Minibars sind gefragt und werden von den Gästen in Vier- und Fünf-Sterne-Hotels vorausgesetzt. Für den Hotelier sind neben den Anschaffungs- die Stromkosten ein wichtiges Kriterium. Mit einfachen Maßnahmen können diese jedoch reduziert werden.
Die Minibar gehört in den Zimmern klassifizierter Vier- und Fünf-Sterne-Häuser zu den Mindestanforderungen – so sieht es der Kriterienkatalog des DEHOGA vor. An den Minikühlschrank werden hohe Ansprüche gestellt: Geräuschlos muss er sein und Getränke optimal kühlen. Für Hoteliers bedeutet das eine große Herausforderung, denn gleichzeitig sollen die von den Minibars verursachten Stromkosten so gering wie möglich gehalten werden.
Das gelingt nicht immer: Mit einem durchschnittlichen Anteil von acht bis 15 Prozent am Gesamtstrom eines Hotels erweisen sich Minibars als ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Das ergaben Untersuchungen der Ingenieursgesellschaft Gertec*. Daher lohnt es sich, beginnend beim Kauf über Installation und Betrieb bis hin zur Wartung genauer hinzusehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen – das senkt den Energieverbrauch und schont den Geldbeutel.
Nicht immer ist die Anschaffung einer Minibar sinnvoll, vor allem wenn die Hotelkategorie oder der Gast sie nicht verlangt. Die Entscheidung darüber, ob der Kauf wirklich rentabel ist, sollte daher erst nach reiflicher Überlegung fallen. Laut »Energie Kampagne Gastgewerbe« des DEHOGA Bundesverbands zahlen sich Minibars nur gewinnbringend aus, wenn die Auslastung des Hotels bei über 60 Prozent liegt. Etagenautomaten, ein 24-Stunden-Roomservice oder ein hoteleigener Shop bieten eine Alternative zum Minikühlschrank.
Technik, Funktionen und Ausstattung
Bereits der Kauf einer Minibar birgt ein hohes Einsparpotenzial. Der Markt bietet Produkte zahlreicher Hersteller in den verschiedensten Größen, Ausstattungen und mit un- terschiedlichsten Funktionen. Daher kann ein Vergleich der einzelnen Minibars, vor allem in Bezug auf den täglichen und jährlichen Stromverbrauch, sinnvoll sein: »Die Höhe der Energiekosten ist ein wichtiger Faktor bei einer Minibar. Betrachtet man die Investitionskosten über die gesamte Lebensdauer einer Minibar, so sind die Energiekosten um ein vielfaches bedeutender als die Anschaffungskosten«, erklärt Michael Althaus, Verkaufsleiter Lodging bei Dometic. Für Stephanie Pulwer, Sales Manager Germany beim Minibarhersteller Bartech technology & design steht beim Kauf ebenfalls die Qualität im Vordergrund: »Billig ist nicht immer günstig, das heißt die Minibar zum vermeintlichen Schnäppchenpreis kann sich im späteren Betrieb als kostspielig und anfällig erweisen«.
Eine Erleichterung bei der Auswahl ermöglicht das EU-Energielabel, das Aufschluss über die Einordnung der Geräte in entsprechende Energieeffizienzklassen gibt. Seit Ende November 2011 gilt eine gesetzliche Labelpflicht zur Kennzeichnung von Haushaltsgeräten; darunter fallen auch Minibars. Je nach Technik werden Geräte in die entsprechende Kategorie eingeordnet: Im Falle von Kompressor-Geräten in sieben Kategorien von »A+++« bis »D«. Die Klassifizierung nach zehn Kategorien reicht von »A+++« bis »G« und erfolgt bei Absorber-Minibars. Welcher Klasse die Geräte zugeordnet sind, wird anhand einer Formel berechnet, die unter anderem Energieverbrauch, Nutzinhalt und Temperaturbereich berücksichtigt.
Bei der Wahl des effizientesten Geräts spielt auch das Fassungsvermögen eine entscheidende Rolle. Der Markt bietet Geräte von 24 Litern über 30 und 40 Litern bis hin zu 60 Litern an. Das Volumen sollte daher so ausgewählt werden, dass es der Zimmergröße entspricht. So lohnt es sich verständlicherweise nicht, ein Einzelzimmer mit einer 60-Liter-Minibar auszustatten.
Ein weiteres wichtiges Kriterium stellt die Technik dar, mit der Minibars arbeiten. Ausschlaggebend ist dabei neben der Effizienz auch die Geräuschentwicklung. In Hotels kommen überwiegend Absorber-Minibars zum Einsatz, da sie geräuschlos arbeiten. Allerdings benötigen sie nach einer Studie der awtec** vergleichsweise mehr Energie als thermoelektrische Geräte, die nach dem Peltier-Prinzip arbeiten oder solchen mit Kom- pressor.
