Bilanz Hotelinvestmentmarkt startet verhalten ins neue Jahr

Ab der zweiten Jahreshälfte erwarten die Experten von Colliers mit einer leichten Belebung des Marktes. © ahavelaar - stock.adobe.com

Im ersten Quartal des Jahres wurden laut Colliers 225 Millionen Euro in Hotelimmobilien investiert. Damit sei es das schwächste Auftaktquartal seit 2014. Was sind die Gründe dafür?

Das Quartalsergebnis liegt knapp unter dem des zweiten Quartals 2020, als nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie seitens der Politik weitreichende Kontaktbeschränkungen verhängt wurden und der Immobilienmarkt kurzzeitig in Schockstarre verharrte. Der Anteil von Hoteltransaktionen am gesamten gewerblichen Invesititionsvolumen betrug im ersten Quartal 2023 vier Prozent und liegt damit ungefähr auf dem Niveau der letzten drei Jahre, teilte Colliers mit. Etwa 29 Prozent des in Q1 2023 investierten Kapitals flossen in Core-Objekte.

René Schappner, Head of Hotel bei Colliers: "Die ersten drei Monate des Jahres waren wie erwartet ruhig. Lediglich 17 Transaktionen wurden beurkundet. Viele Prozesse, die bereits im letzten Jahr initiiert wurden, sind immer noch nicht abgeschlossen oder teilweise auf Eis gelegt." Zudem würden die schwächelnde Konjunktur und die hohe Inflation die Dynamik auf dem Markt ausbremsen. "Wenig überraschend sind es vor allem eigenkapitalstarke Investoren, die Opportunitäten suchen. Aber auch Corporates, die ihren eigenen Bestand ausbauen wollen, sind nach wie vor sehr präsent. So kamen knapp 41 Prozent des investierten Kapitals im ersten Quartal von Corporats, beziehungsweise Eigennutzern", ergänzt Schappner.

Die Bruttospitzenrendite lässt sich nach Angaben von Colliers im ersten Quartal für Hotelimmobilien im Schnitt auf fünf Prozent taxieren. Das entspricht dem vierten Anstieg in Folge. Damit liege die Bruttospitzenrendite für Hotelimmobilien aktuell wieder auf dem Niveau von Ende 2016. "Angesichts anhaltend hoher Finanzierungskosten und gestiegener Renditeanforderungen seitens der Investoren stiegen die Hotelrenditen im ersten Quartal erneut an. Die Bruttospitzenrendite wird allerdings in der Regel nur für zertifizierte Neubauobjekte in guter Lage mit etablierten und solventen Betreibern erzielt. Gerade älterer Bestand oder Objekte in B-Lagen werden unter den aktuellen Rahmenbedingungen mit ein bis drei Faktoren geringer bepreist", erläutert René Schappner.

Investmentpipeline mittelfristig gut gefüllt

Die Experten von Colliers sind sich sicher, dass Investoren – trotz schwieriger Preisfindung – nach wie vor sehr interessiert an Hotelinvestitionen sind. Dazu René Schappner: "Derzeit sind mehrere Objekte am Markt, auch Portfolios, für die es Interessenten gibt. Wir sehen derzeit auch, dass sich Käufer und Verkäufer in den Preisverhandlungen zusehends annähern. Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass viele Verkäufer ihre Preisvorstellungen mittlerweile dem neuen Zinsniveau angepasst haben." Auf der MIPIM, eine Messe für Wohn-, Gewerbeimmobilien und Betriebsansiedlung in Cannes, hätten zudem viele Investoren eine im Jahresverlauf zunehmende Aktivität signalisiert. Schappner erwartet daher in der zweiten Jahreshälfte eine Belebung des Marktes, wenngleich das Gesamtjahresergebnis hinter dem der letzten Jahre zurückbleiben wird. Für 2024 erwartet der Experte, gemäß der aktuellen Rahmendaten, eine wieder anziehende Marktdynamik.