MinibarWenn Wein zu Wasser wird

Die Produkte in der Minibar sind häufig überteuert. So sehen das zumindest viele Hotelgäste. Daher haben sie allerlei Tricks entwickelt, um kostenlos in den Genuss von Bier, Spirituosen und Snacks zu kommen – zu Lasten der Hoteliers. Doch wie lässt sich das Problem lösen, und was wünschen sich die Gäste wirklich?

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Weinflaschen gefüllt mit Leitungswasser, Spirituosenflaschen, die Pfefferminztee oder – noch schlimmer – Urin beinhalten: 84 Prozent von weltweit 500 befragten Hoteliers sind auf diese Weise bereits betrogen worden. Das ergab die »Top Secret Hotels«-Umfrage des Onlineportals lastminute.de. »Sehr oft« wurden zehn Prozent von ihnen so um ihren Minibar-Umsatz gebracht. Bei 46 Prozent der Befragten kam dies »manchmal« vor, bei 44 Prozent dagegen »eher selten«.

Zuvor geleerte Flaschen mit Flüssigkeiten wieder aufzufüllen, ist einer von vielen Tricks, die Hotelgäste mittlerweile anwenden, um die Bezahlung der konsumierten Getränke zu umgehen. Ein Youtube-Video zeigt den sogenannten »Lila-Pause-Trick*«: Die Packung wird vor-­ sichtig geöffnet und der Schokoriegel herausgenommen. Danach wird die Tüte aufgeblasen, zugeklebt und zurück an den Platz gelegt, fertig! Sieht aus wie neu. Wer besonders abgebrüht ist, beschwert sich  an der Rezeption darüber und behauptet, die Packung bereits so vorgefunden zu haben.

Jacob Tomsky, der lange Zeit in Hotels gearbeitet hat, ist der festen Überzeugung, dass Hotelgäste keinesfalls für Produkte aus der Minibar bezahlen sollten. Er geht sogar so weit, in seinem Buch »Heads in Beds« Möglichkeiten zu verraten, wie die Bezahlung umgangen werden kann. »Das Hotel wird einen Gast niemals der Lüge bezichtigen«, erklärt er darin. Wahrscheinlicher ist es laut Tomsky, dass der Hotelangestellte die Gebühren von der Rechnung streicht. Solange das Hotel über Minibars ohne Sensortechnik verfügt, sei das für den Gast kein Problem.

Schwieriger wird es dagegen, wenn der Minikühlschrank über diese Technik verfügt. Doch auch hierfür gibt es spezielle Tricks, die beispielsweise im Vielfliegertreff** eifrig diskutiert werden: »Man kann die Getränke auch im Kühlschrank belassen und nur den Deckel entfernen und dann mit einer Konstruktion aus acht Strohhalmen die Getränke gemütlich leeren. Die elektronische Minibar bemerkt nichts«, schlägt dort einer vor, »Irgendwo hat auch diese elektrische Anlage einen Stecker, den man zupfen kann«, schreibt ein anderer. Auch bereits vorher manipulierte Flaschen innerhalb der wenigen Sekunden auszutauschen, die dem Gast zum Lesen des Etiketts oder zur Entscheidung bleiben, soll funktionieren.

 

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