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HeiztechnikSchlossresidenz setzt auf Brennwerttechnik

Das Hotel am Schloss in Aurich hat sich beim Bau seiner neuen Schlossresidenz für eine klassische Wärmeverteilung entschieden. Im Einsatz sind zwei Gas-Brennwertgeräte, die als Kaskade fungieren.

Mit einem neuen Hotelkomplex wartet das Hotel am Schloss im ostfriesischen Aurich bereits seit November vergangenen Jahres. Die sogenannte Schlossresidenz erweitert das Übernachtungsangebot dabei nicht nur um 41 Zimmer und Suiten, sie fügt sich mit ihrer Architektur auch in die bestehende Bausubstanz des Hotels mit seiner denkmalgeschützten Fassade ein.

Neubau: Mit der Schlossresidenz erweitert das Hotel am Schloss Aurich sein Übernachtungsangebot um 41 Zimmern und Suiten (Bild: Hotel am Schloss Aurich)

Das neue Hotelgebäude verfügt über fünf Stockwerke und eine Tiefgarage. Das fünfte Obergeschoss wurde als Staffelgeschoss ausgebildet – mit Platz für einen Penthouse-Bereich. Alle Zimmer sind voll klimatisiert und qualitativ hochwertig ausgestattet. Diesen Anspruch stellten die Hotelier-Familien Krüger und Bohlen zugleich auch an die Haustechnik. Daher setzten sie bei der Beheizung auf moderne Brennwerttechnik. Bei den Außenwänden fiel die Entscheidung zudem auf ein neuartiges monolithisches Ziegel-Wandsystem, welches für ein besonderes Raumklima sorgt.

Klassische Wärmeverteilung gewählt

Der Neubau wurde im November 2021 nach etwa zweijähriger Bauzeit fertiggestellt und bietet auf über 3.300 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Im Erdgeschoss befindet sich etwa auch die Zweigstelle des Landgerichts Aurich mit zahlreichen Seminarräumen.


Hotel am Schloss Aurich

Das Hotel am Schloss im ostfriesischen Aurich kann auf eine lange Tradition in der Viersterne-Kategorie zurückblicken. Von 1966 bis 2012 lief der Hotelbetrieb mit 81 Zimmern unter dem Namen „Piqueurhof“. Nach der Betriebsübernahme durch die neuen Inhaber, die Familien Bohlen und Krüger, folgte die Namensänderung zum „Hotel Am Schloss Aurich“. Mit dem Neubau der Schlossresidenz, der noch vor der Corona-Pandemie begann, wurde das Hotel Ende 2021 um 41 Zimmer und Suiten erweitert. Hotelmanagerin ist Aline Krüger.


 

Das Fachplanungsbüro für die technische Gebäudeausrüstung (TGA), die IGA Projektplan GmbH, entschied sich in der Abstimmung mit den Bauherren ganz bewusst für eine klassische Wärmeverteilung: So kommen in der Schlossresidenz Flachheizelemente in vertikaler Planausführung zum Einsatz, die sich harmonisch in die Innengestaltung der Räumlichkeiten einfügen. „Wir sind über dieses System in Verbindung mit der Klimaanlage wesentlich reaktionsschneller in der individuellen Temperierung der einzelnen Zimmer“, erläutert Facility-Manager Dennis Siebrands die Entscheidung. „Eine Flächenheizung wäre uns im Hotelbereich zu träge gewesen.“ Lediglich im Penthouse sorgt eine Fußbodenheizung für die entsprechende Temperierung.

Zur Wärmeerzeugung sind zwei Gas-Brennwertgeräte der Baureihe SGB i des Herstellers August Brötje mit Nennheizleistungen von je 125 kW im Einsatz, die als Kaskade fungieren. Diese Bauform steht für eine hohe Ausfallsicherheit durch den redundanten Aufbau der parallel geschalteten Kessel. Außerdem lassen sie die frei modulierbaren Heizkessel, die einen Nennheizleistungsbereich von 21,3 bis 266,2 kW (bei 50/30° C) abdecken, optimal betreiben.

Leistungsreserven als Argument

„Große Leistungsreserven sind ein wichtiges Argument für die modulierenden Brötje-Geräte, wenn man bedenkt, dass die individuellen Wärmeanforderungen im Laufe der Heizperiode in einem derartigen Hotelgebäude sehr unterschiedlich sind“, kommentiert Alexander Ivens, Projektleiter bei der installierenden Fachfirma Heinrich Voss Gebäudetechnik, die Kaskadenlösung in der Schlossresidenz.

Die SGB-Kessel punkteten insbesondere mit ihrer Energieausnutzung: Der Normnutzungsgrad wird bei dieser Kesselgröße der SGB-Baureihe (125 kW Heizleistung) mit 109,5 Prozent (ηN (Hi) bei 40/30 °C) angegeben. Dies liegt unter anderem am Wärmetauscher aus Aluminium-Silicium, der eine optimale Wärmeübertragung garantiert. Zusätzlich ist ein emissionsarmer, modulierender Gas-Vormischbrenner integriert. Er bewirkt, dass bei der Verbrennung nur geringste Mengen an CO und NOX entstehen. Die Emissionswerte liegen daher weit unterhalb der einzuhaltenden Grenzwerte.

