Kontaktloser Check-in Seehofer und Altmaier geben "Go!" für digitalen Meldeschein

Der digitale Meldeschein war schon vor Corona beschlossene Sache und bildet einen weiteren Baustein in der Digitalisierung von Hotelprozessen. (Bild: shutterstock/ilkercelik)

Der digitale Hotelmeldeschein ist bereits seit dem 1. Januar 2020 mit Inkrafttreten des novellierten Bundesmeldegesetz zulässig. Erst mit der heute vom Bundesinnenministerium erlassenen Rechtsverordnung herrscht aber Rechtssicherheit bezüglich des genauen Prozederes und der Schnittstellenanforderungen. Wie sehen diese aus?

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Mit dem Dritten Bürokratieentlastungsgesetz wurde zum 1. Januar 2020 die besondere Meldepflicht in Beherbergungsstätten (sog. Hotelmeldepflicht) für digitale Lösungen geöffnet. Optional wurde ein digitales Meldeverfahren eingeführt, bei dem die eigenhändige Unterschrift durch andere, sichere Verfahren ersetzt werden kann, so dass eine elektronische Erhebung und Speicherung der Daten möglich ist (Tophotel berichtete).

Sehr hart hatte der Hotelverband Deutschland mit Markus Luthe an der Spitze im vergangenen Jahr für die Umsetzung gekämpft. Mit viel Mühe konnte ein gangbarer Weg mit der Bundesregierung gefunden werden. “Diese von uns seit vielen Jahren geforderten Änderungen kommen gerade noch rechtzeitig, um den Hotels in Zeiten der Corona-Pandemie beim Wiederhochfahren der Betriebe auch einen kontaktlosen, digitalen Check-in der Gäste rechtssicher zu ermöglichen“, erläutert Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA).

Peter Altmaier: “Die nun gefundene Lösung hat Vorteile für alle Beteiligten: Der Check-in wird praktischer für die Gäste und günstiger für die Hotels.”

Damit kann der „digitale Hotelmeldeschein“ nun als vollwertige Option das bisherige papierhafte Meldewesen ergänzen. Der Hotelverband geht davon aus, dass durch den digitalen Check-in mittel- bis langfristig auf bis zu 150 Millionen Papiermeldescheine pro Jahr verzichtet werden kann und sieht ein entsprechendes Kostensenkungspotenzial von rund 100 Millionen Euro jährlich. Die Politik schließt sich der längst überfälligen Entwicklung an: “Mit dem digitalen Hotelmeldeschein kann sich jeder Hotelgast künftig für den modernen kontaktlosen Check-in entscheiden. Das spart Zeit, Kosten und Aufwand und ist daher ein weiterer Schritt in die richtige Richtung”, sagt Innenminister Horst Seehofer (CSU) und sein Kollege, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ergänzt: “Die nun gefundene Lösung hat Vorteile für alle Beteiligten: Der Check-in wird praktischer für die Gäste und günstiger für die Hotels. Derzeit besonders wichtig: Das digitale Meldeverfahren vermeidet unnötige Kontakte zwischen Personal und Reisenden und erleichtert somit die Wiederöffnung der Hotels.” Festzuhalten ist bei letzterem Punkt, dass ohne die Hartnäckigkeit des IHA ein solches Szenario noch in weiter Ferne stünde.

Bereitstellung der technischen Umsetzung

Auf die Abwicklung der Anmeldung in Papierform kann nun verzichtet werden, wenn eine Übernachtung kartengebunden elektronisch bezahlt oder reserviert wird. Alternativ können zur Identifikation auch die elektronischen Funktionen des Personalausweises, des elektronischen Aufenthaltstitels oder der eID-Karte genutzt werden. Die Meldescheine auf Papier stehen weiterhin als Option zur Verfügung.

Der Zahlungsvorgang erfolgt derzeit über einen zertifizierten und PSD2-konformen Zahlungsanbieter. Hotels, die den digitalen Meldeschein einsetzen, nutzen bis dato vorwiegend die Identifizierung über die sogenannte starke Kundenauthentifizierung (SCA). Die Variante einer eID auf dem Personalausweis ist aktuell noch wenig verbreitet.

„Wir freuen uns, dass bereits eine Reihe von Technologieanbietern der deutschen Hotellerie kompatible Umsetzungslösungen für den digitalen Hotelmeldeschein offerieren. ergänzt Luthe. Zudem verweist der Hauptgeschäftsführer darauf, dass IHA-Verbandsmitglieder beim Umstieg auf die Lösung des Preferred Partners Hotelbird von Vorzugskonditionen profitieren könenn.

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