Analyse Hotelmarkt: Economy-Marken treiben Wachstum voran

Die Hotelkette B&B Hotels betreibt mehr als 240 Häuser in Deutschland.
Die Hotelkette B&B Hotels betreibt mehr als 240 Häuser in Deutschland. © B&B Hotels

Ein Ranking der PKF Hospitality Group zeigt: B&B Hotels bleibt mit 240 Häusern größte Marke in Deutschland, Garner wächst binnen eines Jahres am schnellsten.

Im deutschen Markenhotelmarkt gibt zunehmend das Economy-Segment den Takt vor. Zu diesem Ergebnis kommt die PKF Hospitality Group in der aktuellen Ausgabe ihres jährlichen Rankings. Die Analyse mit Stichtag 31. März berücksichtigt alle Hotelmarken mit mindestens zehn Häusern in Deutschland und vergleicht sie nach der Zahl ihrer Hotels und Zimmer.

Premier Inn rückt auf Rang vier

An der Spitze steht weiterhin B&B Hotels. Die Budget-Marke betreibt zum Stichtag des Rankings 240 Häuser in Deutschland und damit 15 mehr als im Vorjahr. Dahinter folgen Best Western mit 123 und Mercure mit 87 Hotels. Premier Inn verbessert sich mit 68 Häusern auf den vierten Platz, vor Motel One mit 65 und Ibis mit 64 Hotels.

Den größten Zuwachs innerhalb eines Jahres verbucht Garner. Die IHG-Marke wuchs von 18 auf 41 Häuser, ein Plus von 23 Hotels. Es folgen B&B Hotels mit 15, Elaya/Arthotel Ana mit zwölf und Dormero mit neun zusätzlichen Häusern. Den stärksten Rückgang verzeichnet Best Western mit neun Hotels weniger. Auch Intercityhotel, NH Hotels, Ibis und Mercure haben ihre Portfolios verkleinert.

„Der deutsche Hotelmarkenmarkt wächst nicht gleichmäßig, sondern verändert zugleich seine Struktur. Besonders deutlich sehen wir das im Economy-Segment“, ordnet Ulrike Schüler, Managing Director und Head of Germany bei der PKF Hospitality Group, die Ergebnisse ein. Marken expandierten, bestehende Häuser würden neu positioniert und Portfolios neu geordnet. „Das zeigt, wie intensiv der Wettbewerb um skalierbare und klar positionierte Konzepte inzwischen ist.“

Midscale größtes, Economy dynamischstes Segment

Das Midscale-Segment stellt mit rund 37 Prozent der erfassten Hotels weiterhin den größten Anteil des deutschen Markenhotelmarktes. Am stärksten wuchs jedoch der Economy-Bereich, der gegenüber dem Vorjahr 44 Hotels hinzugewann. Wesentlich dazu beigetragen haben Garner mit 23 zusätzlichen Häusern, Coffee Fellows Hotels mit acht, Premier Inn mit sieben und Motel One mit vier. Das Budget-Segment legte per saldo um neun Hotels zu.

Bei den Zimmerkapazitäten ergibt sich ein ähnliches Bild. Auch hier führt B&B Hotels mit 24.731 Zimmern, gefolgt von Motel One mit 18.239 Zimmern. Auf den weiteren Plätzen liegen Best Western mit 12.761, Mercure mit 12.572 und Premier Inn mit 12.423 Zimmern. Das Economy-Segment wuchs um 4.388 Zimmer und kommt inzwischen auf einen Anteil von 32,6 Prozent. Trotz rückläufiger Zimmerzahlen bleibt Midscale mit 34,5 Prozent das größte Segment.

Fünfjahresvergleich zeigt Verschiebungen

Der Fünfjahresvergleich macht die Verschiebungen im Markt besonders deutlich. Unter den heutigen Top-10-Marken erhöhte Premier Inn die Zahl seiner Häuser seit 2022 von 36 auf 68, ein Plus von 89 Prozent. Dormero wuchs im selben Zeitraum von 28 auf 46 Hotels und damit um 64 Prozent, B&B Hotels von 151 auf 240 Häuser, was einem Zuwachs von 59 Prozent entspricht. Rückläufig entwickelten sich unter anderem Ibis mit minus 24 Prozent, Best Western mit minus 20 Prozent und Mercure mit minus elf Prozent.

Bei der Zimmerzahl fallen die Veränderungen noch größer aus. Premier Inn hat seine Kapazität zwischen 2022 und 2026 von 6.155 auf 12.423 Zimmer mehr als verdoppelt. B&B Hotels legte um 55 Prozent auf 24.731 Zimmer zu, Holiday Inn – The Niu um 44 Prozent auf 8.869 Zimmer.

„Der Fünfjahresvergleich macht deutlich, dass wir es nicht nur mit kurzfristigen Verschiebungen zu tun haben“, betont Schüler. Einige Marken hätten ihre Präsenz in Deutschland in wenigen Jahren erheblich ausgebaut, während andere etablierte Marken Häuser und Kapazitäten verlören. „Der Markt wird damit nicht einfach größer, seine Gewichte verschieben sich.“ Seit dem Stichtag der Erhebung habe sich durch Insolvenzen und Markenwechsel bereits erneut viel getan. Wie sich das im nächsten Ranking niederschlägt, bleibe abzuwarten, resümiert Schüler. red/sar

Über die PKF Hospitality Group

Die PKF Hospitality Group ist auf Hotel- und Tourismusberatung spezialisiert und beschäftigt rund 100 Berater in 20 Büros weltweit. Seit fast 100 Jahren berät das Unternehmen zu Investitionen in Hotels, Serviced Living, Tourismus und Freizeit. Das Angebot reicht von Machbarkeitsstudien, Bewertungen und Betreibersuche über Projektentwicklung, Finanzierungs- und Investitionsberatung bis zu Asset Management, Research und Benchmarking sowie strategischer Beratung.