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StartBusiness & ManagementBusinessKooperation::Deutsch-spanische Win-win-Allianz

KooperationDeutsch-spanische Win-win-Allianz

Die Distributionskooperation Dorints mit der Barceló Hotel Group soll die Sichtbarkeit beider Hotelgruppen in den Buchungskanälen steigern und neue Gästezielgruppen erreichen. Auch Marketing und Mitarbeiterthemen könnten davon profitieren.

Die deutsche Hotelgruppe Dorint und das spanische Hotel- und Touristikunternehmen Barceló vermarkten ihre Hotels seit Juli 2022 gegenseitig. Bislang konzentriert sich die Partnerschaft auf eine Distributionsallianz. Doch hinter den Kulissen wird bereits weiter an der Intensivierung der strategischen Zusammenarbeit gearbeitet. Dies betrifft unter anderem Mitarbeiterkonditionen oder angepasste Optionen für die Mitglieder der Loyalty-Programme.

Dirk Iserlohe: „Bisher einzigartige Kooperation von First-Class-Hotels in der europäischen Hotellerie auf Augenhöhe.“ (Bild: Dorint/Soenne.com)

Durch die Allianz können die 64 Dorint Hotels & Resorts in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) nun auch über die Homepage und die Distributionskanäle von Barceló gebucht werden. Parallel dazu sind 160 ausgewählte Häuser der Barceló Hotel Group in Destinationen wie Spanien, Tunesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mexico oder der Dominikanischen Republik über die Webseite und die Distributionskanäle von Dorint buchbar.

Entstanden sei, „eine bisher einzigartige Kooperation von First-Class-Hotels in der europäischen Hotellerie auf Augenhöhe“, so Dorint-Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe über das Ergebnis, „und das besonders in diesen unruhigen und wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“

Ähnliche Strukturen, verschiedene Destinationen

Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Dirk Iserlohe war Mitte vergangenen Jahres in die Zentrale von Barceló nach Mallorca gereist, um mit Raúl Gonzáles, CEO für Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei der Barceló Hotel Group, über die Möglichkeiten einer Kooperation zu sprechen. „Bei der Suche nach potenziellen Partnern war uns aufgefallen, dass Barceló als Familienunternehmen ähnliche Strukturen wie Dorint hat, aber in der DACH-Region kaum vertreten ist“, erläutert Dorint-CEO Jörg T. Böckeler. Genau dort liegt der Schwerpunkt von Dorint, und das soll bei der weiteren Expansion auch so bleiben.

Stadt-Strand-Hotel: Das Barceló Illetas Albatros – Adults only auf Mallorca liegt rund 15 Minuten vom Stadtzentrum Palma de Mallorca entfernt, wo sich auch der Unternehmenssitz der Barceló Hotel Group befindet. (Bild: Barceló)

Über Barceló

Die Barceló Hotel Group gehört zum Barceló Hotel- und Touristik-Konzern und zählt zu den 30 größten Hotelgruppen weltweit. Derzeit betreibt die Gruppe mehr als 270 Ferien- und Cityhotels im 4- und 5-Sterne-Segment mit mehr als 60.000 Zimmern in 24 Ländern weltweit. Die Hotels werden unter den vier Marken Royal Hideaway Luxury Hotels & Resorts, Barceló Hotels & Resorts, Occidental Hotels & Resorts und Allegro Hotels betrieben.


 

Während Barceló so gut wie keine Hotels in der DACH-Region hat, hat Dorint keine an den Barceló-Standorten. Das Markenportfolio selbst sei sich aber sehr ähnlich, so Böckeler. Beide Hotelgesellschaften führen Full-Service-Hotels und zielen gleichermaßen auf Leisure- wie Businessgäste ab.

