Destatis gibt Zahlen bekanntFast 50 Prozent weniger Übernachtungen

117,5 Millionen Übernachtungen verbuchten die Betriebe im ersten Halbjahr 2020. Das ist ein Rückgang von 47,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Bild: Lusign auf Pixabay)

Im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Übernachtungen in Hotels auf einem niedrigen Niveau. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis) vor. Vor allem ausländische Gäste bleiben aus.

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Auch nach den Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen für die Hotellerie, Ferienunterkünfte und Campingplätze erholt sich die Zahl der Gästeübernachtungen nur langsam. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, gab es im Juni 2020 mit 29,5 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste ein Minus von 41,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Mai 2020 gab es aufgrund zeitweiliger Schließungen sogar 74,9 Prozent weniger Gästeübernachtungen als ein Jahr zuvor.

Bei den Gästen aus dem Ausland registrierten die heimischen Beherbergungsbetrieben im Juni 1,7 Millionen Übernachtungen. Dies entspricht einem Rückgang von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mit 27,8 Millionen Übernachtungen stellt sich die Entwicklung bei den inländischen Gästen besser dar, auch hier liegen die Zahlen aber noch um 34,4 Prozent niedriger als im Juni 2019.

Im ersten Halbjahr 2020 verbuchten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 117,5 Millionen Übernachtungen. Das ist ein Rückgang von 47,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nur 101,8 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste wurden in diesem Zeitraum verzeichnet (minus 44,2 Prozent). Noch deutlicher ist der Einbruch bei den ausländischen Gästen mit 15,7 Millionen Übernachtungen und einem Minus von 60,5 Prozent.

DTV fordert erneute Hilfen für den Tourismus

Dazu sagt Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV): “Auch wenn die Juni-Zahlen besser als die vom Mai sind und auf eine langsame Erholung hoffen lassen – von einem Boom im Deutschlandtourismus in diesem Jahr kann wirklich keine Rede sein. Die Verluste aus dem Lockdown sind für die Gastgeber in allen Regionen groß und in diesem Jahr nicht mehr wettzumachen.“ Der DTV fordert deshalb nochmals unter anderem Rettungshilfen mit klar touristischem Fokus: “Der Deutschlandtourismus hat noch einen langen und schweren Weg vor sich. Bund und Länder müssen alles tun, damit ihn so viele Gastgeber wie möglich schaffen. Schon jetzt müssen weitere gezielte Hilfsprogramme für den Herbst angestoßen werden”, so Norbert Kunz. Um die Arbeitgeber im Deutschlandtourismus zu stärken und den Deutschlandtourismus in der Vielfalt seiner Angebote zu erhalten, muss aus Sicht des DTV außerdem das Kurzarbeitergeld über den jetzt geltenden Zeitraum von zwölf Monaten hinaus verlängert werden (sh. Beitrag zur Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes). Außerdem befürwortet der DTV eine Verlängerung der Insolvenzantragspflicht (sh. Beitrag im Newsticker) über den 30. September 2020 hinaus.

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