Mit Sicherheitskatalog für möglichen Restart Sylter Unternehmer fordern Öffnungsperspektive

Die Destination Sylt ist in Gefahr, sagen die betroffenen Unternehmer. Sie fordern eine Öffnungsperspektive. © Pixabay/Casc

Prominente Gastronomen, Hotelbetreiber, Einzelhändler und Ferienvermieter sehen die Destination Sylt durch den seit Wochen andauernden Lockdown und die fehlende Öffnungsperspektive bedroht. Sie fordern einen konkreten Zukunftsausblick und legen einen Sicherheitskatalog für einen möglichen Restart vor. 
"Wann? Wie? Natürlich beschäftigt auch die Tourismushochburg Sylt die hitzig geführte Diskussion über einen möglichen Neustart des Tourismus zu Ostern (mehr dazu lesen Sie hier). Mit einem konkreten Öffnungsdatum war nicht zu rechnen, aber damit schon: Mit einer Perspektive! Die ernüchternde Realität: Bund und Länder streiten sich um Öffnungsszenarien", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben, das unter anderem Brancheninsider wie Grand Chef Holger Bodendorf vom Landhaus Stricker, Gastgeber und Patron des Sölring Hof Johannes King, Martin Bendler vom Dehoga Sylt/Operations Manager des Dorint Strandresort & Spa und Hoteldirektor Marco Winter vom Hotel Budersand unterzeichnet haben (eine Liste aller Beteiligten finden Sie weiter unten im Artikel).
Es gebe unterschiedlichste Meinungen und Ansätze, so die Gastwirte. In Gastronomie, Ferienwohnungsvermietung, Hotellerie und Einzelhandel herrsche Zukunftsangst. "Sollte das Ostergeschäft ausfallen, fühlen sich nach einer aktuellen Umfrage 32 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Über die Hälfte der Betriebe erklären, dass in acht Wochen nichts mehr geht. Ein Drittel der Jobs in Schleswig-Holstein sind akut bedroht. Das entspräche statistisch etwa 48.450 Vollzeitkräften. Viele Beschäftigte haben durch Kurzarbeit starke Einkommenseinbußen. Betroffen sind vor allem kleine und mittlere Einkommen."
Die versprochene Perspektive zur Wiedereröffnung bleibe bisher aus. Die Beteiligten fragen: "Was ist aus der Strategie zur wirtschaftlichen Wiederbelebung, was aus den mit viel Tamtam präsentierten Stufenplänen geworden? Es ist frustrierend, dass unsere Konzepte, Vorschläge, Pläne und Diskussionsansätze in den politischen Gremien zwar registriert, aber dann nur wenig beachtet werden." Vollständige Sicherheit werde es nicht geben. "Aber wir wiederholen unsere Vorschläge von der Insel für ganz Schleswig-Holstein."

Der Sicherheitskatalog im Einzelnen:

- Anreisende Gäste nur mit einem negativen PCR-Test oder Antigen-Test mit entsprechender Zulassung.
- Wöchentliche Testung aller Mitarbeiter mit Schnelltests (Gurgeltest). Die gestrige Ankündigung von Gesundheitsminister Spahn passt dazu und macht Mut – Schnelltest für Jeden, finanziert vom Bund (Spahn hatte angekündigt, ab dem 1. März sollten alle Bürger kostenlos von geschultem Personal auf das Coronavirus getestet werden können, Anm. d. Red.)
- Nutzung einer digitalen Nachverfolgungs-App (beispielsweise Luca)
- Verstärkte Kontrollen der Hygienemaßnahmen
Mit diesem Sicherheitskatalog halten die Unterzeichner Tourismus in Schleswig-Holstein für möglich. Tatsache sei, dass der wirtschaftliche Druck wachse. "Wir können unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiter und deren Familien nicht gerecht werden, da wir im Moment weder eine kurzfristige noch eine mittlere Perspektive aufzeigen können."
Zudem würden die angekündigten Hilfen nur schleppend fließen. "Für manche Betriebe gibt es gar keine Unterstützung. Schnellere Auszahlungen sind zwingend erforderlich. Konsequenz der Nicht-Hilfe: die Destination Sylt ist gefährdet. Wir fordern die Politik auf: Geben Sie uns eine Perspektive!"

Das sind die Beteiligten

Moritz Bals, Appartementvermietung; Martin Bendler, Dehoga Sylt; Holger Bodendorf,  Landhaus Stricker; Sabine und Dirk Erdmann, Hotel Rungholt; Karl Max Hellner, Modehaus Hellner; Robert Jopp, Fährhaus Munkmarsch; Anja und Claas-Erik Johannsen, Benen-Diken-Hof; Johannes King, Sölring Hof; Tom Langmaack, Cafe Wien; Jürgen Gosch und Michael Lorenzen, Gosch Sylt; Jan Nissen-Hünding, Samoa Seepferchen; Alessandro Pape, Sylter Meersalz; Sven Paulsen, Adler-Schiffe; Thomas Raffelhüschen, Bäckerei Raffelhüschen; Marcus Riel, Reinhold Riel Immobilien; Jan-Hendrick Rose, Rose Immobilien; Herbert Seckler, Sansibar ; Christian Siegling, Severin*s Resort & Spa und Marco Winter, Hotel Budersand.