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StartAufmacherWyndham-Expansion::EMEA President Dimitris Manikis erläutert seine Strategie

Wyndham-ExpansionEMEA President Dimitris Manikis erläutert seine Strategie

Reisen werden überlegter angegangen, die Community vor Ort gewinnt an Bedeutung. Dessen ist sich Dimitris Manikis sicher. Der President EMEA der US-amerikanischen Gruppe Wyndham Hotels & Resorts feilt daher an den Leistungen für die Franchisenehmer. Im Gespräch mit Tophotel erläuterte er die künftige Wachstumsstrategie.

„Ich muss unseren Aktionären alle drei Monate einen Quartalsbericht liefern, also fängt alle drei Monate das Leben für mich neu an“, sagt Dimitris Manikis lachend. Der gebürtige Grieche zeichnet von London aus für die Wyndham-Marken in Europa, dem Mittleren Osten, Eurasien und Afrika (EMEA) verantwortlich. Er arbeitet seit über 30 Jahren für Wyndham und beobachtet die Entwicklung der Branche dabei sehr genau.

Rückblickend hat Manikis schon so einige gesellschaftliche Veränderungen erlebt. „Als ich zu arbeiten anfing, hatte Erfolg, wer einen großen Firmenwagen fuhr und mit einer goldenen Kreditkarte Meilen sammelte. Für meine Kinder sind das alles keine Erfolgskriterien mehr“, nennt er ein Beispiel. Für den Tourismus werte er dies aber als ein gutes Vorzeichen. „Die Menschen kaufen heute keine Autos mehr, sie reisen lieber“, ist er überzeugt.

Neue Definition von Arbeit und Urlaub

In der Tourismusbranche herrsche stets Optimismus, auch die Pandemie könne ihr am Ende des Tages wenig anhaben. „Die Definition von Arbeit und Urlaub hat sich aber verändert. Die Menschen verreisen heute im August zwei Wochen und arbeiten vom Urlaubsort aus“, sagt er. Also setzt Wyndham verstärkt auf das Programm „Work From Wyndham“. Dazu zählen sowohl Angebote für Berufstätige, die an ihrem Wohnort in einem Hotel arbeiten und zusätzlich die Annehmlichkeiten des Hauses nutzen möchten, als auch für diejenigen, die ihre Geschäftsreise mit Freizeitaktivitäten verbinden wollen.

An den beiden dafür entwickelten Packages „Workday Getaway“ und „Work, Play & Stay“ nehmen in der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) beispielsweise die Hotels Wyndham Garden Lahnstein Koblenz, Ramada by Wyndham Bottrop und Ramada Residences by Wyndham Saalfelden teil. Insgesamt ist Wyndham in der DACH-Region bislang mit den Marken Days Inn by Wyndham, Dolce Hotels and Resorts by Wyndham, Ramada by Wyndham, Ramada Encore by Wyndham, Super 8 by Wyndham, Trademark Collection by Wyndham, Wyndham, Wyndham Garden, Wyndham Grand und Tryp by Wyndham aktiv.

Super 8 by Wyndham Dresden
Seit 2019 am Markt: Das von der Primestar Group betriebene Super 8 by Wyndham in Dresden. (Bild: Marcelo Barbosa/VRX Studios )

Wachsendes Klimabewusstsein

Nicht nur die Pandemie, auch das wachsende Klimabewusstsein habe dazu geführt, dass Menschen Reisen überlegter angingen, so Dimitris Manikis. „Sie springen nicht mehr so schnell in ein Flugzeug und machen eine Kurzreise“, glaubt er. Im Zuge des Staycation-Trends seien zudem Reisen an B-Standorte angesagt. Es müsse nicht Paris, sondern könne auch Lyon sein, nicht zwingend München oder Berlin, sondern auch mal Essen. Umso wichtiger sei es geworden, die Hotels vor Ort noch stärker mit der jeweiligen Community zu verbinden, so der Hotellerie-Experte. „Während der Pandemie wurden unsere Hotels in Indien beispielsweise zur Anlaufstelle für die medizinische Versorgung und für die Versorgung mit Lebensmitteln.“

Als Franchisegeber überlege er jeden Tag, wie er die Leistungen seines Unternehmens für die Franchisenehmer steigern könne. „Sie sind für uns am relevantesten, denn unser Motto lautet Owner First“, so Manikis. „Wyndhams Stärken liegen im Vertrieb, in der Markenstärke, in der Entwicklung, in Human Resources, im Digitalen und im Operativen.“ Deutschland sei unter den von ihm betreuten Märkten einer der vielversprechendsten. „Wir arbeiten hier mit guten Franchisenehmern wie H-Hotels, Grand City, der HR-Group, Gorgeous Smiling, Novum, aber auch Privathoteliers zusammen.“

Wachstum vorrangig durch Übernahmen

Etwa 80 Prozent des Wyndham-Business in der EMEA-Region werde durch 20 Prozent der Betreiber generiert. H+ beispielsweise sei einer der stärksten Franchisenehmer für die Marke Trademark Collection by Wyndham, so Dimitris Manikis. Mit Gorgeous Smiling Hotels hat das Unternehmen im Juli das zehnte Super 8 by Wyndham eröffnet. Von den zirka 480 Hotels in mehr als 45 Ländern, die zu Wyndham-EMEA zählen, befänden sich lediglich 18 im Management. Für die übrigen 96 Prozent sei Wyndham Franchisegeber.


