Umbau des Hilton Frankfurt City CentreBig-Apple in Mainhatten

Die Zimmer mit spektakulärem Blick auf die Frankfurter Skyline warten jetzt auch innen mit New Yorker Flair auf. (Bild: Hilton)

Zum 20. Geburtstag erhält das Hilton Frankfurt City Centre in der Mainmetropole ein umfangreiches Facelift. In drei Phasen werden seit Herbst 2018 bis zum Frühjahr 2020 im laufenden Betrieb Lobby, Ballsaal und sämtliche Zimmer modernisiert. Auch das Atrium, legendäres Herzstück des Hotels, bekommt einen frischen Look.

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Seit exakt 20 Jahren steht das Hilton Frankfurt City Centre mitten in der Mainmetropole, aber doch im Grünen an der Bockenheimer Anlage. General Manager Marc Snijders kennt das Haus in- und auswendig, er war schon bei der offiziellen Eröffnung 1999 dabei – seinerzeit noch im Bankettbereich tätig: „Als wir damals eröffneten, war das ziemlich spektakulär. So etwas wie dieses Hilton gab es in Frankfurt am Main noch nicht. Wir waren das erste Hotel mit einem solchen Atrium.“ Nach einer siebenjährigen Auszeit kam Snijders 2014 wieder zurück in seine frühe berufliche Heimat.

Das Atrium – noch ohne Tapete an den Säulen – ist das Herzstück des Hilton.

Jetzt erhält das Gesicht des Hotels neue Züge. „Das Haus hat es verdient und unsere Gäste auch. Wir hatten zwischendurch kleinere Renovierungsarbeiten, aber Maßnahmen im jetzigen Umfang gab es noch nicht. Es wird ein zeitgemäßes Update“, fasst der General Manager zusammen, und: „Der Umbau ist für Hilton ein klares Bekenntnis zum Standort Frankfurt am Main.“

Die Gästeklientel hat sich seit Ende der 1990er-Jahre nicht stark verändert, so checken nach wie vor zu 65 Prozent Businessreisende ein. Doch es kamen immer mehr Leisure-Gäste dazu. „Wir sind an den Wochenenden viel stärker ausgebucht als früher“, so Snijders. Was sich vor allem aber geändert habe, sei der Anspruch der Businessgäste. So seien große Schreibtische nicht mehr so wichtig. Das Zimmer solle vielmehr einen höheren Freizeitwert haben. „Heute sitzen unsere Businessgäste mit ihren Tablets an der Bar oder in der Lobby.“

In drei Phasen zum neuen Look

Die Umbauarbeiten im Hilton Frankfurt City Centre teilen sich in drei Phasen auf: In Phase eins wurden von Mitte Oktober 2018 bis Ende März 2019 die Zimmer und Flure der Etagen sechs bis elf renoviert. Der Ballsaal bekam von Ende Juni 2019 bis Ende August desselben Jahres in Phase zwei einen neuen Anstrich. Und ab November 2019 bis Ende März des kommenden Jahres werden die Zimmer und Flure der unteren fünf Etagen sowie Etage zwölf und die Lobby beziehungsweise das Atrium renoviert. Das alles geschieht im laufenden Betrieb. Insgesamt wird der Umbau zwischen 15 und 20 Millionen Euro kosten.

Die Flure wirken durch die neuen Farben luftig und modern.

Starker Bezug zum Standort

Heute steht nicht mehr wie vor 20 Jahren der Marken-Wiedererkennungswert im Vordergrund, sondern vielmehr das einzigartige Hotelerlebnis. „Früher sollten sich alle Hilton-Hotels prinzipiell ähneln. Der Farbstil war in Paris so wie der in München. Das hat sich heute grundlegend verändert. Wir möchten hier ganz standortspezifisch werden und den Standort Frankfurt viel stärker in das Hotelkonzept einbinden“, so der General Manager.

Für das Einrichtungskonzept hat die Hilton-Designabteilung in London vorgearbeitet und ein Briefing aufgesetzt. Der Auftrag: Die Hotelzimmer sollten einen loftigen Charakter erhalten. „Es sollte ein ‚New York Living‘ mitten in Frankfurt entstehen“, sagt Marc Snijders. Das Konzept verfeinert und entwickelt hat schließlich das Londoner Büro The Hickson Design Partnership (THDP) unter der Federführung von Nick Hickson. „Auch wenn das Büro in London sitzt, hat der Innenarchitekt schon an vielen unterschiedlichen Standorten sehr destinationsspezifisch gearbeitet“, so Snijders. Um das auch in Frankfurt am Main umsetzen zu können, sei er tagelang durch die Stadt gelaufen, habe Fotos gemacht und erforscht, was die Mainmetropole ausmacht.

Um die Stadt mehr in die Zimmer zu holen, mussten die großen Schreibtische des alten Interiors weichen. Sie standen direkt vor den Fenstern, die vom Boden bis zur Decke reichen. Gäste haben nun, anders als vorher, einen störungsfreien Blick auf die Skyline von „Mainhattan“. „Viele, die die neuen Zimmer gesehen haben, fragten uns, ob wir sie vergrößert haben. Es ist toll, was diese kleine Veränderung für eine riesige Wirkung hatte“, freut sich der General Manager. Direkt an den Fenstern sind nun Sitzmöglichkeiten entstanden, wodurch die Zimmer und die Stadt noch näher zusammenwachsen. Die Gäste bekommen dadurch das Gefühl, mittendrin zu sein. Zusätzlich zu den stilvollen neuen Möbeln ist Asymmetrie in die Zimmer eingezogen, um einen wohnlicheren Touch zu kreieren. „Es ist wie zu Hause, da hat man auch selten zweimal die gleiche Vase oder den gleichen Nachttisch“, sagt Snijders. Auch die Kunst hängt nicht mehr in der Mitte über dem Bett, sondern ein wenig versetzt. Die Zimmer sind mit neuen Teppichen ausgestattet, die der Kategorie „Executive“ außerdem mit Fischgrätparkett.

