Umbau der HochköniginRoyal relaxen in Maria Alm

Gesetzte Farben und ruhige Formen tragen zum entspannenden Ambiente in der Hochkönigin bei. (Bild: Michael Huber/Hochkönigin)

Selbstbewusst, aber nicht aufdringlich, vornehm, aber nicht protzig, auffällig und doch zurückhaltend: das ist die neue Hochkönigin in Maria Alm. Das Viersterne-Superiorhotel bietet nach dem aufwendigen Umbau Relax-Urlaub für die ganze Familie.

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Ein Instagram-verdächtiges Motiv: Die Wallfahrtskirche von Maria Alm sticht ihren spitzen Turm in den Himmel über dem Salzburger Land. Dahinter drängen sich die mächtigen Berge des Steinernen Meeres ins Bild – darunter der fast 3.000 Meter hohe Hochkönig. Während Wintersportler auf dem Weg zum Skilift kurz stehen bleiben und ihre Handys für dieses Panorama zücken, können Gäste der Hochkönigin diese Aussicht bequem vom Dachpool aus genießen.Lediglich neun Monate hat es gedauert, die edle Hochkönigin auf dem Erdreich des Kirchenvorfelds im Örtchen Maria Alm zu erschaffen. Hotel+Technik hat den Bau von Anfang an begleitet.

Zwei regionale Firmen, Heinrichbau und Empl Bau, bildeten dabei eine Arbeitsgemeinschaft. „So war es möglich, das alles in der kurzen Zeit zu schaffen“, erzählt Stefanie Geisler-Hörl, die das Haus zusammen mit ihren drei Geschwistern, ihrem Vater und ihrer Mutter führt. Die Eltern hatten einst das Hotel Thalerhof gebaut, heute ein Bestandteil der Hochkönigin und elegant mit dem Neubau verbunden.

Letzter war in drei Bauabschnitte unterteilt. Zwei davon, mit Rezeption, Atrium und Spa, übernahm im Wesentlichen Heinrichbau. Den Kollegen von Empl Bau oblag im Großen und Ganzen die Verantwortung für den neuen Zimmertrakt und die darunter liegende Tiefgarage.

Sportlicher Wettlauf am Bau

„Wir hatten immer zwei verschiedene Vorarbeiter als Ansprechpartner auf der Baustelle. Aber sonst kam dank der Arbeitsgemeinschaft vieles, wie die Abrechnungen, aus einer Hand“, so Stefanie Geisler-Hörl. Der „gefühlte Baufortschritt“ sei schneller gewesen. Keine Firma wollte der anderen nachstehen, so habe es eine Art positiven Wettlauf gegeben.

Der Plan war aber auch sehr eng – es gab keinen Spielraum. Mitte Dezember des vergangenen Jahres, am Tag der Eröffnung, waren Weihnachtsfeiern mit rund 200 Gästen angemeldet. Um 17 Uhr ging der letzte Handwerker, um 18:30 Uhr kamen bereits die ersten Gäste. Dieser finale Handwerker-Einsatz hat sich gelohnt, denn damit wurde das nicht geplante Markenzeichen des Hotels möglich: Der Hochkönigin-Schriftzug aus gebürstetem Messing, der auf den beiden tiefschwarzen Wänden an der Rezeption und im Restaurantbereich geradezu leuchtet, war gleich zur Eröffnung das beliebteste Fotomotiv bei den Gästen. „Dabei wussten wir am Vortag noch gar nicht, dass es dort einen Schriftzug geben wird“, sagt Stefanie Geisler-Hörl. Doch die beiden schwarzen Wände wirkten auf die Inhaber-Familie kurz vor dem Opening der Hochkönigin noch zu kahl, sodass sie einen befreundeten Schmied kontaktierte, der über Nacht das Design schuf und den Schriftzug fertigte.