Über Wyndham Hotels & Resorts

Die US-amerikanische Hotelgruppe Wyndham Hotels & Resorts betreibt mehr als 8.900 Hotels in 95 Ländern. Mit rund 813.000 Zimmern gehört sie zu den führenden Franchise-Unternehmen im Economy- und Midscale-Segment. Unter ihrem Dach eint sie allein 22 Hotelmarken, darunter Ramada by Wyndham, Tryp by Wyndham, Days Inn by Wyndham, Trademark Collection by Wyndham, Ramada Encore by Wyndham, Wyndham Garden, Wyndham und Wyndham Grand. Im Resort-Bereich ist sie mit Markenerweiterungen wie Ramada Residences, Wyndham Residences, Ramada Resort, Ramada Plaza oder Wyndham Grand Residences vertreten. Das Kundenbindungsprogramm Wyndham Rewards zählt 94 Millionen Mitglieder.


 

Weltweit liege der Franchiseanteil sogar bei knapp 99 Prozent. Das Markenportfolio von Wyndham Hotels & Resorts wächst in erster Linie durch Übernahmen, dies trifft auf 18 der insgesamt 22 Marken weltweit zu. Selbst entwickelt hat das Unternehmen lediglich die Trademark Collection by Wyndham, die Registry Collection Hotels, Wyndham Alltra und Wingate. Beim Wachstum kommen aber auch Allianzen in Frage, wie jüngst mit der All-Inclusive-Marke Palladium angekündigt.

Die 14 von Palladium verwalteten Häuser der TRS Hotels und Grand Palladium Hotels & Resorts befinden sich in Mexiko, der Dominikanischen Republik, Jamaika und Brasilien und wurden im Juli im Rahmen einer langfristigen Vereinbarung in das Portfolio von Wyndham aufgenommen.

Economy, Budget und Midscale im Fokus

„Wir übernehmen Marken, die in ihrem Segment führend sind“, erläutert Dimi-
tris Manikis. Der Fokus liege dabei auf den Segmenten Economy, Budget und Midscale. An Deutschland schätzt der Wyndham-EMEA-President vor allem den großen Heimatmarkt, der auch einen beträchtlichen Einfluss auf die umliegenden Märkte ausübt.

Während der Pandemie hat Wyndham den Fokus auf den nationalen Verkauf konzentriert. „Wir haben die Verkaufsmannschaft für den deutschen Markt aufgestockt, denn uns war klar, dass deutsche Reisende für die Hotels im Land am wichtigsten sein werden, für die Hotels in Großbritannien sind es die Briten.“ Die Zukunftspläne Deutschlands, etwa die Infrastruktur zu verbessern und die Versorgung durch Eigenenergie auszubauen, würden das Land weiter stärken, ist Manikis überzeugt. „Von den Aufträgen dafür profitieren vor allem mittelständische Unternehmen aus Deutschland, und dies wird zu weiteren Inlandsreisen führen.“

Im Leisure-Bereich erhole sich der internationale Tourismus. Der Mittelmeerraum sei zurück, dabei insbesondere Spanien, aber auch die Türkei, wo Wyndham bis Jahresende 100 Hotels unter Vertrag nehmen will. Sehr schnell sei das Geschäft im Mittleren Osten zurückgekommen. Und: Seit Mai dieses Jahres belebe sich auch das Geschäftsreise-Segment. Manikis: „Es ist ein deutliches Wachstum in Europa spürbar, selbst wenn die 200 Millionen Chinesen noch fehlen, die 2019 durch Europa gereist sind.“

Update

Nach Redaktionsschluss verkündete Wyndham Hotels & Resorts die Übernahme von Vienna House. Die Hotelmarke wurde für 44 Millionen Euro erworben und in das bestehende Markenportfolio von Wyndham integriert. Das Unternehmen erweitert somit sein Hotelangebot im Upscale- und Midscale-Bereich um rund 40 Hotels mit zusammen mehr als 6.000 Zimmern.

>> Übernahme: Wyndham Hotels & Resorts erwirbt Vienna House

Susanne Stauß


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