Insolvenz Lindner Hotels AG meldet Insolvenz in Eigenverwaltung

Lindner Hotel Düsseldorf Seestern
Vom Insolvenzantrag betroffen: Das Lindner Hotel Düsseldorf Seestern mit seinen 83 Mitarbeitern. © Nicole Zimmermann

Das Unternehmen habe die Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Monate sowie die Rezessionseffekte und diverse Kostenblöcke nicht länger kompensieren können. Um es für die Zukunft abzusichern, sei eine nachhaltige Restrukturierung unumgänglich.

Die Lindner Hotels AG hat zuletzt trotz erfolgreicher konzeptioneller Arbeit nicht die Erträge erwirtschaftet hat, um nachlaufende Verpflichtungen in Folge der Pandemie und des Ukraine-Krieges dauerhaft bewältigen zu können. Deshalb hat sich jetzt den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

Von den insgesamt 41 Hotels der Lindner Unternehmensgruppe betreibt die Lindner Hotels AG mit Hauptverwaltung in Düsseldorf Hotels an 13 Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leverkusen, Mainz, Oberstaufen und Westerburg.  

Das Amtsgericht Düsseldorf ist dem Antrag der AG gefolgt und hat Prof. Dirk Andres von der Kanzlei AndresPartner als vorläufigen Sachwalter für die Lindner Hotels AG bestellt. Darüber hinaus unterstützt der Restrukturierungsexperte Frank Kebekus von der Kanzlei KebekusPartner Rechtsanwälte die Vorstände der Lindner Hotels AG, Frank Lindner und Christoph Scherk, im Eigenverwaltungsverfahren der Lindner Hotels AG als Generalbevollmächtigter.

Frank Kebekus
Restrukturierungsexperte Frank Kebekus: Er unterstützt die Lindner Hotels AG im Eigenverwaltungsverfahren als Generalbevollmächtigter. - © Kanzlei KebekusPartner

Laut einer Pressemitteilung der Lindner Hotels AG konnten die Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Monate und Jahre die Rezessionseffekte, diverse Kostenblöcke wie Mieten, Energiekosten, Materialkosten oder die Zinsentwicklung nicht länger kompensieren. „Somit war es insbesondere angesichts der Verpflichtungen der AG aus der Vergangenheit wirtschaftlich wie strategisch geboten, ein Eigenverwaltungsverfahren für die Lindner Hotels AG zu beantragen, um die AG mit den Instrumenten der Insolvenzordnung nachhaltig zu restrukturieren“, betont Frank Kebekus. Die Lindner Hotels AG wolle sich damit zugleich alle Chancen wahren, die Zukunft ihrer Konzepte mittel- und längerfristig abzusichern.

Hotel- und Geschäftsbetrieb wird fortführt

Die Belegschaft der Hotelgruppe wurde entsprechend über diese Schritte informiert. Die AG beschäftigt derzeit knapp 650 Angestellte, 96 Auszubildende und bis zu 100 Aushilfen. Indes soll der Hotel- und Geschäftsbetrieb in der gesamten Unternehmensgruppe, bei allen Gesellschaften und an allen Standorten so reibungslos wie möglich fortgeführt werden.

Weitere Unternehmen oder Standorte der Hotelgruppe seien von dem für die Lindner Hotels AG beantragten Verfahren nicht unmittelbar betroffen, darunter die zwölf Hotelstandorte der ‚Lindner Lifestyle Hotels GmbH (me and all)‘ und der ‚7Pines/L Collection‘ in Deutschland sowie elf Hotelstandorte in Europa und eines in den USA. Für sie wurde kein Insolvenzantrag gestellt. Ebenso wenig fünf in der Realisierung befindlichen ‚me and all hotels‘ der Lindner Lifestyle Hotels GmbH. red/brg

Lindner Hotels AG

Die Lindner Hotels AG wurde 1973 in Düsseldorf vom Diplom-Ingenieur und Architekt Otto Lindner gegründet. Die AG beschäftigt derzeit knapp 650 Angestellte, 96 Auszubildende und bis zu 100 Aushilfen. Die meisten Lindner Hotels & Resorts sind seit 2022 Teil des international aufgestellten Kooperationsprojekts „Joie de Vivre“-Hotels (JdV by Hyatt) geworden. Darüber hinaus hat Lindner seine Präsenz im Markt mit vier Marken klar strukturiert: Die exklusiven Lindner Hotels & Resorts im gehobenen Mittelklasse-Segment, die luxuriösen sieben Pines Hotels & Resorts, die urbanen Lifestyle-Boutique-Hotels von me and all sowie die L-Collection, eine Kollektion exklusiver, internationaler Destinationen.