Die Einführung einer verkürzten Arbeitswoche ist ein viel diskutiertes Thema und findet großen Anklang bei Jobsuchenden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
Eine 4-Tage-Woche wird zum Wechselgrund für viele Fachkräfte. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen "Jobwechsel-Kompass", den die Königsteiner Gruppe quartalsweise mit der Online-Jobbörse Stellenanzeigen.de erhebt. Für die aktuelle Ausgabe befragte das Marktforschungsunternehmen Bilendi bundesweit 1.075 Beschäftigte.
Demzufolge suchen 42 Prozent der Befragten, die offen für einen Wechsel sind, gezielt nach Arbeitgebern, die eine Vier-Tage-Woche anbieten. 81 Prozent der Wechselwilligen würden generell gerne in diesem derzeit viel diskutierten Arbeitszeitmodell arbeiten.
Mehr als die Hälfte glauben, dass sich die 4-Tage-Woche durchsetzt
Seit Anfang des Jahres wird eine 4-Tage-Woche intensiv diskutiert – zu Recht, wie die Zahlen des Jobwechselkompass zeigen. Denn mehr als drei Viertel der wechselwilligen Kandidaten (77 %) finden Arbeitgeber, die in ihren Stellenanzeigen auf eine verkürzte Arbeitswoche verweisen, attraktiver als andere Unternehmen.
Zudem zeigt die Analyse: Nur 38 Prozent der potenziellen Jobwechsler würden bei einer Arbeitszeitverkürzung auf Gehalt verzichten. Aktuell arbeiten 15 Prozent aller Befragten tatsächlich in einer 4-Tage-Woche. Insgesamt gehen 60 Prozent davon aus, dass diese irgendwann die heutige 5-Tage-Woche ersetzen wird.
"Unsere Zahlen zeigen die Bedeutung des Themas. Aus der individuellen Perspektive der Beschäftigten betrachtet ist ´weniger Arbeit bei mehr Geld´ auch absolut nachvollziehbar. Derartige Ansprüche an die Arbeitswelt durch wechselwillige Arbeitnehmer sind allerdings nur deshalb möglich, weil wir mehr freie Stellen als Kandidaten haben", so Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe, zu den Ergebnissen der Umfrage. Das Problem könne sich durch das Arbeitszeitmodell jedoch noch einmal verschärfen, da so noch mehr Mitarbeitenden für die gleiche Menge Arbeit benötigt werden. Eine mögliche Folge seien steigende unternehmerische Kosten.
Beispiele aus der Hotellerie
Der Trend zur 4-Tage-Woche ist auch im Gastgewerbe angekommen. So führten die 25hours vergangenes Jahr in allen elf Häusern in den deutschsprachigen Märkten sowie im Hamburger Büro der Management-Gesellschaft eine verkürzte Arbeitswoche ein. Die Mitarbeitenden haben die Wahl zwischen dem 4-Tage- oder dem 5-Tage-Modell. Schicht-Arbeitende im Service, am Empfang oder in der Küche, die sich für das neue Arbeitszeitmodell entscheiden, arbeiten an vier Tagen pro Woche jeweils neun Stunden. Drei freie Tage seien garantiert. Die Differenz zur vertraglich geschuldeten Wochen-Arbeitszeit wird als Überstundenausgleich vorgehalten.
Auch die Ruby Hotels führten 2022 mit einer 35-Stunden-Woche eine verkürztes Arbeitsmodell. So sollen die Mitarbeitenden gewonnen und gehalten werden. Wir möchten unseren Mitarbeitern mehr Flexibilität und Freizeit bieten, bei gleichem Lohn“, so Uta Scheurer, Vice President Human Resources bei Ruby. sar