Wettbewerb Taste of Tomorrow: Carina Andress siegt im Finale

Die Besten des Finales: (von links) Theresa Postl (Tourismusschule Bad Hofgastein), Carina Andress (Le Meridien Vienna) und Valentin Wagner (Panorama Royal) mit Alexandra Gorsche (Jego GmbH).
Die Besten des Finales: (von links) Theresa Postl (Tourismusschule Bad Hofgastein), Carina Andress (Le Meridien Vienna) und Valentin Wagner (Panorama Royal) mit Alexandra Gorsche (Jego GmbH). © Wildbild

Acht Talente aus Österreich und Deutschland, ein gemeinsamer Warenkorb: Beim Kochwettbewerb für den Branchennachwuchs setzte sich eine Vertreterin des Le Meridien Vienna durch.

Den Taste-of-Tomorrow-Award nimmt in diesem Jahr Carina Andress mit nach Hause. Im Finale des Nachwuchswettbewerbs „Taste of Tomorrow powered by Chefs Culinar“ am 5. Oktober verwies sie Theresa Postl auf den zweiten und Valentin Wagner auf den dritten Platz. Insgesamt hatten sich acht Kandidaten aus Österreich und Deutschland aus mehr als 100 Einreichungen für die Endrunde qualifiziert, in der sie ihre Gerichte persönlich vor der Jury zubereiteten.

Gleicher Warenkorb, eigene Handschrift

Das Prinzip des Wettbewerbs: Das Prinzip des Wettbewerbs: Alle Teilnehmenden starten unter denselben Bedingungen und sollen ihren individuellen kulinarischen Stil in einem eigenen Gericht zum Ausdruck bringen. „Die Bewerbenden mussten für ihre Einreichung mindestens vier Produkte aus einem vorgegebenen Warenkorb zu den Hauptkomponenten ihres Gerichts machen. Ochsenbackerl trafen dabei auf Rösti-Kartoffeln, Chef Greens, Pasta und Gewürze“, erläuterte Alexandra Gorsche von der veranstaltenden Jego GmbH.

Ihr Kollege Heimo Jessenko stellte klar, dass es dabei nicht um Masse geht: „Es geht nicht unbedingt darum, möglichst viele Zutaten unterzubringen, sondern aus der Auswahl eine ganz persönliche Gerichts-Idee zu entwickeln.“ Die Jury bewertete die Teller nach Geschmack, Kreativität, Optik, fachlicher Umsetzung, Ressourcenschonung, Hygiene und Zeitmanagement.

Vom Taco bis zum gefrorenen Camembert

Andress, die für das Le Meridien Vienna antrat, überzeugte mit ihrer Kreation „Golden Thread“. Theresa Postl von der Tourismusschule Bad Hofgastein folgte mit „Heiß trifft Kalt: vom Blaufränkisch-Ochsenbackerl bis zum gefrorenen Camembert“. Valentin Wagner vom Panorama Royal sicherte sich mit „Der Taco“ den dritten Rang. Die drei Platzierten erhielten eine von Dreikant gestaltete Trophäe, einen Auftritt auf der Bühne der „Alles für den Gast 2026“ sowie Geschenke der Partnerfirmen.

Dass die ersten beiden Plätze an Frauen gingen, nahm Jurorin Vroni Lutz, Besitzerin und Betreiberin des „Stuerzer“, zum Anlass für einen Blick auf die Spitzengastronomie. „Die Gastro ist immer noch ein klassischer Männerberuf – da gibt es viel zu wenig Frauen“, sagte sie. Mit Frauen am Herd verändere sich jedoch das Arbeitsklima spürbar, es entstehe ein harmonischerer Teamspirit. „Dass heuer Frauen ganz vorne mitmischen, ist ein starkes Signal: Sie übernehmen eine wichtige Vorbildfunktion und zeigen jungen Mädels, dass diese Branche auch für sie extrem attraktiv ist“, hob Lutz hervor.

Sterne und Hauben am Jurytisch

Um ein möglichst breites Spektrum an Expertise abzudecken, setzten die Organisatoren bei der Jury auf eine Mischung aus etablierten Köchen und Vertretern der jüngeren Generation. Zusammen kamen die Juroren auf zehn Michelin-Sterne, 25 Gault-Millau-Hauben und zahlreiche Gabeln. Dem Gremium gehörten Martin Klein, Harald Irka, Simon Wagner, Lukas Kienbauer, Mike Süsser, Hannes Müller, Didi Maier, Stefan Birnbacher, Vroni Lutz, Dominik Süss, Philipp Stohner, Christoph Forthuber, Daniel Klein, Christian Lankes, Stefan Lastin, Josef Leitner, Sebastian Leutgeb, Hermann Poll und Stefan Viehauser an.

Unabhängig von der Platzierung erhielten alle Finalisten eine detaillierte Punktebewertung und ein ausführliches Feedback der Profis. Martin Klein, Executive Chef des Restaurants „Ikarus“ im Hangar-7, sagte: „Ein Gericht kann technisch hervorragend sein und trotzdem Fragen offenlassen. Eine Idee kann mutig sein, aber im Küchenalltag dennoch nicht funktionieren. Und manchmal steckt hinter einem noch nicht perfekten Teller eine Handschrift, die es zu erkennen und weiterzuentwickeln gilt.“ Simon Wagner, Küchenchef des Gourmetrestaurants „The Glass Garden“ im Schloss Mönchstein, zog daraus die Konsequenz: „Deshalb ist das Feedbackgespräch nach einem Wettbewerb mindestens so relevant wie die Platzierung selbst.“ red/sar