Fußballhotel H4 Hotel Mönchengladbach Ganz oben in der Designtabelle

Windschief: Die Fassade des neuen Gebäudes am Borussen-Park ist um acht Grad geneigt. (Bild: H-Hotels)

Tor und Timing – das gehört zusammen. Während sich viele Hotelprojekte mit Verzögerungen zum Soft-Opening schleppen, eröffnete im Borussen-Park das neue H4-Hotel zielgenau. Das Gesicht der neuen Heimat für Fans und Teilnehmer der bis zu 800 Veranstaltungen jährlich prägte Innenarchitekt Cord Glantz mit seiner Interior-Mannschaft.

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Fußball hat klare Regeln: Ein Tor ist ein Tor. Vorbei ist vorbei – auch wenn die Vorbereitung noch so gut war. Diese Gesetze kennen nicht nur die Spieler der sogenannten Fohlenelf auf dem Platz, sondern auch Cord Glantz und sein Geplan-Team. Als er 2015 beschlossen hatte, beim Innenarchitektur-Wettbewerb in Gladbach teilzunehmen, hieß es vorab aus Insiderkreisen: „Wenn Präsident Rolf Königs es mag – mag er es. Wenn er es nicht mag – hasst er es.“

Die ganze Mannschaft in Stuttgart war in den folgenden Monaten im Fußballfieber. Es galt, das Lebensgefühl Borussia Mönchengladbachs in ein funktionierendes Hoteldesign umzuwandeln. Der Plan: Mannschaftsgeist durch ein riesiges Lounge-Sofa vor der Glasfassade vermitteln, einen großen Bildschirm zur Spielanalyse installieren, die Wände wie im Fußballstadion aus rauem Beton fertigen, und in die Zimmer Umkleidebänke sowie einen Bierkühlschrank als Minibar einbauen. Die Ideen schlugen ein wie ein Hattrick. „Sieh her“, sagte Borussia-Präsident Rolf Königs damals zum damaligen Trainer Lucien Favre, „so werden unser Hotel und das Museum aussehen“. Kurz darauf war Favre zwar weg, das Konzept blieb jedoch. Der beeindruckende Bau des jüngsten Zugangs im Borussen-Park stellte die Architekten bei den weiteren Planungen auch vor Herausforderungen: „Acht Grad Neigung in der Fassade und die gigantische Glasfront sind zweifelsohne grandiose Architektur. Darin senkrechte Versorgungsschächte und möglichst viele, komfortable Zimmer einzupassen, war nicht einfach“, erläutert Cord Glantz. Entstanden sind sechs Suiten und 125 Zimmer, drei davon barrierefrei ausgestattet. Der siebengeschossige Neubau beherbergt in seinem T-förmigen Sockelgeschoss neben dem Empfang des Hotels, das von der H-Hotels-Gesellschaft aus Bad Arolsen betrieben wird, auch einen Fanshop und die „Fohlenwelt“, Borussias interaktives Vereinsmuseum, entworfen von Geplan und den Architekten von Arch 22. Außerdem gibt es eine direkte Verbindung zum Stadion.

Im Zeichen der Fohlen

Im ersten Stock mit rückspringender Verglasung befinden sich die Lounge und die Suiten, in den Geschossen darüber liegen die weiteren Zimmer mit 23 bis 27 Quadratmetern Fläche. Alle Einheiten punkten mit sportlichem Design und Komfort. Zur Grundausstattung gehören Klimaanlage, Flachbildfernseher, eine Kaffee- und Teestation sowie eine Minibar. Die gelbe und die rote Karte gibt es nur symbolisch – als Nischenbeleuchtung im Betthaupt. In den Bädern blickt Günter Netzer als Siebdruck von der Wand, ein runder Spiegel hängt im Eckigen – einem monolithischen, H-förmigem Designelement aus fugenlosem Kunststein, welches das offen gestaltete Bad vom Bett abgrenzt und das Zimmer strukturiert. Ein umfassendes gastronomisches Angebot sowie attraktive Fitness- und Tagungsmöglichkeiten runden das Angebot ab. Je nach Zimmerkategorie ist der Zugang zur Executive-Lounge inklusive.

Im Interview berichtet Cord Glantz über die Herausforderungen des H4-Hotels.

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