Gute Sicherheit bleibt meist unsichtbar. Wie digitale Brandmeldesysteme Wartung vereinfachen und den Hotelbetrieb entlasten, zeigt das Van der Valk Hotel Nuland in 's-Hertogenbosch.
Brandschutz gehört zu den technischen Einrichtungen, die im Hotel möglichst niemand bemerkt – bis sie gebraucht werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Wartung. Digitale Systeme helfen dabei, Anlagen effizient zu überwachen, Serviceeinsätze gezielt zu planen und den Hotelbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Intelligente Auswerteverfahren können zudem die Zahl der Täuschungsalarme deutlich verringern.
Wie sich diese Anforderungen in der Praxis umsetzen lassen, zeigt das Van der Valk Hotel Nuland in 's-Hertogenbosch. Nach einer umfassenden Renovierung setzt das Haus auf eine vernetzte Brandschutzlösung mit einer digitalen Sicherheitsplattform und unauffälligen Meldern, die sich dezent in das Interieur des Hauses einfügen. Zum Einsatz kommt unter anderem die Plattform "Hertek Connect".
Echtzeitinformationen für Betreiber
Meldet die Brandmeldeanlage eine Störung, genügt dem zuständigen Techniker ein Blick in die spezielle App "Connect Control". Diese zeigt nicht nur den Ort der Störung, sondern auch, welche Komponente gegebenenfalls ersetzt werden muss. Dadurch lassen sich Serviceeinsätze schneller und gezielter durchführen – insbesondere bei nächtlichen Arbeiten oder in stark frequentierten Bereichen.
In 's-Hertogenbosch ergänzt Hertek Connect die Brandmelderzentrale „Penta 6000“, das Herzstück der Alarmierungsanlage. Die Plattform stellt dem Betreiber Systeminformationen in Echtzeit zur Verfügung. Sie zeigt nicht nur Störungen an, sondern auch deren Ursache – etwa Feuer, Abschaltungen oder Verbindungsfehler. Ebenso ist sofort erkennbar, ob sich die Anlage im Betrieb oder im Wartungs- beziehungsweise Testmodus befindet.
Die Office-Lösung "Connect Support" bündelt diese Informationen und bereitet sie betreiberspezifisch auf. Wartungsmaßnahmen lassen sich dadurch gezielt vorbereiten und effizient durchführen. Außerdem sammelt das System die Messwerte aller angeschlossenen Melder und ermöglicht den Export von Protokollen und Ereignisspeichern.
Digitale Unterstützung im Hotelalltag
In dem rund 30.000 Quadratmeter großen Hotel sind bis zu 700 Melder installiert. Ohne digitale Unterstützung würde jede Störungsmeldung zunächst mit einer zeitaufwendigen Suche beginnen. Die Smartphone-App führt das Wartungspersonal dagegen direkt zum betroffenen Melder. Die App meldet außerdem verschmutzte Melder, die ausgetauscht werden müssen. Solche Arbeiten lassen sich gezielt in Zeiten durchführen, in denen Zimmer oder andere Bereiche nicht belegt sind.
Täuschungsalarme vermeiden
Wie in vielen Hotels spielen auch in dem niederländischen Hotel Täuschungsalarme eine wichtige Rolle. Sie verursachen Kosten, stören den Betrieb und können den Ruf eines Hauses beeinträchtigen. Schon eine geöffnete Badezimmertür kann genügen, damit Wasserdampf einen Rauchmelder auslöst. Auch Sprays, Staub bei Reinigungsarbeiten oder Baumaßnahmen können Fehlalarme verursachen. Viele Kommunen berechnen inzwischen Gebühren für Feuerwehreinsätze ohne Brandereignis.
Moderne Brandmelderzentralen reagieren darauf mit einer mehrstufigen Alarmierung. Löst ein Melder aus, ertönt zunächst nur im betroffenen Bereich ein akustischer Alarm. Gleichzeitig wird eine zentrale Stelle informiert. Erst nach einer automatischen Verifizierung wird der Alarm auf das gesamte Gebäude ausgeweitet und die Feuerwehr alarmiert. Handelt es sich um einen Täuschungsalarm, bleibt der Hotelbetrieb ungestört und das System kehrt automatisch in den Normalbetrieb zurück.
Im Van der Valk Hotel Nuland kommt dafür unter anderem das Verfahren "Five+" zum Einsatz. Erst wenn innerhalb einer definierten Zeitspanne ein zweiter Sensor ebenfalls eine Brandursache erkennt, gilt der Alarm als bestätigt. Intelligente Algorithmen werten die Sensordaten aus und ermöglichen unterschiedliche Einstellungen für den Tag- und Nachtbetrieb. Nicht alle Ursachen von Täuschungsalarmen lassen sich technisch vermeiden. Ebenso wichtig sind die fachgerechte Platzierung der Melder nach DIN 14675 und VDE 0833 sowie regelmäßige Wartung und der vorgeschriebene Meldertausch.
Sicherheit und Gestaltung im Einklang
Bei der Modernisierung des Hauses spielte neben der Sicherheit auch die Gestaltung eine wichtige Rolle. Deshalb kommen deckenbündige schwarze Melder zum Einsatz, die sich auf dunklen Decken nahezu unsichtbar in das Interieur einfügen. Durch ihre kammerlose Bauweise bleiben lediglich fünf Millimeter sichtbar. Das Material ist laut Hersteller über die gesamte Lebensdauer farbstabil, sodass das Tiefschwarz erhalten bleibt. Für die Detektion sorgen drei Infrarot-LEDs und zwei tageslichtunempfindliche Leuchtdioden. Die Empfindlichkeit regelt der Melder automatisch nach. So bleibt die Erkennung über Jahre konstant. Mit einem Gewicht von 148 Gramm eignet er sich demnach auch für Zwischendecken. Das gesamte Soteria-Melderprogramm ist nach EN 54-7 und EN 54-17 zertifiziert.
Fazit
Das Beispiel aus 's-Hertogenbosch zeigt, wie sich moderner Brandschutz in den Hotelbetrieb integrieren lässt. Digitale Werkzeuge erleichtern Wartung und Betrieb, verkürzen Reaktionszeiten und helfen, Täuschungsalarme zu reduzieren. Gleichzeitig fügen sich Sicherheitskomponenten heute so unauffällig in die Architektur ein, dass sie von den Gästen kaum wahrgenommen werden. red