Strategie Limehome peilt 25.000 Einheiten bis 2030 an

Limehome betreibt europaweiter derzeit mehr als 13.000 Einheiten.
Limehome betreibt europaweiter derzeit mehr als 13.000 Einheiten. © Limehome GmbH

Vom historischen Kontorhaus in Bremen bis zum Sylter Neubau: Der Serviced-Apartment-Betreiber treibt seine Expansion mit neuen Projekten voran.

Limehome, technologiebasierter Betreiber von Designunterkünften in Europa, treibt seine Expansion trotz eines weiterhin anspruchsvollen Immobilienmarktumfelds voran. Das Unternehmen will bis 2030 insgesamt 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

Vier aktuelle Projekte verdeutlichen, wie das Wachstum konkret aussieht: In Berlin-Mitte entsteht gemeinsam mit dem Projektentwickler Trockland ein Serviced-Apartment-Angebot im Mixed-Use-Quartier Sixty2, wo ein ehemaliges Bürogebäude in der Klosterstraße umgenutzt wird. Im historischen Kontorhaus des Bremer Balgequartiers öffnet Limehome 82 Einheiten.

In Lugano werden 80 Einheiten in einem ehemaligen Bürogebäude aus Privatbesitz realisiert – das Projekt verbindet Hotellerie mit Büroflächen und öffentlichen Einrichtungen, die Immobiliengesellschaft Mondo setzt es um, beratend begleitet von der DIH Solutions GmbH. Auf Sylt entsteht ein Neubau mit 78 Einheiten.

Konversion statt Neubau als wachsendes Modell

Die Standorte folgen keinem einheitlichen Immobilientyp: Bestandskonversionen, Mixed-Use-Projekte und ein Neubau stehen nebeneinander. Laut Unternehmen ist genau diese Flexibilität Teil der Strategie. „Berlin, Bremen, Lugano und Sylt könnten auf dem Papier nicht unterschiedlicher sein. Sie funktionieren, weil unser Modell flexibel genug ist, diverse Konstellationen abzubilden und weil wir bei der Auswahl sehr genau hinschauen“, erläutert Mitgründer und Co-CEO Josef Vollmayr. Besonders in dicht bebauten Lagen gewinne die Umnutzung bestehender Bausubstanz an Bedeutung – als Alternative zum klassischen Neubau, wenn geeignete Flächen fehlen.

Institutionelle Partner rücken stärker in den Fokus

Parallel wächst die Zusammenarbeit mit institutionellen Immobilieneigentümern. In der ersten Jahreshälfte 2026 schloss Limehome seinen ersten Mietvertrag mit Aroundtown ab: Im Frankfurter Projekt „HAT64 Skyline Atlas“ wandelt das Immobilienunternehmen ehemalige Büroflächen in 86 Serviced Apartments um. Im Brüsseler Europaviertel entstehen gemeinsam mit Baltisse Real Estate 114 Einheiten durch die Umwandlung eines bestehenden Hotels. In Mailand wählte Colliers Global Investors Italy SGR Limehome als alleinigen Mieter für 30 Einheiten eines Neubauprojekts.

Das Unternehmen sieht seinen Ansatz – zentralisiertes Management, digitalisierte Prozesse – als Argument gegenüber Eigentümern: „Unser digitalisiertes, zentrales Modell macht uns nicht nur profitabler mit jedem neuen Standort – es macht auch die Immobilien unserer Partner wertvoller. Weil wir Systeme und Strukturen bereits für 25.000 Einheiten gebaut haben, statt für jeden neuen Standort zusätzliches Personal aufzubauen, zahlen unsere Investitionen in Technologie und Prozesse doppelt ein: auf unser Wachstum und auf den operativen Wert der Immobilie selbst“, so Vollmayr.

Das Wachstumsziel von 25.000 Einheiten bis 2030 knüpft Limehome an wirtschaftliche Tragfähigkeit. Entscheidend seien Standort, Nachfrage, regulatorische Rahmenbedingungen und ein belastbares Betreiberkonzept – nicht die bloße Anzahl akquirierter Standorte. „Der Markt wird wieder agiler, aber das bedeutet nicht, dass plötzlich jedes Immobilienprojekt realisierbar ist. Genau deshalb ist Selektion für uns wichtiger denn je“, betonte Vollmayr. red/sar