Jörg T. Böckeler: „Der Zusammenschluss wird die Sichtbarkeit unserer Häuser in allen Distributionskanälen steigern.“ (Bild: Dorint)

„Da sich unsere Standorte nicht überschneiden, fischen wir bei den Gästen nicht im selben Teich“, so Böckeler. „Gleichzeitig sind wir aber beide dem Druck der Online Travel Agencies (OTAs) ausgesetzt. Und genau dies macht die Distributionskooperation so wertvoll.“ Der Dorint-CEO ist überzeugt: „Der Zusammenschluss wird die Sichtbarkeit unserer Häuser in allen Distributionskanälen steigern, gleichzeitig wird die gegenseitige Vermarktung den Hotels beider Partner aus dem Stand viele neue Gäste bescheren. Wir bauen unsere Netzwerke in Europa damit gemeinsam weiter aus.“

Jeder behält seine Preishoheit

Nachdem sich die Führungskräfte der beiden Unternehmen auf eine Distributionskooperation geeinigt hatten, begann die Zusammenführung der Buchungssysteme. Die Systemanpassung war dabei relativ einfach. Beide Unternehmen arbeiten mit der Buchungsmaschine Synxis zusammen, was eine hohe Kompatibilität gewährleistete.

Neun Monate nach dem ersten Treffen zwischen Iserlohe und Gonzáles gingen die Plattformen, über die der jeweilige Partner ebenfalls gebucht werden kann, online. Dorint-Gäste haben damit direkten Zugriff auf Barceló-Ziele in weltweit 24 Ländern, die Barceló-Gäste auf die Dorint-Destinationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Bei diesem Konstrukt bleiben die Preishoheit und die Buchungsstrecke im eigenen Haus. Die Buchung eines Dorint-Hotels über Barceló läuft automatisch in unsere Buchungsmaschine und umgekehrt“, betont Böckeler. „Wir wollten so wenig Maintenance wie möglich haben. Und das läuft sehr glatt.“

Dorint-Flaggschiff: Das Hotel am Heumarkt in Köln mit seiner Präsidentensuite mit Dom-Blick. (Bild: Dorint)

Über Dorint

Die DHI Dorint Hospitality & Innovation GmbH mit Sitz in Köln betreibt unter den Marken Dorint Hotels & Resorts, Hommage Luxury Hotels Collection und Essential by Dorint heute 64 Häuser – davon drei in der Schweiz und zwei in Österreich. Im September 2019 wurde die Marke Dorint Hotels & Resorts 60 Jahre alt.


 

Für die Buchung, die von der jeweils anderen Webseite eingeht, bezahlt jedes der beiden Unternehmen einen Systemkosten-Beitrag. „Dabei handelt es sich um eine einstellige Provisionsgebühr, also etwa sechs bis sieben Euro für die systemischen Kosten“, so Böckeler. „Mit den Gebühren für eine OTA kann man das nicht vergleichen.“ Abgerechnet wird quartalsweise. Der Vertrag zwischen den beiden Partnern ist zunächst auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt.

Mehr als eine Buchungsallianz

Bereits jetzt geht die Zusammenarbeit über die reine Buchungsoption hinaus. „Wir schließen uns gegenseitig in Marketingaktionen ein, erwähnen den jeweils anderen beispielsweise in unseren Closed-User-News, wie Direktwerbung und Newslettern, oder legen gemeinsame Promotions auf“, so Böckeler. Auch auf Verkaufsebene bestehe ein reger Austausch, und es wird schon weitergedacht. So arbeiten Dorint und Barceló an Plänen, den Partner beispielsweise auf Messen mitzuvermarkten, auf denen dieser bisher selbst nicht vertreten war.

Außerdem soll geprüft werden, ob und wie sich die Loyalty-Programme verknüpfen lassen. Zudem könnte die Allianz auch für das große Thema Mitarbeiterbindung und -akquise interessant sein. Böckeler unterstreicht: „Wir sehen hier durchaus Möglichkeiten für zusätzliche Benefits.“

Susanne Stauß


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