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Opening in Deutschland, Südtirol und der SchweizSo schätzen diese fünf Hoteliers die Lage ein

Wie bereiten sich Hoteliers in Deutschland, Südtirol und der Schweiz auf die anstehenden Re-Openings vor? Welche Hygiene-Maßnahmen wollen sie ergreifen? Woran wird aktuell gearbeitet? Das haben fünf Branchen-Insider in einer Online-Talkrunde verraten. Besonders zeigte sich: Über die Implementierung von Corona-Tests sind sich die Experten uneinig.

Beim virtuellen Round Table der Agentur Global Communication Experts gaben fünf Hoteliers Einblicke in ihre aktuelle Situation: Hauke Petersen, Hoteldirektor des Upstalsboom Wellness Resort Südstrand auf Föhr, Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflicher Park Health & Balance Resorts in Bad Driburg (NRW), Gerhard Pohl, Geschäftsführer Die Sonne Frankenberg in Frankenberg (Waldecker Land, Hessen), Philippe Frutiger, CEO der Schweizer Giardino Group und Teresa Unterthiner, Inhaberin des Hideaways Forestis in Südtirol, das im Sommer 2020 starten soll.

Dabei wurde klar: Schon bei den Eröffnungsdaten unterscheiden sich die Situationen der Hotels gravierend. Während das Upstalsboom Wellness Resort Südstrand auf Föhr am 18. Mai auch mit unbegrenzten Kapazitäten wieder startet, öffnet beispielsweise das Gräflicher Park Health & Balance Resorts in Bad Driburg ab 20. Mai (erlaubt wäre der 18. Mai) mit eingeschränkter Zimmerzahl. „Wir starten mit 50 von 135 Zimmern“, so Geschäftsführer Volker Schwartz. Die Abläufe habe man vorab vor allem mit den Azubis, die nicht in Kurzarbeit oder freigestellt waren, getestet. „Aktuell konzipieren wir, wie wir unsere Tische stellen sollen“, so Schwartz. Im Hessischen Die Sonne Frankenberg öffne man das Hotel, aber vorerst nur eines von drei Restaurants, so Geschäftsführer Gerhard Pohl. Das Konzept habe man in einer Task-Force aus Geschäftsleitung und Mitarbeitern entwickelt. „Wir freuen uns“, so Pohl. Dennoch sei die Lage schwierig einzuschätzen: „Werden wir von Gästen überrannt, oder kommt keiner?“ Und in der Schweiz, so Philippe Frutiger, CEO der Giardino Group, öffne man ab 15. Mai. „Wir fangen vorsichtig an, desinfizieren jede Flasche in den Minibars, halten zwei Meter Abstand, und die 50 Prozent der Mitarbeiter, die vor Ort sind, werden Mund-Nasen-Schutz tragen. Das sind nur einige Maßnahmen.“

Corona-Tests im Hotel?

Zur „Corona-freien-Zone“ wolle man das Hideaway Forestis in Südtirol erklären, das im Sommer 2020 starten soll, so Inhaberin Teresa Unterthiner. „Wir haben geplant, mehrmals täglich Corona-Tests bei Gästen und Mitarbeitern durchzuführen. Zudem soll es an allen Eingängen Stationen mit Fieberthermometern und Desinfektionsmittel geben; eine Person soll auf zehn Quadratmeter Nettonutzfläche kommen, und vieles mehr“, erklärte die Hotelière und stieß damit nicht nur auf Zustimmung. Philippe Frutiger, CEO der Giardino Group, etwa sagte: „Wir werden keine Tests machen. Denn kein Gast will in einer Klinik Urlaub machen.“ Seine Prognose: „Die Risikogruppe wird sowieso zurückhaltend reisen.“ Die Erfahrung von Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflicher Park Health & Balance Resorts, zeigt dazu: „Potenzielle Gäste, die jetzt wegen einer Buchung anrufen, teilen sich in zwei Lager: Die einen sind eher ängstlich und wollen genaue Informationen etwa zum Hygienekonzept. Die anderen zeigen beispielsweise Unverständnis dafür, dass der Spa-Bereich vorerst nicht eröffnen wird.“

Diskussionspunkt Wellnessbereich

Generell, sind sich die Hoteliers einig, sei man auf die Kooperationsbereitschaft der Gäste angewiesen. Diesen müsse man die Verhaltensregeln auf sensiblem Weg kommunizieren. Auch, und vor allem, wenn es um den Wellnessbereich ginge, der nicht in allen Hotels gleich wieder eröffnen darf – auch von Seiten der Länder. „Das Thema Spa ist entscheidend“, ist sich Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflicher Park Health & Balance Resorts sicher. „Unser Freibad wird offen sein, aktuell warten wir noch auf ein Feinkonzept von NRW.“ Massagen werde es geben, mit 50 Prozent Belegung. Bei Hauke Petersen vom Upstalsboom Wellness Resort auf Föhr bleiben Schwimmbäder und Saunen vorerst geschlossen, wie es mit dem Fitness-Bereich aussehe, sei noch fraglich. Ein Lösungsweg, den Gerhard Pohl, Geschäftsführer Die Sonne Frankenberg dabei geht: Das Gym darf genutzt werden, allerdings nur 30 Minuten lang pro Person; anschließend wird ein Zeitfenster von 15 Minuten für die Desinfektion frei gehalten.

Gastronomie zwischen Opening und Zurückhaltung

Auch beim Thema Restaurants zeigten die Hoteliers unterschiedliche Vorgehensweisen. So streicht das Upstalsboom etwa Buffet und setzt auf Service und Menü. „Auch den Service müssen wir neu lernen, aber bald werden wir wieder relaxt arbeiten können“, so Petersen. In der Sonne Frankenberg öffnet sogar ein eigenes Pop-Up-Restaurant der hauseigenen Sternegastronomie – mit verkleinertem Menü und kürzeren Öffnungszeiten. Man müsse sich eben an die neue Realität anpassen, waren sich die Hoteliers einig. „Und auch die wird schnell zur Gewohnheit werden“, ist sich der Schweizer CEO Frutiger sicher.

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