Bettensteuer Umstrittene Abgabe gilt bald in Stralsund

Stralsund Bettensteuer
Ab September gilt für Übernachtungsgäste in der Hansestadt Stralsund eine Tourismusabgabe. © refresh(PIX)-stock.adobe.com

In der Hansestadt müssen Hoteliers ab September von ihren Gästen eine Tourismusabgabe eintreiben - trotz Kritik und geringerer Übernachtungszahlen.

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, liegt die Bettensteuer bei fünf Prozent des Netto-Übernachtungspreises. Betreiber von Hotels, Pensionen und Privatzimmer, aber auch Camping- und Reisemobilplätze, Herbergen, Ferienhäuser und Ferienwohnungen müssen die Bettensteuer ab 1. September eintreiben. Ausgenommen von der Steuer sind Geschäftsreisende, Gruppenreisen für Kinder und Jugendliche, und Azubis und Studenten, die aus beruflichen oder studentischen Gründen in Stralsund übernachten.

Die Bettensteuer hatte die Bürgerschaft der Stadt im März beschlossen. Mit der Tourismusabgabe will Stralsund seinen Haushalt finanzieren. Durch die zusätzlichen Einnahmen sollen Infrastrukturprojekte und kulturelle Angebote der Stadt unterstützt werden. Davon könnten Gäste und Einwohner profitieren, so die Argumentation.

Abgabe statt Erleichterungen für die Betriebe

Die Gastgeber der Stadt, der Dehoga Mecklenburg-Vorpommern und die Industrie- und Handelskammer hatten den Beschluss kritisiert. Einige Betriebe sind laut Verband seit der Corona-Pandemie wirtschaftlich angeschlagen. Die Bettensteuer könnte ihre Situation weiter verschlechtern. Der Branchenverband fordert stattdessen Erleichterungen für die Gastgeber, zum Beispiel die 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen beizubehalten.

Seit der Corona-Pandemie hatten auch Gastgeber in Stralsund zu kämpfen. Die Übernachtungszahlen sind laut Statistischem Bundesamt deutlich gesunken. Wurden in Stralsund 2019 noch rund 251.000 Übernachtungen gezählt, waren es 2022 nur noch rund 158.000 Übernachtungen, also rund 100.0000 weniger.

Das Stadtparlament hat sich dennoch für die Steuer entschieden. Ab Oktober soll es eine Internetseite geben, auf der sich Gastgeber und Gastgeberinnen registrieren und ihre Übernachtungsmöglichkeiten digital melden können. Auf der Website werde es dann auch allgemeine Informationen zur Bettensteuer in Stralsund geben.

Nach Schwerin, Wismar und Greifswald erhebt Stralsund als vierte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern eine Tourismusabgabe. sr