Opening Grand Hotel Straubinger öffnet in Bad Gastein

Nach langer Sanierung nun eröffnet: Das Grand Hotel Straubinger. © BWM Designers & Architects

Nach langem Leerstand und Sanierung durch die Hirmer-Gruppe empfängt das Hotel ab sofort wieder Gäste. Noch 2023 wird die Eröffnung des Badeschlosses folgen und das Ensemble komplementieren.

General Manager Michael Posch öffnete am 1. September offiziell die Tür zu den 46 Zimmern sowie dem Straubinger Saal, der mit seiner Gourmetküche von Executive Chef Norman Beitz fortan kulinarischer Mittelpunkt des Hauses sein wird. Ebenso stellte er das ganzheitliche Spa-Angebot vor. Anwendungen aus sieben Themenwelten, die die Kraft der Natur in den Fokus rücken, sind Basis eines individuell auf den Gast abgestimmten Well-Being-Konzepts. Ein weiteres Highlight ist der Outdoor Infinity Pool mit Blick auf das Gasteiner Tal.

Michael Posch: „Ich freue mich außerordentlich, heute unsere ersten Gäste im Straubinger Grand Hotel in Empfang nehmen zu dürfen und ihnen die Anziehungskraft, die von diesem einzigartigen Ort ausgeht, in allen Facetten näher zu bringen. Noch in diesem Jahr wird die Eröffnung des Badeschlosses erfolgen und das Ensemble komplementieren.

Für die Revitalisierung der historischen Räume zeichneten die BWM Designers & Architects mit dem Team rund um Erich Bernard verantwortlich.

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Im historischen Empfangsbereich des Hotels führt die prominente Treppe zu den oberen Stockwerken, rechterhand öffnet sich der F&B Bereich. Das Café ist mittels Flügeltüren zum Straubingerplatz hin geöffnet und besetzt mit gesamt knapp 40 Sitzplätzen die erste Reihe prominent am Platz. Direkt angereiht folgen die nach vorne durchgesteckte Bar sowie der Salon, der je nach Wunsch mittels einer Vorhang-Inszenierung zusätzlich abgetrennt werden kann.

"Spuren und Schichten der Vergangenheit"

Gemäß dem Motto der Architekten "Arbeiten mit den Schichten der Vergangenheit" findet sich in allen Hotelbereichen eine kontrastreiche Mischung als Alt und Neu, so trifft etwa Bestandsvertäfelung auf zeitgenössisch adaptierte Wandverkleidung. "Für uns ist es wichtig, mit den Spuren und Schichten der Vergangenheit zu arbeiten und nicht gegen sie. Denn von ihnen geht der Charme aus und der besondere Reiz, der alte Gebäude auch so anziehend macht und ihnen einen besonderen Wert verleiht", führt Erich Bernard von BWM Designers & Architects aus. Die Möblierung wie Farbgebung werden passend zur Tageszeit der Nutzung in den jeweiligen Bereichen immer dunkler. Im Café dominiert modernes "Erdbeer-Sahne" in der Farbgestaltung. In Salon und Bar wurde unter den Schichten der alten Wandverkleidung ein salbeigrüner Ton wiederentdeckt und sogleich für den neuen Look eingesetzt.

Aus dem ehemaligen Eingang zum Restaurant wurde ein Salon für zehn Personen. Gleich anschließend in einem vorgelagerten Neubau mit raumhohen Verglasungen befindet sich das heutige, neue Entree für den großen Saal. Im Zuge der Restaurierung kamen Gold-Akzente sowie die alte Decke an den Seitentrakten wieder zum Vorschein. Im 86 Sitzplätze fassenden Saal dominieren moderne, frische Farben wie Grün, Apricot oder Bernsteinorange. Eine großzügige Bepflanzung sowie die instandgesetzten Lobmeyr-Wandapliken und ein neuer Lüster sollen französisches Flair vermitteln. Der denkmalgeschützte Eichen-Massivholz-Parkett wurde in seiner Ursprünglichkeit wiederhergestellt.

Im Untergeschoss wurde der Weinkeller, mit Balkon und Blick auf die Kirche, angesiedelt, der in den so genannten Chef's Table übergeht, einen länglichen Raum mit Kappengewölbe und Sichtverbindung zur Küche. Die alte Holzdecke musste getauscht werden, aus den daraus gewonnenen thermobehandelten Dippelbaumträgern wurde der für 14 Personen ausgelegte Chef’s Table gefertigt. Der Wine Dine Bereich besticht mit alten, schmiedeeisernen Bestandsleuchten (restauriert in den Lobmeyr-Werkstätten) und Terrakotta-Fliesen für die Tisch-Oberflächen.

In die Landschaft hinausschwimmen

Linkerhand des Eingangs, auf der Westseite des Hauses erstreckt sich über die drei oberen Stockwerke der Straubinger Spa. Von der Lobby im Erdgeschoss geht es zuerst in einen als Schachbrett (inklusive Figuren) gepflasterten Innenhof, dem Fliesen-Schachbrettmuster der ursprünglichen Treatmenträume nachempfunden. Ein wiederkehrendes Muster, das sich etwa – wenngleich in unterschiedlicher Farbgestaltung – auch in den Toiletten, den Gängen oder der Spa-Rezeption wiederfindet.

Im Zwischengeschoss finden sich die heutigen fünf Treatmenträume sowie vier Spa-Suiten. Über dem ursprünglichen Thermal-Bädertrakt wurde ein neuer Infinity Outdoor Pool errichtet, mit Blick über das Gasteiner Tal. Der gesamt knapp 700 Quadratmeter umfassende Spabereich (350 Quadratmeter indoor, ca. 330 Quadratmeter Terrasse mit Pool) geht fließend vom Alt- in den Neubau über.

Im ersten Obergeschoss gelangt der Gast von Rezeption und Fitnessraum im Bestand in den Neubau mit Outdoor-Infinity-Pool. Der Saunabereich mit Panoramasaunen liegt im Dachgeschoss, im zweiten Obergeschoss befindet sich der Ruhebereich mit Kamin und Holzlager. Farblich leicht maritim gehalten, besticht der Spabereich mit einer Mischung aus Thermoesche, Sichtbeton und Chrom-Holz-Details. Die Decke über dem Pool wurde in Blau verfliest, der Ruheberich mit einer Holzlamellen-Akustikdecke ausgestattet.

Einem Gemälde gleich

In den 46 Zimmern des Hotel Straubinger geht es laut den Architekten ebenfalls darum die Geschichte zu bewahren und mit neuen Elementen würdig zu ergänzen. Die Patina an den historischen Wänden, die Original-Türen und andere erhaltene Bauteile sind ergänzt worden, um aktuellen Normen und Anforderungen zu genügen. Die Gesamtkomposition der Farben und des Lichtes im Raum ist inspiriert von Farb- und Lichtimpressionen historischer Ölgemälde, ein Spiel aus Hell und Dunkel in tiefen kräftigen Tönen ist das Ergebnis. red/sar