SnackificationWie der Megatrend Minimahlzeit die Gastronomie verändert

Der Snackification-Trend wird durch mehrere gesellschaftliche Veränderungen beeinflusst. (Bild: Futurefoodstudio 2019/Zukunftsinstitut)

„Snackification is King“: An die Stelle von Frühstück, Mittag- und Abendessen treten
immer öfter zeitungebundene kleine Imbisse. Was hat es mit der neuen Gastromode
auf sich, die auch in der Hotellerie zunehmend Fans gewinnt?

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Von der fettigen Portion Pommes zur gesunden Hawaii-Bowl, vom Döner zum chinesischen Dumpling: Was bisher als Snack die schnelle Lösung für eine Heißhungerattacke war, wandelt sich immer mehr zur gesunden kleinen Mahlzeit. „Diese verdrängt Schritt für Schritt die klassischen Komponenten Frühstück, Mittag- und Abendessen“, erklärt Ernährungs-Expertin Hanni Rützler in ihrem „Food Report 2020“. Bereits zum siebten Mal in Folge hat die Spezialistin in ihrem Trendreport, herausgegeben vom Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main, die wichtigsten Food-Entwicklungen analysiert.

Ernährungsexpertin Hanni ­Rützler sieht die “Snackification” als einen wichtigen Trend 2019.

Snackification: Über die USA nach Europa

Bereits 2019 schwappt der „Snackification“-Trend von den Vereinigten Staaten nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz und stellt auch für Hotel-Gastronomen eine Herausforderung dar. Das Essverhalten passe sich immer mehr den Rhythmen des Alltagslebens an, so Hanni Rützler. Und dieses gestalte sich gefühlt immer schneller, flexibler und mobiler. Zudem werde die Snacking-Bewegung von weiteren gesellschaftlichen Trends vorangetrieben. Hanni Rützler ist überzeugt: „Der Trend zum Snacking markiert einen grundlegenden Wandel unserer Esskultur.“

Beliebt sind Minimahlzeiten („Mimas“), die aus verschiedenen Kulturkreisen stammen. Darunter hawaiianische Bowls, amerikanische Burger, chinesische Dim Sum (gedämpfte oder frittierte Snacks wie Teigtaschen), japanische Ramen (Nudelsuppe mit Ei und Fleisch), spanische Tapas und levantinische Mezze (kleine Gerichte nach orientalischer Art wie Hummus). Durch den Einfluss der Esskulturen dieser Länder, in welchen vielfältige Gerichte in überschaubaren Größen bereits eine lange Tradition haben, ändere sich auch die deutsche Idee der Mahlzeit, so die Foodexpertin. Dadurch rücke auch der Dreiklang aus Vor-, Haupt- und Nachspeise immer mehr in den Hintergrund. “Gastronomen sollten das Angebot an Speisen auflockern und über den gesamten Tag kleine Speisen anbieten. Es gilt zudem, sich immer mehr von der klassischen, starren Menüfolge aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert zu lösen”, so Hanni Rützler. Demgeschuldet müsse sich die Gastronomie schrittweise auch von einer Kalkulation lösen, die sich an der Größe einer Portion orientiert.

Minimahlzeiten: Fleisch und Fisch werden zu Beiwerk

Beim Konsum der „Mimas“ achten die Verbraucher laut Hanni Rützler zudem nicht nur auf den Geschmack. Die Snacks sollen möglichst gesund sein, und ebenso „gut zu denken“. Sprich: Der Genuss ist auch an Werte wie Nachhaltigkeit und Fairness bei der Produktion gebunden. Fleisch und Fisch verlieren ihre zentrale Rolle, sie dienen tendenziell als Topping für pflanzenbasierte Gerichte, wie etwa bei den beliebten Buddha Bowls. Nachgefragt werden
verstärkt vegane und vegetarische Speisen. Als Zutaten im Trend sind etwa Getreide wie Quinoa, Hirse und Reis sowie Nüsse, Hülsenfrüchte, Samen, Gemüse, Tofu und Pilze. Laut Hanni Rützler könne aber generell jede Speise zu einer Minimahlzeit werden. Ein weiterer Vorteil des Trends: „Je kleiner die Portionen, desto mehr probieren die Gäste.“

Verena Usleber

 

 

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