Die Hotelgruppe hat im Geschäftsjahr 2026 solide zugelegt. Nun stehen Neueröffnungen in Barcelona, Edinburgh und Tel Aviv an – und eine breite Digitalisierungsoffensive.
Meininger Hotels hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (April 2025 bis März 2026) einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Hotelgruppe, die auf ein Hybridkonzept aus klassischem Hotelkomfort und Hostel-Elementen setzt, verzeichnete demnach rund 4,6 Millionen Übernachtungen – ein Plus von knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Zimmerauslastung lag bei rund 80 Prozent.
CEO Ajit Menon spricht von einem „soliden Wachstum“ bei Umsatz und Gewinn. Das Unternehmen habe sich in einem Umfeld behauptet, das von höheren Lebenshaltungskosten und einer geringeren Nachfrage durch Großveranstaltungen geprägt gewesen sei. „Diese starke Entwicklung unterstreicht die strukturelle Stärke unseres Geschäftsmodells sowie das Engagement unseres Teams“, so Menon. Ein wesentlicher Wachstumstreiber sei das Gruppengeschäft gewesen, das 20 bis 25 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Dieses Segment sei im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr rechne man mit einer ähnlichen Steigerungsrate.
Ambitionierte Wachstumspläne bis 2030
Für das Geschäftsjahr 2027 gibt sich Meininger optimistisch. Die Hotelgruppe rechnet mit einer höheren Eventdichte – darunter internationale Messen, Sportveranstaltungen und Konzerttourneen – und zusätzlichen Nachfrageimpulsen. Insgesamt peilt das Unternehmen rund fünf Millionen Übernachtungen an.
Neueröffnungen und Markteintritte soll weiteres Umsatzwachstum generieren. Derzeit betreibt die Hotelgruppe 37 Hotels mit rund 6.000 Zimmern und etwa 21.200 Betten in 27 europäischen Städten. Bis 2030 soll das Portfolio auf 50 Standorte wachsen, wobei der Fokus auf Süd- und Osteuropa liegen soll. Das jüngste Haus in Barcelona wurde am 25. Juni eröffnet. Weitere Projekte seien für Edinburgh und Tel Aviv noch in diesem Jahr geplant, gefolgt von Straßburg im Jahr 2027 sowie Madrid, Dublin und Porto im Jahr 2028.
Ausbau und Optimierung digitaler Prozesse
Meininger investierte zudem in digitale Services: Ein Chatbot namens „Mila“ bearbeite bereits einen Großteil wiederkehrender Gästeanfragen, ein Online-Check-in entlaste die Rezeptionsteams. Intern löste ein neues cloudbasiertes HR-Tool schrittweise mehrere bestehende Systeme ab – die zweite Einführungsphase soll im laufenden Geschäftsjahr live gehen. Ab 2027 will die Hotelgruppe zudem einen Mobile Key einführen, der Gästen den Zimmerzugang per Smartphone ermöglichen soll. Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 soll die Technologie in allen Häusern verfügbar sein. Weitere geplante Verbesserungen betreffen B2B-Integrationen, Zahlungsprozesse sowie Self-Service-Funktionen für Gruppen- und Firmenkunden.
Investitionen in Renovierung und Modernisierung
Neben den Neueröffnungen investierte Meininger Hotels auch in sein Bestandsportfolio. Renovierungen seien unter anderem in Frankfurt, Salzburg, Amsterdam und Kopenhagen umgesetzt worden. „Unsere neuen Häuser setzen zunehmend den Standard für das gesamte Portfolio. Diese Erkenntnisse übertragen wir gezielt auf bestehende Standorte und entwickeln sie kontinuierlich weiter“, sagt Thomas Hagemann, COO von Meininger Hotels. Ein besonders umfangreiches Projekt sei die Neugestaltung des Meininger Hotel Berlin Mitte Humboldthaus gewesen, bei der Zimmer aufgewertet, der Eingangsbereich modernisiert und eine hauseigene Bar eingerichtet wurden. Für 2027 seien weitere Renovierungen in München, Wien, Marseille und Paris geplant.
Mitarbeitende sind Basis für Wachstum
Das Wachstum stützt sich laut Meininger auf eine gezielte Personalstrategie. Die Weiterbeschäftigungsquote sei im Geschäftsjahr 2026 um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Zahl der eingehenden Bewerbungen um 20 Prozent. Insgesamt beschäftige das Unternehmen Teammitglieder aus rund 90 Nationen.
Im Bereich Nachhaltigkeit setzt Meininger nach eigenen Angaben auf die regelmäßige Erstellung von Treibhausgasbilanzen, um Fortschritte bei der CO₂-Reduktion messbar zu machen und wesentliche Emissionsquellen besser zu verstehen. Für 2027 plant das Unternehmen den Ausbau interner Schulungen zum Thema Umweltwissen sowie eine Klimarisikoanalyse für ausgewählte Hotels, um klimabezogene Risiken frühzeitig zu identifizieren. Weitere Schwerpunkte liegen laut Unternehmen in den Bereichen soziale Verantwortung, Diversität und Barrierefreiheit. red/sar