Kurzarbeit Zahlen im Gastgewerbe sinken – Verlängerung der Bezugsdauer gefordert

Im Gastgewerbe sinkt die Zahl der Kurzarbeiter. Dennoch halten Arbeitgeber und Branchenvertreter die Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes für sinnvoll. (Bild: Pixabay/Ongchinonn)

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im Juli auf 5,6 Millionen Menschen gesunken. Im Juni waren es 6,7 Millionen, im Mai 7,3 Millionen. Das haben Berechnungen und Schätzungen des ifo Instituts auf Basis einer Konjunkturumfrage ergeben. Auch die Zahlen im Gastgewerbe sinken. Arbeitgeber, Politiker und Dehoga fordern dennoch eine Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes. 

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Wesentlich stärker als in anderen Zweigen wie etwa der Elektrobranche ging die Kurzarbeit bei den Dienstleistern zurück. Im Gastgewerbe sank die Zahl der Kurzarbeiter weiter von 672.000 auf 465.000 Menschen, was noch 42 Prozent sind. Im Juni waren es 61 Prozent und im Mai 72 Prozent.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Reiner Hoffmann fordert nun, die aktuellen Regelungen zum Kurzarbeitergeld angesichts der andauernden Corona-Pandemie bis März 2022 zu verlängern. “Jeder Kurzarbeiter ist ein Arbeitsloser weniger. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen auch lang genug Kurzarbeitergeld beantragen können”, so Hoffmann. “Wenn wir Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt verhindern wollen, müssen wir die aktuelle Regelung bis zum März 2022 aufrechterhalten und das Kurzarbeitergeld weiter aufstocken”, so Hoffmann gegenüber der “Bild am Sonntag”. Und weiter: “Wir haben in den vergangenen Monaten ein sehr kluges Krisenmanagement erlebt – sowohl von der Regierung, als auch von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Ich bin mir sicher, dass die Wirtschaft 2021 wieder Fahrt aufnehmen wird.”

Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes, begrüßt den Vorstoß: „Die Verlängerung ist dringend notwendig, weil die Krise das Gastgewerbe noch bis weit ins nächste Jahr fordern wird.“ Und auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert, die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld zu verlängern. „Ich bin der Auffassung, dass man das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate erweitern sollte“, sagte Weil im TV.

Grundsätzlich gilt derzeit eine zeitliche Befristung für Kurzarbeitergeld auf maximal zwölf Monate.

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