Zimmerpflanzen, bewachsene Wände und begrünte Pergolen: Im neuen Scandic Frankfurt Hafenpark haben Innenarchitekten und Pflanzenexperten das Grün der Umgebung mit viel Liebe zum Detail ins Innere getragen und mit natürlichen Materialien kombiniert.
Grüne Möbel, Wände, Teppiche, Pflanzen und viel echtes Holz: Die Natur hat sich beim Interior Design des in unmittelbarer Nähe zur Europäischen Zentralbank und inmitten des Hafenpark Quartiers gelegenen Scandic Frankfurt Hafenpark durchgesetzt.
Der Standort am Hafenpark, der sich durch moderne Architektur und viele Grünflächen auszeichnet, diente dem Team dabei als Inspirationsquelle. Gemeinsam mit dem unaufgeregten skandinavischen Einrichtungsstil der Hotelgruppe bildet das Grün eine gelungene Wohlfühl-Symbiose.
Die Natur zieht in vielerlei Form ins Hotel ein. Zimmerpflanzen, wachsende Wände und begrünte Pergolen wirken dabei nicht nur beruhigend, sondern erfüllen auch praktische Zwecke. Sie halten die Luft entweder feucht oder trocken und spenden Sauerstoff. Im gesamten Haus werden Kunstpflanzen mit lebenden Pflanzen kombiniert.
Gewaltigstes Beispiel für geballtes Grün ist das Herzstück des "Meeting Parks": der 600 Quadratmeter große, durch Skyfold-Wände in drei Bereiche aufteilbare Ballroom. Hier zeigt sich die grüne Farbe im gestreiften Teppichboden, die Deckenleuchten sind von Efeu aus Kunstblättern umrankt, große Topfpflanzen werden variabel eingesetzt.
Verbessertes Raumklima
Insgesamt bietet das Hotel 14 Tagungsräume, die sich flexibel an unterschiedlichste Eventideen anpassen lassen. Im "Moss Raum" im ersten Stock, der einen Panoramablick über Park und Main bietet, zieht eine begrünte Wand aus dunklem Moos die Blicke auf sich. "Dabei handelt es sich um getrocknetes Moos, das keiner weiteren Pflege bedarf, aber dennoch zu einem verbesserten Raumklima beiträgt, indem es die Feuchtigkeit in der Luft bindet", erläutert General Manager Heiko Kain. Im "Tree Raum" wechseln sich Kunstpflanzen in großen Töpfen mit echten Pflanzen ab. Das Design des dortigen Teppichbodens zeigt Blattmotive. Außerdem hat dieser Raum eine eigene begrünte Terrasse.
Weitere Highlights des Tagungsbereichs sind der "Pleasure-Park", der mit grünen Sofas das Gefühl eines gemütlichen Wohnzimmers vermittelt, sowie der angrenzende Raum "The Kitchen". Ausgestattet mit Esstisch, Küchenzeile und warmem Licht schafft dieser eine private Atmosphäre für Besprechungen in kleiner Runde. Kreativität und Teamgeist sollen im "Activity Park" entstehen, wo sich der Schreibtisch in eine Tischtennisplatte umwandeln lässt und Matten auf dem Boden zum Yoga einladen.
Pflanzen schmücken auch die im Erdgeschoss gelegene Bar sowie das Restaurant mit Showküche und Marktplatz-Ambiente. Auch hier umwickelt künstliches Efeu die Deckenleuchten, und die Polster der Restaurantstühle sind in dunklem Grün gehalten. Im Innenhof des Hotels legt die Küche derzeit einen eigenen Kräutergarten an. "Von ihm sollen sich Gäste auch selbst bedienen können", erläutert Kain. Für Freiluftfans stellt das Hotel auf Wunsch Picknickkörbe zusammen, deren Inhalte sie auf einer Decke oder Bank im Hafenpark genießen können.
Vier Fragen an: Zelda Czok

Hotel+Technik: Frau Czok, weshalb ist es wichtig, Hotels mit Pflanzen auszustatten?
Zelda Czok: Von Natur umgeben zu sein ist für Menschen essenziell, um sich glücklich und ausgeglichen zu fühlen. Durch die Sinneswahrnehmung von Pflanzen werden körperliche Effekte ausgelöst: Grün wirkt sich positiv auf das Verhalten aus. Die Farbe reduziert Stress und senkt den Blutdruck.
Pflanzen senden elektromagnetische Wellen, die auf den Körper beruhigend wirken, und sie produzieren Sauerstoff, verbessern also die Luft. Sie filtern sogar Schadstoffe und können diese neutralisieren. Kein einziges Möbelstück hat eine solche Wirkung auf den Menschen.
Pflanzenfan: Zelda Czok berät als Biophilie-Expertin Kunden wie das Beach Motel St. Peter Ording, das Side Hotel oder den Fashion-Riese H&M.
Welche Funktion üben Pflanzen noch aus?