Durchdachte Sichtachsen und große Fenster

Das puristische Design des neuen Trakts mit 44 Zimmern und des „Nature Spas“ verströmt Ruhe. Das unterstreichen die beigefarbenen Fliesen und das helle, teils geölte Eichenholz der Böden, Türen, Schränke und Decken. „Farben, Formen, Licht und Oberflächen spiegeln das feminin-royale Konzept der Hochkönigin wider“, betont der zuständige Innenarchitekt Reinhard Köck. Er achtete darauf, sehr viel heimisches und edles Material zu verwenden. „Gäste sollen im Zimmer sofort den Komfort eines internationalen, hochwertigen Hotels spüren, zugleich aber registrieren, in den Bergen zu sein.“ Letzteres sei durch klug arrangierte Sichtachsen und große Fensterflächen gelungen, die den Blick auf die Gipfel freigeben.

Relaxen können die Gäste im Nature Spa über drei Stockwerke verteilt. Geschwitzt wird in der Eventsauna, der finnischen und der Bio-Sauna sowie im Dampfbad. Von den Liegen im Ruhebereich haben Gäste Ausblick auf die traumhafte Kulisse des Bergpanoramas.

Schwarz ist das neue Edelstahl

Lobby, Rezeption, Atrium und Speisesäle kommen farbbetonter daher, brechen die vornehme Zurückhaltung der Zimmer in Sachen Design auf, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Es sind mehr Farben, Elemente und Designobjekte im Spiel, die dennoch nicht ins Auge springen. Vielmehr müssen die Gäste sie als Einladung verstehen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Auffällig ist die Rückfront der Rezeption aus dünn geschnittenen Natursteinplatten, die von hinten beleuchtet werden und ein faszinierendes Formen- und Farbenspiel in den Raum werfen.

Im Zentrum des Erdgeschosses ist die Bar platziert, die ebenso edel-schwarz gehalten ist wie Weinschränke, Decken, Türdrücker und sogar Steckdosen. Für die Hochkönigin gilt: Schwarz ist das neue Edelstahl, und es wirkt wärmer und freundlicher als jede silbrig-glitzernde Oberfläche. Bei allen Ansprüchen an Design und Optik hat Familie Hörl die praktischen Seiten nicht vergessen. Das „Sommerstein“, eine von fünf Restaurant-Stuben, ist – entgegen der sonstigen Linie des Hauses – mit einem Teppichboden ausstaffiert, der Gespräche und Schritte wirkungsvoll dämpft. Schließlich herrscht dort am meisten „Durchgangsverkehr“ in Richtung Buffet. Die Rückenlehnen zum Beispiel der Sitzbänke sind hochgezogen, damit die Gäste dort trotzdem ausreichend Privatsphäre haben. Jede Stube hat einen anderen Charakter, die Designs unterscheiden sich teils fundamental, reichen von gemütlich-vornehm über zurückhaltend-dezent bis hin zu royaler Noblesse. Bilder, Vasen, Wandverkleidungen und Tischdeko sind modern und hochwertig, aber niemals protzig oder plüschig.

Bestehendes Spa ist jetzt Familien-Zone

Bei all dem verwundert nicht, dass die Rückmeldungen laut Stefanie Geisler-Hörl durchwegs positiv sind: „Die Gäste freuen sich mit uns, dass wir es in der knappen Zeit hinbekommen haben und alles auf hohem Niveau fertig geworden ist.“ Im Zuge der Erweiterung wurde auch die Dengl-Alm umgestaltet und erweitert, die sich im Stammhaus befindet und zu den bevorzugten Après-Ski-Lokalen in Maria Alm zählt. Sie hat eine neue Stube und eine eigene Küche erhalten. Familie Hörl hat das „alte“ Spa zur Familien-Zone erklärt und plant, in den kommenden Jahren verstärkt Kinderattraktionen zu realisieren. Mittelfristig ist auch vorgesehen, die Zimmer des Thalerhofs anzupassen, die aktuell rund 20 Prozent günstiger sind als jene im Neubau. Christian Schreiber

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