Insolvenz Revo-Insolvenz: 154 von 178 Hotels finden neue Eigentümer

Erst Anfang vergangenen Jahres hat die Revo Hospitality das Unternehmen H-Hotels mit mehr als 60 Häusern übernommen. Nun gehen die Hotels an neue Eigentümer über.
Erst Anfang vergangenen Jahres hat die Revo Hospitality das Unternehmen H-Hotels mit mehr als 60 Häusern übernommen. Nun gehen die Hotels an neue Eigentümer über. © Revo Hospitality Group

Einer der größten Insolvenzfälle der europäischen Hotellerie steht kurz vor dem Abschluss. Fünf internationale Hotelgruppen sowie Einzelinvestoren übernehmen 154 Hotels – 15 Häuser mussten schließen.

Rund acht Monate nach den ersten Insolvenzanträgen zeichnet sich für die Hotels der Revo Hospitality Group eine weitgehende Lösung ab. 154 der 178 insolventen Häuser sollen bis Anfang Oktober an neue Eigentümer übergehen; teilweise sind die Übernahmen bereits vollzogen. Damit bleibe auch ein Großteil der 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels erhalten.  

125 Häuser sind laut den Sanierungsgeschäftsführern Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn von GT Restructuring bereits verkauft, für 29 weitere stehen die Vertragsunterschriften unmittelbar bevor. Für neun Hotels wird noch nach Käufern gesucht, 15 Häuser mussten geschlossen werden – unter anderem wegen hoher Investitionen in den Brandschutz. „Für jedes der 178 insolventen Hotels mussten wir angepasste Lösungen finden. In jedem Fall waren die Interessen von Immobilieneigentümern, Franchisegebern und Arbeitnehmern zu berücksichtigen“, betont de Bruyn.

138 Hotelgesellschaften von Revo hatten im Januar und Februar beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Als einer der größten europäischen Multibrand-Hotelbetreiber hatte das Unternehmen in 135 Städten Hotels unter Marken wie Steigenberger, Pullman, Mövenpick, Ibis und Intercityhotel betrieben. Hinzu kamen eigene Marken, darunter H-Hotels. „Erhöhte Kosten von der Energie bis zum Personal sowie Doppelstrukturen durch starkes Wachstum belasteten das Geschäft. Zu lange mussten profitable Hotels die defizitären Häuser quersubventionieren“, erläutert Geiser.

Fattal, Motel One, B&B und Brown Hotels unter den Käufern

Fünf internationale Hotelgruppen übernehmen zusammen 81 Häuser. Der indische Hotelkonzern Prism sicherte sich 29 Hotels, die künftig unter den Eigenmarken Sunday und Belvilla firmieren sollen. Da Prism die Digitalisierung vorantreibe, würden dort Arbeitsplätze wegfallen – laut GT Restructuring allerdings weniger als 250 und nicht 500, wie von der Gewerkschaft NGG dargestellt.

Die israelische Fattal Hotel Group übernimmt 22 Häuser unter ihren Leonardo-Marken, darunter das künftige Leonardo Smart Vienna Airport Hotel mit 510 Zimmern am Flughafen Wien sowie die H2- und H4-Hotels am Berliner Alexanderplatz und Häuser in Dortmund und Düsseldorf. Motel One übernimmt neun Hotels in Städten wie Kiel, Dresden, Erfurt, München, Wien, Salzburg und Münster. B&B Hotels sicherte sich eine ähnliche Anzahl an Häusern. Zur israelischen Gruppe Brown Hotels gehören künftig acht der in Insolvenz befindlichen Hotels, darunter das H4-Hotel Mönchengladbach, das H2 und das Hyperion in Leipzig sowie das nicht insolvente Haus in Mailand.

Einzellösungen für 73 weitere Hotels

Neben den fünf großen Käufern fanden sich für 73 Hotels individuelle Lösungen. Die Lombard Estate Capital und die dänische Proark übernehmen jeweils mehrere der bislang unter der Marke Vienna House betriebenen Hotels – Proark etwa die vier Häuser in Stralsund, Rostock und Eisenach. Das Mövenpick Hotel Münster geht an die niederländische Odyssey Hotel Group, das Intercity Hotel Bonn an DQuadrat Living. Auch für das nicht insolvente Hotel in Italien wurde bereits eine Lösung gefunden. Für die nicht insolventen Revo-Hotels in der Schweiz und Polen suchen die Sanierungsgeschäftsführer noch Käufer. red/sar