Die Montage der SGB-Brennwertgeräte verlief reibungslos: „Durch die einfache Multilevel-Technologie ist der grundsätzliche Aufbau jedes Wärmeerzeugers von Brötje nahezu identisch“, so Alexander Ivens. „Servicetechniker sind daher schnell mit dem Produkt vertraut und müssen sich nicht in jede Kesselvariante einarbeiten; Ersatzteile sind zudem sofort und nahezu überall verfügbar.“ Darüber hinaus stehe bei Brötje umfangreiches Systemtechnik-Zubehör zur Verfügung: „Der Kaskadenbausatz beinhaltet die passende Verrohrung für eine hydraulische Zusammenführung von zwei Kesseln gleicher Leistung“, so Ivens weiter. „Auch die Abgasführung und die Kondensat-Neutrabox zählen zum Zubehör.“

Integrierte Heizwasseraufbereitung

In die Anlage eingebunden wurde zudem das Wandgerät AguaSave Kompakt von Brötje zur Heizwasseraufbereitung gemäß VDI 2035. Mit diesem Heizungswasser-Aufbereitungsmodul wird das Füll- und Ergänzungswasser, das dem Heizsystem zugeführt wird, teilentsalzt, anschließend wieder mit Rohwasser gemischt sowie mit der entsprechenden Vollschutzmittel versetzt. Auf diese Weise lassen sich der pH-Wert beziehungsweise die Resthärte des Wassers stabilisieren und die Bildung von Bio-Filmen verhindern. Sind die Betriebsmittel wie das Austauschharz oder das Vollschutzprodukt erschöpft, schaltet sich das AguaSave-Modul automatisch ab.

Laut Hersteller Brötje ist die Integration von AguaSave dabei nicht nur in Anlagen mit Nennleistungen über 50 kW sinnvoll, auch in kleineren Systemen wird beispielsweise bei Druckabfall automatisch Wasser nachgespeist und Leckage-Alarm ausgelöst. Mit entsprechendem Zubehör könne eine Befüllkapazität von bis zu 6 Kubikmeter erreicht werden. Insbesondere die Erstbefüllung einer Heizungsanlage lasse sich so schnell, sicher und VDI 2035-konform erledigen.

Bedarfsgerechte Wärmeschaltung

Darüber hinaus sorgen die integrierten Systemregler ISR-Plus für einen komfortablen Betrieb der Kessel in der Schlossresidenz. Dank der serienmäßigen Kaskadenregelung lassen sich ein oder mehrere Wärmeerzeuger bedarfsgerecht schalten. In der Schlossresidenz ist der erste Kessel der Master der Kaskade. Über seine Regelung laufen die weiteren Wärmeerzeuger. Grundsätzlich sind unterschiedliche Laufzeitstrategien und Lastfälle möglich – der Heizungsbauer entwickelt das Optimum für jedes Projekt individuell.

Der Masterkessel Nr. 1 übernimmt die Kaskadenregelung mit der integrierten ISR-Plus. (Bild: August Brötje GmbH)

Darüber hinaus lassen mit dem IRS-Plus-Systemregler mehrere gemischte Heizkreise direkt vom Kessel aus ansteuern. Zudem sind umfangreiche Solarfunktionen inklusive Pufferregelung enthalten. Über ein multifunktionales Erweiterungsmodul (MEWM) können außerdem drehzahlgesteuerte Umwälzpumpen optimal angesteuert werden. Die Verdrahtung ist einfach, da viele Funktionen bereits in der ISR integriert sind, der Installationsaufwand gering und in der Folge die Wartungskosten niedrig. Nicht zuletzt können die Kessel durch eine Klartextanzeige leicht eingestellt und intuitiv bedient werden.

Fazit: Im Ergebnis kann die Schlossresidenz mit der eingesetzten SGB-Kaskade einen extrem breiten Modulationsbereich von 8 bis 100 Prozent pro Kessel mit einem Normnutzungsgrad von mehr als 109 Prozent erreichen. Für Facility-Manager Dennis Siebrands sind zudem die Versorgungssicherheit der Brötje-Anlage sowie den Service seines Heizungsbauers wichtige Aspekte, wenn es um die gesamte Wärmeversorgung im Hotel am Schloss geht.


Beheizungsplanung und Komponenten

Architekt: ULPTS Architekten, Aurich

TGA-Planung: IGA Projektplan, Lingen

SHK-Fachbetrieb: Heinrich Voss Gebäudetechnik

Hersteller Brennwerttechnik: August Brötje GmbH

Verbaute Komponenten: 2 x SGB 125 i inkl. Systemregler ISR / SSR, MEWM-Erweiterungsmodul, Wasseraufbereitungsmodul, AguaSave Kompakt


 

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