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HDV-Vorsitzender Jürgen Gangl zum 40. Jubiläum"Die HDV hat an diesem Wochenende ein wichtiges Zeichen gesetzt"

Der Weissenhäuser Strand war Mitte Juni für ein Wochenende fest in der Hand von Hoteliers und Partnern der Zulieferindustrie aus ganz Deutschland. Die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) hatte zum Event für ihr 40. Jubiläum geladen (wir berichteten). Im Interview spricht Vorsitzender Jürgen Gangl über Highlights der Veranstaltung und Herausforderungen, die auf die Hotellerie nach dem Restart zukommen.

Tophotel: Herr Gangl, die Feierlichkeiten zum 40. Jubiläum haben als Präsenzveranstaltung stattgefunden – wie haben Sie das erlebt? Gab es besondere Highlights für Sie?

Jürgen Gangl: Die HDV-Jubiläumsveranstaltung war die erste große Präsenzveranstaltung der deutschen Hotellerie nach den Corona-Lockerungen. Mit dem Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand hatten wir die ideale Location für das Branchentreffen, denn wir konnten bei hochsommerlichen Temperaturen in Urlaubsatmosphäre meist unter freiem Himmel tagen und networken. Rund 190 Mitglieder und ihre Familien sowie die HDV-Partner aus der Zulieferindustrie waren an die Ostsee gekommen, um unser Jubiläum gebührend zu begehen. Die HDV hat an diesem Wochenende ein wichtiges Zeichen gesetzt. Wir haben gezeigt, dass die Hospitality-Branche mit dem richtigen Konzept und unter Einhaltung aller Maßnahmen Veranstaltungen wieder durchführen kann. Wir arbeiten mit Menschen für Menschen, persönliche Treffen stehen dabei im Mittelpunkt.

Die HDV feierte ihr 40. Verbandsjubiläum. (Bild: HDV)

Das HDV-Jubiläum war ein voller Erfolg. Highlights gab es eine ganze Reihe: die große und emotionale Wiedersehensfreude bei allen Teilnehmern, die Anekdoten von Gründungsmitgliedern und langjährigen Wegbegleitern aus 40 Jahren HDV, der hochaktuelle Vortrag unseres Gastredners Prof. Dr. Horst Opaschowski zum Thema „Unser Leben in der Post-Pandemie-Zeit“, die enorme Motivation im Team des Weissenhäuser Strand, und nicht zuletzt die Verleihung des 10. Deutschen Hotelnachwuchs-Preises an drei hochtalentierte Nachwuchsführungskräfte der Hotellerie (sh. unten, Anm. d. Red). Das macht Mut und unterstreicht, wie lebendig und zuversichtlich die Branche trotz aller Probleme in die Zukunft blickt.

Wie hat sich die Coronakrise auf die HDV und ihre Arbeit ausgewirkt?

Für die Arbeit der HDV hat sich einmal mehr gezeigt, wie wertvoll eine gute, ja familiäre Vernetzung gerade in schwierigen Zeiten ist. Auch in herausfordernden Zeiten ist die HDV eine Heimat für Hoteliers und ihre Familien und die Partner der Zulieferindustrie. Zwar mussten wir unsere großen Jahrestagungen im vergangenen Jahr absagen, haben aber die Regio-Camps und das Charity-Golfturnier durchgeführt. Auch in diesem Jahr haben die Regio-Camps als Präsenzveranstaltung stattgefunden. Die Themen wurden auf die aktuelle Situation zugeschnitten: Neue Führungskonzepte in Zeiten von Homeoffice oder auch Digitalisierung in der Krise. Die digitale Kommunikationswelt ist bei der HDV eingezogen. Wir haben zwei Hauptversammlungen digital abgehalten und bieten Webinare an.

Verändert hat sich das Berufsbild der General Manager. Sie müssen noch mehr als Motivator für die Mitarbeiter agieren und jetzt ihre Hotels neu aufbauen. Die HDV-Mitglieder profitieren von dem großen Netzwerk, in dem aktuelle Themen besprochen werden. Wir haben zwar in der Branche derzeit alle ähnliche Probleme, aber unsere Mitglieder können frühzeitig und damit rechtzeitig handeln.

Wie lange wird die Krise noch nachwirken?

