Re-Opening im Bayerischen HofSo sieht das Restaurant Palais Keller jetzt aus

Das Restaurant Palais Keller des Bayerischen Hofs in München hat 47 Jahre nach seiner Eröffnung ein großes Makeover erfahren. Innerhalb von nur einem halben Jahr ließ Hotelinhaberin Innegrit Volkhardt die traditionsreichen Gemäuer umbauen, jetzt feierte das F&B-Outlet Wiedereröffnung. Highlight ist unter anderem ein Boden, der aus den Straßen Italiens stammt.

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Ein 8,40 Meter langer Eichentisch, verwittert, aber aufgearbeitet, fällt in den Räumen des Restaurants Palais Keller im Palais Montgelas sofort ins Auge. Anschließend fällt der Blick fast unweigerlich auf den Steinboden, der an ein Straßenpflaster erinnert. In beiden spiegelt sich der Ansatz des belgischen Inneneinrichers Axel Vervoordt wieder, der bereits zum siebten Mal für Innegrit Volkhardt und ihren Bayerischen Hof tätig war und in der Vergangenheit unter anderem die 2018 eröffnete Penthouse Suite gestaltet hatte.

Vervoordt setzt auf die Schönheit im Unperfekten, auf Authentizität, auf Pathos. Der Tisch wurde aus einer Eiche gefertigt, die er noch als lebenden Baum kannte. Seither stand die Tafel im Garten des Designers, der sich auch als Kunstsammler und Antiquitätenhändler international einen Namen gemacht hat. Ab sofort speisen die Gäste des bayerischen Restaurants daran. Und auch der Steinboden unter den rund 200 Sitzplätzen hat eine Geschichte. Er stammt aus Italien, und diente dort bereits vor 400 Jahren als Straßenbelag. Vervoordt kaufte das Naturmaterial vor einiger Zeit, jetzt hat es seine vorerst finale Bestimmung gefunden. Wände und Decken samt Rundbögen in dem 1425 als Salzlager errichteten Palais Keller wurden freigelegt und mit heller Kalkfarbe wieder in einen ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Das Mobiliar besteht aus altem Holz, auf viel Chichi wurde verzichtet. Denn der Keller mit seinem Gewölbe soll bewusst an ein Kloster erinnern. “Gerade in der heutigen Zeit, in der alles so fake und so oberflächlich ist, sehnen sich die Menschen nach einem echten, authentischen Ort wie diesem”, sagte Vervoordt bei der Eröffnung des Palais Kellers am Mittwoch.

Authentisches Ambiente, bodenständige Küche

Und diese Geradlinigkeit und Bodenständigkeit spiegle sich auch in den Speisen wieder, die Küchenchef Tobias Heinze serviert. Bereits seit sechs Jahren ist der Koch für den Bayerischen Hof tätig. “Klarheit und Austrucksstärke zeichnen unsere Gerichte aus”, sagt er. Auf der Karte stehen lokale Speisen wie Weißwurst und Bayerisch Crème. “Ich verwende nur einige wenige Gewürze, die aber für sich stehen”, so der Chef, der sich in der offenen Küche wohl fühlt. Besonders freut sich der Koch auch über die kleine Bäckerstube, die sich direkt an die Küche anschließt. Nicht nur das Brot hausgemachte Brot stammt von hier. “Es war uns immer schon wichtig, so viel wie möglich selbst zu machen”, erklärte Innegrit Volkhardt, die das Hotel seit 1992 in vierter Generation führt, beim Opening.

Als Gäste wünsche man sich internationale Klientel gleichermaßen wie Münchner. “Hier sind immer schon alle willkommen, vom Studenten bis zum Präsidenten”, so Innegrit Volkhardt. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das man übrigens beibehalten hat: Im Palais Keller des Bayerischen Hofs sind Brezen und Brot kostenlos. Innegrit Volkhardt: “Schließlich wollen wir auch die Gäste, die nur auf ein Bier vorbeischauen.” Die Preise für die Speisen sind laut der Hotelière ebenfalls gleich geblieben.
Verena Usleber

 

 

 

 

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