Sachsen Mehrwertsteuersenkung hat laut Dehoga Insolvenzen verhindert

Der niedrigere Mehrwertsteuersatz hätte auch für stabilere Preise gesorgt.
Der niedrigere Mehrwertsteuersatz hätte auch für stabilere Preise gesorgt. © Andriy Bezuglov - stock.adobe.com

Ohne den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent hätten laut Geschäftsführer Axel Klein viele Gastrobetriebe Insolvenz anmelden müssen. Doch die Senkung reiche kaum, um die Branche zu entlasten.

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie zu Jahresbeginn von 19 auf sieben Prozent hat nach Worten von Dehoga-Geschäftsführer Axel Klein eine Insolvenzwelle verhindert. „Ohne Senkung wäre es eine Katastrophe geworden“, sagte der Chef des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem auf dem Land hätten sonst viele Betriebe schließen müssen. 

Außerdem hat der niedrigere Mehrwertsteuersatz Klein zufolge dazu geführt, dass die Preise trotz steigender Kosten für Lebensmittel und Personal zu mehr als 90 Prozent stabil geblieben sind. Der Mindestlohn ist zu Beginn des Jahres von 12,82 Euro auf 13,90 Euro gestiegen; bis 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Der ermäßigte Steuersatz federe höhere Kosten ab und schaffe für Unternehmen Anreize zum Investieren, sagte Klein. 

Der Bundestag hatte mit dem Steueränderungsgesetz 2025 die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent beschlossen. Für Getränke bleibt es beim regulären Satz von 19 Prozent. 

Roboter-Restaurants entlasten Branche kaum 

Neue Entwicklungen wie zum Beispiel die Eröffnung eines Roboter-Restaurants am Leipziger Hauptbahnhof begrüßt der Dehoga-Geschäftsführer. Gleichwohl reiche das nicht, um personelle Engpässe zu schließen und die Branche dauerhaft zu entlasten. Vielmehr müsse man weg von der „starren Arbeitszeitregelung“, sagte Klein. Es müsse für Beschäftigte möglich sein, nach Absprache mit dem Chef an einzelnen Tagen auch mal elf Stunden zu arbeiten, sofern die 40-Stunden-Woche eingehalten werde. red/sar