Hessen Höhere Kosten fressen Gewinne im Gastgewerbe

Kellnerin beim Getränke servieren im Restaurant
Am Ende des Sommers sind Gastronomen und Hoteliers in Hessen halbwegs zufrieden, aber nicht glücklich. © s-motive - stock.adobe.com

Der Sommer geht zur Neige, aber der warme Herbst lockt die Menschen weiter ins Freie. Gastronomen und Hoteliers in Hessen blicken trotzdem nicht entspannt auf den Herbst.

Die Nachfrage ist da, aber die Gewinne steigen kaum - am Ende des Sommers sind Gastronomen und Hoteliers in Hessen halbwegs zufrieden, aber nicht glücklich. Vor allem der Personalmangel und die hohen Lebensmittel- und Energiepreise belasten die hessischen Mitglieder des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), wie deren Präsident Robert Mangold der dpa sagte.

"Hotellerie und Gastronomie haben sich teil sehr unterschiedlich entwickelt", sagte Mangold. Hotels hätten mehr Gäste gehabt als im vergangenen Jahr. "Die Menschen machen wieder Urlaub, auch im eigenen Land." Allerdings hatten die Betreiber mit Personalengpässen zu kämpfen und mussten höhere Preise zahlen für Lebensmittel und Energie. "Unterm Strich war es defizitär: Die höheren Kosten haben den höheren Umsatz mehr als aufgefressen."

In der Gastronomie habe es wegen des guten Wetters vor allem im Takeaway-Segment deutliche Zuwächse gegeben. In den Städten profitierten davon vor allem Lokale mit Terrasse. Dennoch hatten Einzelne zu kämpfen, berichtete Mangold. Die Umsatzzahlen seien gut, aber die Kosten seien eben auch gestiegen. Im Gegensatz zu Hotels, die die Preise teils kräftig erhöht hätten, habe man im Gastrobereich weniger Spielraum.

Sorge vor Mehrwertsteuererhöhung

"Daher blicken wir trotz des guten Wetters auch nicht gelassen auf den Herbst", sagte Mangold. Besonders große Sorgen machen dem Dehoga Überlegungen der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Zusammen mit der Erhöhung des Mindestlohns müssten die Preise für Speisen nach Dehoga-Berechnungen um 15 Prozent steigen. "Das hätte zur Folge, dass 15 bis 20 Prozent der Lokale schließen müssen", so Mangold.

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Gäste aus dem Ausland kommen zurück

Hessens größte Stadt Frankfurt zählte im ersten Halbjahr 2,7 Millionen Übernachtungsgäste - etwa die Hälfte mehr als zum gleichen Zeitraum 2022. Die Übernachtungen lagen damit nur noch knapp unter dem Vor-Corona-Niveau, wie die Tourismus+Congress GmbH berichtete. "Besonders positiv war die Entwicklung bei den Gästen aus dem Ausland", berichtete Sprecherin Sabine Gnau. "Vor allem der asiatische Markt erholt sich sehr schnell." Die Übernachtungen aus China nahmen im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zu 2022 um über 350 Prozent zu, blieben aber immer noch "weit unter dem Vorkrisenniveau". dpa