Auslandschef Ein Schwabe in Schottland

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Der Hoteldirektor von Fairmont St Andrews: Kai Winkler. © Accor

Ein Job im Ausland zählt für viele zu den großen Verlockungen einer Karriere in der Hotellerie. Fach- und Führungskräfte aus Deutschland genießen international hohes Ansehen und sind sehr gefragt. In unserer Serie berichten Hospitality-Profis von ­ihren Erfahrungen in der Ferne. Kai ­Winkler hat es nach Schottland gezogen.

Kai Winkler ist viel herumgekommen. Dabei hatte der Sohn einer Pforzheimer Hoteliersfamilie zu Beginn seiner Karriere keine großen Ambitionen, sein Heimatland zu verlassen. Während der Ausbildung zum Hotelkaufmann im Kempinski Hotel München Airport fühlte er sich in der Bayernmetropole äußerst wohl, noch heute bezeichnet er sie als seine Homebase.

Spätere Stationen waren unter anderem das Vier Jahreszeiten Kempinski München, das Steigenberger Graf Zeppelin in Stuttgart, das Hotel Sacher in Wien sowie weitere Missionen in Frankfurt und im Grandhotel Schloss Bensberg.

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Eingebettet in die schottische Küstenlandschaft und die besten Golfplätze des Landes: das Fairmont St Andrews. - © Accor/Fairmont St Andrews

Mit seiner ersten General-Manager-Position im Hotel Palace in Prag startete Winkler seine berufliche Weltreise, die ihn unter anderem nach Bodrum und Dalian führte, bevor er 2016 in das Fairmont Quasar Istanbul wechselte. „Ich war immer auf Luxushotels fixiert, möglichst mit historischem Charakter und Sterne-Gastronomie. Als Kind habe ich begeistert die Fernsehserie ‚Hotel‘ gesehen, die im Fairmont in San Francisco spielte“, erzählt er. An Fairmont habe ihn auch die Zugehörigkeit zu Accor mit den vielfältigen internationalen Karrieremöglichkeiten gereizt. Und so ist er heute General Manager des Fairmont St Andrews in Schottland.

Bei einem Jobwechsel ist Kai Winkler inzwischen die Abwechslung wichtig. „Nach drei Jahren Bodrum und drei Jahren Istanbul wollte ich trotz einer tollen Zeit dem Türkei-Stempel entgehen“, unterstreicht er. So ging es mit Fairmont weiter nach Dubai, dann nach Prag und zuletzt in das Pre-Opening-Büro des Hotel-Projekts in Moskau, das – der aktuellen politischen Situation geschuldet – 2022 aufgegeben wurde.

"Ich war immer auf Luxushotels fixiert, möglichst mit historischem Charakter."

Kai Winkler

An seiner neuen Aufgabe in Schottland reizt den 46-Jährigen vor allem das große Entwicklungspotenzial des Standorts: „Ich arbeite gern projektgetrieben. In den vergangenen Jahren konnte ich mit Eröffnungen und Repositionierungen gestalterisch, strategisch und konzeptionell tätig sein, im Vergleich zur Standard-Operation kann man so mehr bewegen“, sagt er.

Dafür bietet das auf einem 210 Hektar großen Gelände gelegene St Andrews an der schottischen Küste reichlich Gelegenheit, denn nach einem Eigentümerwechsel soll nun kräftig investiert werden. Den Anfang bilden zwei historische Manor Homes, die bisher Ferienwohnungen beherbergten und im Mai als luxuriöse Unterkünfte mit maßgeschneidertem Service auf den Markt kommen.

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    © Accor/Fairmont St Andrews
    Die Rezeption im Hotel Fairmont St Andrews.
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    © Accor/Fairmont St Andrews
    Die "Executive Suite" mit Blick auf die schottische Küste.
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    © Accor/Fairmont St Andrews
    Die Hotellobby mit Kamin.

„Seit der Austragung der 130. British Open 2022 in Saint Andrew erlebt die Destination als ‚The Home of Golf‘ einen noch stärkeren Boom“, freut sich Winkler. „Unser Torrance Golf Course veranstaltete im Juli ein eigenes PGA-Golfturnier. Den Old Course werden wir aufgrund seiner Historie nicht toppen können, wollen aber der zweitbegehrte Platz in der Region werden.“ Die schottische Mentalität, sie liegt dem gebürtigen Schwaben. Und die Landschaft auch: außer dem Snowboarden kann er hier seinen Hobbies Laufen, Golf und Tennis frönen. Für den Moment ist Kai Winkler angekommen. Was auch immer die Zukunft für ihn bereithält.