Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartAufmacherITB::Prognosen und Trends für das Tourismusjahr 2022

ITBPrognosen und Trends für das Tourismusjahr 2022

Auch in diesem Jahr findet die ITB wegen der Pandemie online statt. Zum Auftakt blicken die ITB Berlin und Statista Q gemeinsam ins Reisejahr 2022 und in die Zukunft der Tourismusbranche.

Die Tourismusbranche ist nach zwei schwierigen Corona-Jahren auf Erholungskurs. Bereits 2021 sei eine deutliche Entspannung spürbar gewesen: 36 Prozent Umsatzwachstum im Vergleich zu 2020. Die Branche setzte im vergangenen Jahr, laut Mobility Market Outlook (MMO) von Statista, global rund 260 Milliarden Euro um. In diesem Jahr werden es voraussichtlich mehr als 353 Milliarden Euro sein. Bis zur vollständigen Erholung dauert es den Experten des MMO zufolge bis 2024.

Die Corona-Pandemie hat das Reiseverhalten der vergangenen zwei Jahre maßgeblich beeinflusst und wird das auch in den kommenden Jahren tun. Doch welche Entwicklungen und Trends sind von Dauer? Im Global Consumer Survey (GCS) von Statista aus dem Februar 2022 mit mehr als 2.000 Befragten zeigt sich, welche Trends aus dem Markt kommen und wie diese einzuschätzen sind.

Reisende fordern mehr Flexibilität

Flexibilität ist seit Pandemiebeginn eine Grundbedingung für den Tourismus. Während die Mehrheit der Reisenden in Deutschland für den Antritt internationaler Reisen 2019 noch eine Entscheidungszeit über drei Monaten brauchte, entscheiden sich mittlerweile 28 Prozent der Touristen innerhalb von ein bis drei Monaten, wie aus der Umfrage herausgeht.

Die Relevanz von Reiserücktrittsversicherungen ist im Vor-Corona-Vergleich um fast zehn Prozent gestiegen, die von Reiseabbruchsversicherungen sogar um über 20 Prozent. Der Kundenwunsch nach Flexibilität drücke sich auch darin aus, dass die Nutzung von Online-Buchungs-Apps um über 40 Prozent im Vergleich mit 2019 zugenommen hat. Im Binnentourismus ist diese Flexibilität schon vor der Pandemie zugegen gewesen: Mehr als die Hälfte der reisenden Deutschen entschieden sich laut GCS maximal drei Monate vor Reiseantritt für Inlandsreisen.

Deutschland-Tourismus verjüngt

Durch Covid befindet sich der Binnentourismus im Höhenflug: Während der Anteil an den Übernachtungen Deutscher Gäste im Juni 2019 nach Daten von Destatis bei 84 Prozent lag, betrug er sowohl im Juni 2020 und 2021 94 Prozent. Obwohl die Rückkehr ausländischer Touristen diesen Anteil senken wird, ist vor allem bei den „unter-30-Jährigen“ eine Veränderung sichtbar. Der GCS zeigt: Deutschlandreisen sind beliebter denn je. Auch im nächsten Jahr wollen über 38 Prozent der Reisenden unter 30 Jahren eine Inlandsreise vornehmen, eine Steigerung von fast 25 Prozent.

Insgesamt planen 72 Prozent der reisenden Deutschen in den kommenden zwölf Monaten einen Inlandsurlaub. 2019 lag dieser Anteil noch bei 39 Prozent. Während zwölf Prozent als Grund für den Inlandsurlaub Nachhaltigkeit angeben, sind 37 Prozent der Meinung, dass Deutschland-Urlaub ebenso aufregend wie eine Auslandsreise sein kann.

ITB Berlin Convention 2022
ITB Berlin Kongress 2022 – Statista. (Bild: Messe Berlin GmbH)

„Smart Accommodation“

Mehr als die Hälfte aller Reisenden ist eigenen Angaben zufolge für zukünftige Reisen an neuer Technologie interessiert. Smart-Home-Geräte sind für 21 Prozent der Touristen aus Deutschland, den USA und Großbritannien interessant, etwas weniger beschäftigen sich mit Erkennungstechnologie, Virtueller Realität und individualisierten Reiseempfehlungen durch Künstliche Intelligenz.

Das neue Schlagwort lautet „Workation“

Vor allem für Teile der urbanen Bevölkerung entwickelt sich neben den klassischen Reiseformaten Urlaub, Familienbesuch, Sightseeing und weiteren ein neuer Reisegrund: das Arbeiten. „Working from anywhere“ oder auch „Workation“ genannt. Dieses Konzept wurde im letzten Sommer durch Sundar Pichai, CEO von Google, einer breiteren Masse bekannt, indem er in einer veröffentlichten E-mail verkündete, jedem Mitarbeitenden stünden bis zu vier Wochen „Workation“ zu. Das berichtet die ITB. Das weltweite Online-Suchvolumen habe sich seitdem mehr als verdoppelt. Dadurch könnte sich eine neue Kundengruppe entwickeln, die mit völlig neuen Bedürfnissen und einem Geschäftsreise-untypischen Verhalten neue Potenziale entstehen lassen können.

Herausforderungen

Durch den Ukraine-Krieg sieht sich die Branche vor zusätzlichen Herausforderungen. „Der Krieg und die internationalen Reaktionen darauf werden Folgen für unser aller Leben haben, für die Wirtschaft und unsere internationale Industrie“, sagte DRV-Präsident Nobert Fiebig bei der Eröffnung der ITB. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck sieht im Tourismus eine Möglichkeit zur Völkerverständigung.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck wies auf die Belastung des Klimas durch Reisen hin. Etwa acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen werden auf den Tourismus zurückgeführt. „Wenn wir also jetzt einen Neustart der Tourismus-Branche nach den Jahren der Pandemie erleben, dann sollte es ein Neustart auch Richtung Klimaneutralität und Nachhaltigkeit werden“, sagte der Minister. Es gehe darum, die Erde lebenswert zu erhalten und so für viele Menschen zu einem Erlebnisraum zu machen. „Darauf wollen wir hinarbeiten, (…) und darauf soll die staatliche Unterstützung in Zukunft gerichtet sein.“ mit dpa

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link