Trotz erster Öffnungstendenzen wachsen die existenziellen Sorgen im Gastgewerbe. Insbesondere größere Unternehmen in der Branche drohten laut dem Dehoga Bundesverband durchs Hilfsraster zu fallen. Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, fordert deshalb unter anderem wirksame Unterstützungsleistungen für alle betroffenen Unternehmen.
(Stand 10.05.2021, 14 Uhr) Laut Guido Zöllick, Präsident des Bundesverbandes Dehoga, würden die Hilfen für das Gastgewerben nicht ausreichen. Gerade größere Unternehmen und damit die größten Arbeitgeber drohten durch das Hilfsraster zu fallen. Das Problem sei die Deckelung der Hilfen, berichtet Zöllick. In einer Umfrage des Verbandes gaben 27,4 Prozent der Unternehmer an, dass die von den Fördergrenzen der Hilfsprogramme betroffen seien. Zudem würde die Überbrückungshilfe III nur durchschnittlich 48,1 Prozent der Verluste abdecken.
Verbesserung des Förderprogramms gefordert
"Die mittleren und größten Arbeitgeber dürfen jetzt nicht im Stich gelassen werden", sagt Zöllick und drängt auf Verbesserungen des Förderprogramms in Form der Schadensregulierung. "Es ist schnellstmöglich sicherzustellen, dass alle Arbeitgeber ausreichende Unterstützung für die Monate Januar bis Juni erhalten."
Von besonderer Relevanz sei zudem die Verlängerung der Überbrückungshilfe III bis zum Jahresende. "Denn von den aktuellen Öffnungsplänen der Länder sind relevante Geschäftsbereiche wie zum Beispiel die Tageshotellerie, die Eventcaterer und auch die Diskotheken und Clubs noch nicht erfasst beziehungsweise werden noch lange unter den Folgen der Corona-Krise leiden", so Zöllick weiter. Hier müsse dringend Planungssicherheit geschaffen werden.
Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge
Zöllick fordert außerdem, Arbeitgebern im Rahmen des Kurzarbeitergeldes auch weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer zu 100 Prozent zu erstatten. Der Dehoga-Präsident begrüßt den Vorstoß von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der sich bereits für eine Verlängerung für die am 30. Juni auslaufende Regelung ausgesprochen hat. "Für das von den staatlichen Corona-Maßnahmen besonders hart getroffene Gastgewebe ist die Fortführung der Regelung bis zum Jahresende überlebenswichtig."
Öffnungen positives Signal
Dass von immer mehr Bundesländern jetzt Öffnungen für das Gastgewerbe angekündigt werden, stimmt Zöllick positiv. "Wir sehen das vielzitierte Licht am Ende des Tunnels. Wir erwarten jetzt, dass in den nächsten Tagen bundesweit konkrete Öffnungsschritte definiert und beschlossen werden, wann unsere Betriebe unter welchen Voraussetzungen wieder Gäste empfangen dürfen." (Lesen Sie mehr zu den Öffnungen in mehreren Bundesländer.)
Unternehmer und Mitarbeiter wie Gäste bräuchten dringend verlässliche Öffnungsperspektiven mit sachgerechten und praxistauglichen Lösungen und Regelungen. Es müsse klar sein, dass Geimpfte, Genesene und Negativ-Getestete ihren Urlaub auch bei einer Überschreitung der 100er Inzidenz während des Aufenthalts fortsetzen dürften. Mit Blick auf die Öffnung der Betriebe sei es zudem von elementarer Bedeutung die Mitarbeiter im Gastgewerbe jetzt sofort in die Gruppe 3 der Impfpriorisierung aufzunehmen. (Lesen Sie hier mehr dazu.)