Mittlerweile sind Minibars mit vielerlei Funktionen ausgestattet, die ebenfalls zu einem energieeffizienten Betrieb beitragen. So können ferngesteuerte Temperaturregelungen verhindern, dass der Gast die Getränke unnötig tief kühlt. Denn jedes Minusgrad sorgt für eine Erhöhung des Stromverbrauchs um bis zu acht Prozent. Zudem sorgt dieses System dafür, dass die Temperatur auf einem konstanten Niveau gehalten wird, was unkontrollierte Schwankungen verhindert. Einige Minibars arbeiten mit der sogenannten C.E.S.S.-Technik. »Da unsere automatischen Minibars über das hoteleigene Netzwerk mittels einer Schnittstelle an die Hotelsoftware angeschlossen sind, wird über den jeweiligen Zimmerstatus die Kühlung entsprechend der Benutzereinstellungen reguliert, zum Beispiel eine Nachtabschaltung, Verringerung der Kühlleistung bei nicht-vermieteten Zimmern et cetera«, erklärt Stephanie Pulwer.
Auch hinsichtlich der Ausstattung ist beim Kauf auf einiges zu achten. Glastüren sehen zwar elegant aus und setzen den Inhalt besser in Szene. Da Glas aber schlecht isoliert, steigt der Energieverbrauch. Auch Eisfächer treiben den Energiebedarf der Minibar zusätzlich in die Höhe. Stattdessen können Eiswürfel auch über den Zimmerservice geordert werden.
Wenn ein Gast vergisst, die Tür der Minibar zu schließen, benötigt das Kühlgerät mehr Energie, da warme Luft in das Innere strömt. Daher eignet sich eine magnetische Türschließung, die zudem besser isoliert. Eine energiesparende LED-Innenbeleuchtung, die mit der Türöffnung gekoppelt ist, bietet ebenfalls ein gutes Einsparpotenzial. Zudem sollte das Gerät über große Luftschlitze verfügen, die als Zu- und Abluftöffnung dienen und während des Betriebs zu einer guten Luftzirkulation beitragen.
Installation, Betrieb und Wartung
Das Aufstellen der Minibar in der Nähe von Wärme- oder starken Lichtquellen sollte vermieden werden, denn eine hohe Umgebungstemperatur treibt den Energieverbrauch zusätzlich in die Höhe. Damit eine gute Luftzirkulation gewährleistet ist, die das effiziente Funktionieren einer Minibar garantiert, muss genügend Abstand zur Wand gehalten werden.
Auch während des Betriebs kann Energie eingespart werden. Die Maßnahmen richten sich dabei vor allem an die Mitarbeiter, die für die Befüllung zuständig sind. Die »Energie Kampagne Gastgewerbe« des DEHOGA beinhaltet eine spezielle Checkliste, welche die wichtigsten Punkte enthält. Demnach ist die Minibar mit Getränken zu bestücken, die in Großkühlräumen bereits vorgekühlt wurden.
Temperaturen zwischen sieben und zehn Grad Celsius in der Minibar reichen aus. Die Temperatureinstellung sollte regelmäßig überprüft werden, sei es mittels spezieller Programme oder manuell. Waren, die keiner Kühlung bedürfen, werden besser außerhalb der Minibar platziert.
Ist ein Zimmer über einen längeren Zeitraum nicht belegt, empfiehlt es sich, die Minibar auszuschalten. Mittlerweile können vollautomatisierte Minibars, die über ein Netzwerk miteinander verbunden sind, individuell an- oder abgeschaltet werden. Im Falle einzelner nicht besetzter Tage oder in der Nacht reicht es aus, die Ware lediglich auf zwölf Grad zu kühlen.
Auch eine regelmäßige Wartung trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu senken. Schlecht schließende oder defekte Dichtungen lassen beispielsweise warme Zimmerluft ins Innere einströmen, was eine zusätzliche, eigentlich unnötige Kühlung erfordert. Und auch die stetige Reinigung spielt eine Rolle, da sich bei Verschmutzung der für die Kühlung notwendigen Elemente deren Leistung verschlechtert.
Technische Defekte können dagegen von einem in die Minibar eingebauten Selbstdiagnosesystem, wie es in neuen Geräten zu finden ist, via Netzwerk oder Funk an die entsprechende Servicestelle gemeldet werden. Das ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen. Häufig sind Hotelzimmer allerdings noch mit älteren Geräten ausgestattet. Diese sollten daher überprüft und gegebenenfalls gegen energiesparendere Modelle ausgetauscht werden.
Insgesamt bieten Minibars ein hohes Einsparpotenzial, wenn das effizienteste Modell ausgewählt wird und die bei Aufstellung, Betrieb und Wartung notwendigen Maßnahmen befolgt werden.