Die wuchtigen Schreib­tische sind kleineren, gemütlicheren gewichen.
In der Kategorie „Executive“ wurde zusätzlich zum Teppich Fischgrätparkett verlegt.

In den großzügigen Bädern wurden nur kleinere Veränderungen vorgenommen. So blieb der Fußboden der gleiche. „Es war uns vorher aber zu steril. Deshalb haben wir hinter dem neuen WC eine Rückwand eingebaut und diese mit Kunst versehen“, erzählt Marc Snijders. Die Armaturen in Mattbronze wurden erneuert und geben dem Bad eine modernere, aber immer noch klassische Anmutung.

Im neuen Badezimmer wurde eine Vorwand installiert.

Stammgäste testen Zimmer

In den Zeitfenstern von März bis Juni und von August bis November pausierten jeweils die Baumaßnahmen. Dass nicht alle Zimmer nonstop und in einer einzigen Phase renoviert wurden, hat mehrere Gründe: „Während der Messesaison in Frankfurt wollten wir voll verfügbar sein. Außerdem mussten wir unsere Verpflichtungen einhalten. Banketts und Events werden schon über Jahre im Voraus gebucht. Und schließlich wollten wir auch unseren Mitarbeitern zwischendurch eine Pause von den Bauarbeiten gönnen.“ Das Vorgehen in mehreren Phasen habe ermöglicht, in den jeweiligen Kategorien ausschließlich unrenovierte beziehungsweise bereits fertige Zimmer anzubieten. „So standen wir nicht vor der Schwierigkeit, dass ein Gast im neuen Deluxezimmer und der nächste im alten eincheckt. In den schwächeren Zeiten haben wir allerdings Gäste, die ein klassisches Zimmer gebucht haben, auch mal in den Genuss eines renovierten Deluxezimmers kommen lassen“, betont Snijders.

Doch der wichtigste Grund, die Umbaumaßnahmen zu entzerren, war für den General Manager, dass so die fertigen Zimmer von den Gästen getestet und noch modifiziert werden konnten. Dafür wurden ausgewählte Stammgäste eingeladen, in den Zimmern zu übernachten. „Wir haben sehr gutes Feedback erhalten. Es waren Kleinigkeiten, die wir im Nachgang verändert haben. Zum Beispiel war der Safe nicht in der optimalen Höhe angebracht“, so Marc Snijders. Auch das WC war in einer falschen Höhe installiert. Es war zunächst nach britischen Vorgaben montiert worden, wobei die Keramik dort rund fünf Zentimeter höher sitzt als im deutschen Standard.

Keine Arbeiten von 17 bis 10 Uhr

Da die Zimmer im laufenden Betrieb renoviert werden und es mitunter etwas lauter zugehen kann, werden die Gäste im Vorfeld darüber informiert. „Wir wollen so transparent wie möglich vorgehen“, sagt der General Manager. Die Arbeiten beginnen erst um zehn Uhr nach der Frühstückszeit, an den Wochenenden wird lediglich samstags gearbeitet, und das auch nur eingeschränkt. Um 17 Uhr werden die täglichen Arbeiten beendet. „Das ist für uns ein guter Kompromiss. Während der Woche sind unsere Gäste meist in der Zeit zwischen 10 und 17 Uhr unterwegs. So bekommen sie von den Umbauarbeiten nichts mit.“ Das, was das Hilton in Frankfurt am Main ausmacht, ist während des Umbaus ein kleiner Nachteil: Das Atrium legt den Blick auf alle zwölf Stockwerke frei. So werden die Etagen, in denen gerade renoviert wird, durch eine Plane geschützt, die auch den Staub abhält. Zudem bietet das Hilton in den zwei Phasen, in denen die Zimmer renoviert werden, keine Dayrooms an. „Das wäre nicht fair. Wir können den Gästen diese Ruhe tagsüber nicht bieten.“

Bisher liefen die Arbeiten im Hilton nach Plan. Der Ballsaal wurde in Phase zwei in acht Wochen rundum erneuert. Der Umbau verlief relativ schnell, da der Raum nicht über Säulen verfügt, die ausgespart werden mussten. Außerdem konnte in dem Raum länger gearbeitet werden als von 10 bis 17 Uhr, da er sich in einem geschlossenen Bereich befindet und Gäste von den Renovierungen nichts mitbekamen. Wie in den Zimmern auch wurde die Umgebung im Raumkonzept integriert. Filigrane Striche im Teppich des Ballsaals deuten die Sonnenstrahlen an, die durch die Bäume vor dem Fenster scheinen.

Die neuen Tapeten, die auf den Säulen im Atrium angebracht werden, holen die Skyline ins Gebäude.
Filigrane Streifen auf dem Boden des Ballsaals verlängern die Sonnenstrahlen von draußen nach drinnen.

Neben der Renovierung der übrigen Zimmer steht noch die Erneuerung des Atriums an. Es werden jedoch keine gravierenden Veränderungen vorgenommen, aber, so viel verrät der General Manager, die Skyline Frankfurts soll in Form einer neuen Tapete an einer der Säulen einen prominenten Platz finden. Mareike Knewitz

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