Gut ausgewählte Pflanzen in attraktiven Übertöpfen haben Objektcharakter und wirken auf den Raum. Durch die Gestaltung von Übertopf und Pflanze entstehen unzählige Möglichkeiten, um jeden Interior-Stil widerzuspiegeln. Dies unterstützt auch das Corporate Design. Sehr oft erlebe ich, dass Menschen bestimmte Stellen in Gebäuden meiden. Mit der richtigen Kombination von Pflanzen und Interior Design lassen sich solche Bereiche in absolute Lieblingsecken verwandeln. Gerade in Hotels ist es ja sehr wichtig, jeden Winkel der öffentlichen Bereiche so zu nutzen, dass sich der Gast wohlfühlt.
Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Pflanzenausstattung eines Hotels?
Die Lebensgrundlagen von Pflanzen sind Wasser und Licht. Also muss ich als erstes einen Standortcheck machen und die Lichtverhältnisse prüfen. Danach werden die Pflanzen ausgewählt: Benötigt die Pflanze Licht, mag sie lieber Halbschatten oder indirekte Beleuchtung? Anschließend wird die Bewässerung auf das Bedürfnis der jeweiligen Pflanzen abgestimmt. Die Pflege der Pflanzen sollte entweder extern durch eine Fachkraft erfolgen oder durch ein festes, nicht wechselndes Team intern, welches sehr gut geschult und anfänglich begleitet wird.
Was halten Sie von Kunstpflanzen?
Grundsätzlich sind sie ein legitimes Mittel in Bereichen, in denen wir aufgrund der Lichtverhältnisse nicht mit echten Pflanzen arbeiten können. Sie haben nicht die volle Wirkung echter Pflanzen, daher sind sie für mich mehr ein Interior-Gegenstand. Und man sollte sehr bei der Auswahl aufpassen: Einfache Standardkunstpflanzen können – falsch eingesetzt – schnell billig aussehen.
Vier Pflanzenarten im Einsatz
Die Pflanzen für das Hotel suchte die Wiesbadener Baumhaus GmbH aus, ein Spezialist für Begrünung. Baumhaus übernimmt auch die wöchentliche Pflege der Pflanzen. Sollte sich eine Pflanze wider Erwarten an ihrem angedachte Standort nicht wohlfühlen, tauscht das Unternehmen sie aus.
Baumhaus-Marketing-Leiterin Agnieszka Seruga erläutert: "Für den Innenbereich haben wir vier Pflanzen ausgewählt. Die Monstera deliciosa beeindruckt mit ihren großflächigen, perforierten Blättern und fügt sich harmonisch in verschiedene Innenraumgestaltungen ein. Der Ficus benjamina, auch bekannt als Birkenfeige, ist eine elegante Pflanze mit glänzenden dunkelgrünen Blättern. Der Ficus lyrata, auch Geigenfeige genannt, zeichnet sich durch seine großen geigenförmigen Blätter aus und ist ein echter Blickfang.
Und die Schefflera arboricola, auch bekannt als Strahlenaralie, besitzt federartige Blätter und sorgt mit ihrem buschigen Wuchs für Lebendigkeit." Den Außenbereich zieren ein immergrüner robuster Lorbeer, der Laurus nobilis, sowie die Nadelbaumart Thuja. Wichtig ist laut Seruga die Präsentation der Pflanzen, also die stimmige Kombination von Gefäßen und Pflanzen. Für das Scandic wurden insgesamt drei verschiedene Gefäßformen gewählt.

"Viele Gäste berühren die Pflanzen, weil sie herausfinden möchten, ob sie echt sind."
Heiko Kain, General Manager
Keine Pflanzen, dafür viele Naturelemente sind in den 505 Zimmern des Hotels zu finden. Naturbelassene Materialien wie Leinen, Naturstein oder Holz geben den Ton an. Blickfang an den Wänden sind Fotografien junger schwedischer Künstler. Wer die Zimmerkategorien Superior Plus und Master Suite bucht, erhält zudem Zugang zum "Living Room" mit Frühstück, Snacks und Getränken in hyggeliger Atmosphäre. Die Scandic-Gäste sind von dem grünen Ambiente des Hotels begeistert, beobachtet General Manager Heiko Kain: "Viele berühren die Pflanzen, auch, weil sie herausfinden möchten, ob sie echt sind."
Steckbrief
- Hotel: Scandic Frankfurt Hafenpark
- Eröffnung: März 2023
- Pächter: Scandic Hotels Group AB, Schweden
- Projektentwickler: B&L Real Estate GmbH, Hamburg
- Architekten: Prasch Buken Partner Architekten und Hadi Teherani Architects, Hamburg
- Interior Design: Koncept Architekten, Stockholm
- Begrünung: Moos, echte Pflanzen. Efeu an Traversen aus Plastik und recyceltem PE – umgesetzt mit der Baumhaus GmbH, Wiesbaden
- Zimmer: 505 Eco Rooms, alle mit Echtholzboden und zu 90 Prozent recycelbar
- Zertifikate: DGNB Gold Zertifikat erteilt, Nordic Swan Ecolabel angestrebt