering-Dienst einstellen. „Es ist schmerzhaft, dass Corona nun auch unsere Gastronomie erwischt hat“, so Sarah Wiener auf Facebook. „Hoffen wir, dass viele viele Hotel- und Gastronomiekolleg*innen in ganz Deutschland und Österreich, in ganz Europa und darüber hinaus, durchhalten können und Licht am Ende des Tunnels sehen. Wir konnten es nicht mehr.“

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