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StartBusiness & ManagementSteuertipp::Übergangsfrist für Gutschein-Geldkarten

SteuertippÜbergangsfrist für Gutschein-Geldkarten

Seit Anfang 2020 sind zweckgebundene Geldleistungen und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, nicht mehr als Sachbezüge anerkannt. Bestimmte Gutscheine und Geldkarten sollen davon ausgenommen sein. Doch gab es bislang noch Unklarheiten. Das hat sich nun geändert, wie Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Peter Temmert erklärt.

Viele Unternehmer, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen, nutzen die Möglichkeit steuer- und sozialversicherungsfreier Sachbezüge. Besonders beliebt sind Gutscheine oder Geldkarten im Rahmen der monatlichen 44-Euro-Freigrenze, die ab 2022 auf 50 Euro angehoben wird. Dem Gesetzgeber war dies allerdings schon länger ein Dorn im Auge, da er die Grenze zwischem steuerfreiem Sachbezug und einer „verdeckten“ steuerpflichtigen Geldleistung immer mehr verschwimmen sah. Bereits zum 1. Januar 2020 hat er die Möglichkeiten, die 44-Euro- Grenze zu nutzen, eingeschränkt.

Dadurch werden zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, „Geldsurrogate“ und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, nicht mehr als Sachbezüge anerkannt. Sie zählen seitdem als Geld. Bestimmte Gutscheine und Geldkarten sollen davon jedoch weiterhin ausgenommen sein. Doch was bedeutet das konkret?

Kostenerstattungen für private Rechnungen des Arbeitnehmers werden nicht mehr als steuer- und sozialversicherungsfreie Sachbezüge anerkannt, auch nicht innerhalb der 44-Euro-Grenze.

Gutscheine, die Unternehmer von anderen Unternehmern erwerben, um sie ihren Mitarbeitern für private Zwecke zu überlassen, können unter Umständen weiterhin als Sachbezüge anerkannt werden. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt, sie monatlich 44 Euro nicht übersteigen und eine Barauszahlung ausgeschlossen ist.

Für Geld-/Guthabenkarten von Prepaid-Anbietern hat der Gesetzgeber die Regelung eingefügt, dass diese den Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) entsprechen müssen. Insbesondere für Sachbezugskarten wie Spendit & Co war zunächst noch unklar, ob diese weiterhin als Sachbezug anerkannt werden können.

Das bedeutete eine große Unsicherheit sowohl für Arbeitgeber, die ja für nicht korrekt einbehaltene und abgeführte Lohnsteuern und Sozialabgaben haften, als auch für die Kartenanbieter. Das Bundesfinanzministerium hat hierfür nun bis Jahresende eine Nichtbeanstandungsregelung bestätigt. Danach können solche Sachbezugskarten auch noch im Jahr 2021 als steuer- und sozialversicherungsfreie Sachbezüge anerkannt werden, auch wenn sie den Anforderungen des ZAG noch nicht gerecht werden.

Die Kartenanbieter müssen nun bis Ende des Jahres ihre Karten und Geschäftsmodelle so anpassen, dass Arbeitnehmern auch ab 2022 weiterhin steuer- und sozialversicherungsfreie Sachbezüge in Form von Sachbezugskarten gewährt werden können.


Autor

Peter Temmert ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in dem auf die Beratung von Hotels und Gaststätten spezialisierten ETL Adhoga Verbund aus Wuppertal.

Kontakt
ETL Adhoga Wuppertal
Tel: 0202-2496401
www.etl-adhoga.de


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