Wir wissen aus langjähriger Erfahrung, dass die Hotelbranche durchhält. Auch diese Krise werden wir gemeinsam überstehen und zu den erfolgreichen Vor-Pandemie-Zeiten zurückkehren. Zurzeit kann niemand einschätzen, wie lange die Pandemie noch dauert und sich auswirkt. Zwar ist die Lage nach rund eineinhalb Jahren etwas besser einzuschätzen, da wir wirksame Impfstoffe und erprobte Hygiene- und Sicherheitskonzepte haben. Aber es wird darauf ankommen, wie wir zukünftig mit dem Virus leben werden. Sicher ist, dass die fragile Weltlage zu einem substanziellen Umdenken führt. Folgen wir den Ausführungen von Prof. Opaschowski, werden zukünftig Geld, Gesundheit und Geborgenheit eine tragende Rolle spielen. Die Zukunft des Tourismus wird von den drei „S“ geprägt: Sicherheit, Service und Sauberkeit. Darauf müssen wir uns in der Hospitality-Branche einstellen, das sind die wesentlichen Anforderungen an uns.

Welche Herausforderungen kommen auf die Hotellerie nach dem Restart zu?

Alle sprechen von einem Restart. Die gute Nachricht ist: Der Geschäftsreise-Tourismus wird auch international stärker zurückkommen als zunächst geglaubt. Er wird sich aber verändern. Vielleicht wird es weniger Kurzaufenthalte geben, unter Umständen finden kleinere Meetings weiterhin online statt. Bleibt die Frage, wann sich das Segment von den Auswirkungen der Pandemie erholt. Dass Privatreisen schnell unterwegs sind, hat sich schon in diesem Jahr zu Ostern beim Run auf Mallorca gezeigt und mit den Lockerungen auch in den deutschen Feriengebieten. Bei den Business-Travellern ist das aber noch nicht ganz abzusehen. Wir wissen beispielsweise nicht sicher, wie die Unternehmen auch international ihre Reiserichtlinien gestalten werden und wie sich der Messe- und Kongressmarkt zukünftig entwickelt.

Die größte Herausforderung ist der Mitarbeitermangel, der bereits wesentlich dramatischer ist als vor der Pandemie. Es geht nicht mehr nur um den Fachkräfte- und Nachwuchsmangel. Hotels und Gastronomie-Betriebe können vielleicht aufgrund fehlender Mitarbeiter nicht wieder öffnen oder müssen bestimmte Abteilungen geschlossen lassen. Wir brauchen dringend Konzepte und Unterstützung, um die Branche attraktiv zu machen. Das Image der Hotellerie zu stärken, war von jeher ein besonderes Anliegen der HDV. Das hat jetzt an Dringlichkeit noch gewonnen.

Die HDV setzt sich sehr für den Nachwuchs in der Hotellerie ein. Wie kann man junge Leute noch besser fördern? Und wie lassen sich mehr junge Menschen für einen Beruf in der Branche begeistern?

Die Pandemie hat dem Thema Ausbildung in der Hotellerie extrem geschadet. Es fehlt ein kompletter Ausbildungsjahrgang in unsere Branche, da 2021 verhältnismäßig wenige Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Das werden wir nicht wieder einholen können und wird uns zukünftig schmerzhaft treffen. Auch in Sachen Ausbildung in der Hotellerie gilt, dass das Image der Branche gestärkt werden muss. Wir brauchen eine Kampagne, die die Hotellerie als attraktiven Arbeitsplatz zeigt. In der Pandemie hat das Thema Work-Life-Balance für viele Menschen an Bedeutung zugenommen. Auch hier muss die Hotellerie bessere Konzepte anbieten, um im Kampf um Mitarbeiter wettbewerbsfähig zu bleiben.


Verleihung des Deutschen Hotelnachwuchs-Preises

Bei der Jubiläumveranstaltung wurde auch der 10. Deutschen Hotelnachwuchs-Preises verliehenen, den die HDV gemeinsam mit der ahgz alljährlich an ambitionierte Nachwuchsmanager vergibt. Das Konzept: Nachwuchsführungskräfte können sich für den Deutschen Hotelnachwuchs-Preis bewerben. Eine Fachjury trifft eine Vorauswahl und nominiert drei Finalisten. Im Rahmen eines Mitgliedertreffens präsentieren sich die Kandidaten und Kandidatinnen mit einem Kurzvortrag den HDV-Mitgliedern, die wiederum über den Gewinner oder die Gewinnerin abstimmen.

In diesem Jahr wusste Christian Krämer (29), F&B-Manager im Hyatt Regency Mainz, mit seinem Auftritt besonders zu überzeugen und stand am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen. Rang zwei teilen sich Maria Wedemeier (32), Human Resources Manager im 25hours Hotel Bikini Berlin, und Fabian Ahrendt (33), Hotelmanager im Roomers Munich.


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