Henn-na Hotel Japan Robotern wird der Strom abgestellt

Das Henn-na Hotel in Japan hat einige Roboter aussortiert – im Sinne eines besseren Workflows. (Bild: Henn-na Hotel)

Im Henn-na Hotel erledigten Roboter bis dato einen Großteil des Service – sogar in Form eines Dinosauriers an der Rezeption. Reibungslos verrichteten die Maschinen ihre Arbeit aber mitnichten – was jetzt Konsequenzen nach sich zog.

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Seit Jahrzehnten flirtet Japan mit der Automatisierung von Arbeitsprozessen. Die Japaner träumen von Beziehungen zu nicht ganz menschlichen Freunden, Kinder lernen, dass neben Menschen auch Tiere und vielleicht sogar Roboter eine Seele haben können. In Japan respektiert man sie, und wenn sie dazu noch niedlich oder lustig aussehen, liebt man sie wie Haustiere. So stoßen japanische Forscher und Unternehmen auch auf wenig Skepsis, wenn es darum geht, das Leben durch Maschinen angenehmer zu gestalten.

Entsprechend dieser Philosophie wurden im Henn-na Hotel in Südwestjapan, nahe Nagasaki, fast nur noch Roboter beschäftigt – als Rezeptionisten, Concierge, Taxianrufer, Kofferträger und Gepäckaufbewahrer. Letzterer arbeitet gegenüber der Rezeption hinter einer Glaswand und verstaut das Gepäck der Gäste. Der Roboter an der Rezeption präsentiert sich wiederum als adrett gekleidete japanische Dame in einem weißen Kostüm – mit Tuch um den Hals, die Haare perfekt gebunden. Am Schalter nebenan macht ein Dinosaurier den gleichen Job.

Stets zu Diensten waren die Roboter den Gästen im Henn-na Hotel nicht immer.

Zumindest war dies bislang so. Denn: Sie machten Gästen und Management in einigen Bereichen das Leben schwer. Eigenständig konnten beispielsweise die Rezeptions-Roboter die Gäste in einigen Fällen nicht einchecken, da ausländische Pässe nicht kopiert werden konnten. “Chuuri-chan” hingegen, die Service-Einheit auf dem Zimmer, sollte den Gast bei der Raumsteuerung unterstützen: Auf Anfrage schaltete er das Licht an und aus, sagte das Wetter an und informierte über die genaue Uhrzeit. Während der Nachtruhe allerdings interpretierte Chuuri-chan das Schnarchen des Gastes mitunter als Anfrage und weckte ihn auf – kein guter Job.

Für das Management waren diese und andere Begebenheiten einem Artikel des Wall Street Journal zufolge Grund genug, die Hälfte der rund 250 Roboter stillzulegen. Ein Angestellter äußerte sich jetzt zufrieden über die neuen Arbeitsbedingungen, da man den Gästen nun weniger bei ihren Problemen mit den Robotern helfen müsse.

Ganz ähnliche Erfahrungen machte man im Schani Hotel Österreich. Dort musste der eingesetzte Roboter unlängst zurück ins Labor. Er muss noch einiges lernen, um die Gäste zu begeistern.

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