Umfrage ÖHV-Winterausblick: Kosten wachsen schneller als Umsätze

EIne Umfrage zeigt: Österreichs Hotels blicken verhalten auf den Winter.
EIne Umfrage zeigt: Österreichs Hotels blicken verhalten auf den Winter. © fottoo - stock.adobe.com

Stabile Übernachtungszahlen, aber schrumpfende Erträge: Österreichs Hoteliers rechnen für die Saison mit einem um 1,3 Prozent geringeren Betriebsergebnis. ÖHV-Präsident Veit fordert Entlastungen.

Knapp zwei Drittel der österreichischen Hotels rechnen damit, die Wintersaison mit einem positiven Ergebnis abzuschließen. Laut der aktuellen ÖHV-Inside-Winterumfrage der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) trifft das auf 62 Prozent der Befragten zu. Die Erwartungen fallen insgesamt jedoch verhalten aus. Die Übernachtungen dürften auf Vorjahresniveau bleiben. Beim Umsatz erwarten die Betriebe ein nominelles Plus von 1,2 Prozent und damit deutlich weniger als die erwartete Inflationsrate. Beim Betriebsergebnis rechnen sie mit einem Rückgang um 1,3 Prozent.

Die gestiegenen Kosten geben die meisten Häuser nur eingeschränkt an ihre Gäste weiter. 68 Prozent der Befragten tun dies teilweise, 22 Prozent gar nicht. Nur jeder zehnte Betrieb gibt die Kostensteigerungen vollständig weiter. Das spiegelt sich in der aktuellen WIFO-Konjunkturprognose wider: Die reale Wertschöpfung in Beherbergung und Gastronomie soll 2026 um lediglich 0,6 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent steigen. „Die Kosten steigen stärker als der Umsatz. Dann fehlt Geld für Investitionen“, warnt ÖHV-Präsident Walter Veit.

Gäste sparen bei Extras

Auch beim Verhalten der Gäste erwarten die Betriebe Veränderungen. 62 Prozent rechnen mit geringeren Nebenausgaben, 60 Prozent mit kürzeren Aufenthalten und 65 Prozent mit kurzfristigeren Buchungen. Das WIFO geht für 2026 von einem Rückgang der real verfügbaren Haushaltseinkommen um voraussichtlich ein Prozent aus. Gestiegene Kosten über höhere Preise auszugleichen, wird laut ÖHV damit schwieriger.

Am häufigsten nennen die Hotels die Beschäftigungskosten als Belastungsfaktor, nämlich 88 Prozent. Gleichzeitig suchen 69 Prozent Mitarbeitende oder rechnen mit zusätzlichem Personalbedarf. „Wir brauchen Mitarbeitende, müssen uns die aber leisten können. Da kann die Politik ansetzen, die Lohnnebenkosten senken“, fordert Veit.

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Investitionen auf dem Prüfstand

Die Folgen zeigen sich auch bei den Investitionsausgaben. 40 Prozent der befragten Betriebe fahren ihre Investitionen zurück, 42 Prozent berichten von einem erschwerten Zugang zu Krediten. Zudem drohen höhere Zinsen: Für 2027 erwartet das WIFO einen Dreimonatszinssatz von 3,3 Prozent nach 2,5 Prozent im laufenden Jahr. Neue und variabel verzinste Finanzierungen würden dadurch teurer. Die Zurückhaltung trifft nach Ansicht der ÖHV auch andere Branchen. „Wenn ein Hotel eine Renovierung verschiebt, kostet das auch den Tischler und Installateur im Ort einen Auftrag“, gibt Veit zu bedenken.

Für 2026 rechnet das WIFO zugleich mit einem nominellen Anstieg der Reiseverkehrsexporte um 7,3 Prozent auf 24,26 Milliarden Euro. Um diese Einnahmen langfristig zu sichern, seien Investitionen in die Qualität des touristischen Angebots nötig, argumentiert die ÖHV. Sie fordert deshalb einen leichteren Zugang zu Investitionsfinanzierungen.

Als weiteren Belastungsfaktor nennen 56 Prozent der Hotels die Bürokratie. Die österreichische Bundesregierung habe sich vorgenommen, unnötige Vorschriften abzubauen. Die ÖHV hat dazu einen Katalog mit konkreten Lösungsvorschlägen eingebracht. Erste Maßnahmen seien bereits auf den Weg gebracht worden. Der Verband verlangt nun eine schnellere Umsetzung, damit die Entlastung in den Betrieben ankommt. red/sar