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Ex-FBMA-Präsident Oliver Fudickar im Interview"Wir wollen künftig frei für die Bedürfnisse der Branche agieren"

Seit 1974 diente die Food & Beverage Management Association e.V. (FBMA) als F&B-Fachverband für Hotellerie, Gastronomie, Systemgastronomie und Catering. Jetzt löst sich der Verein auf (wir berichteten). Die bestehende FBMA-Stiftung rückt in den Fokus und bildet die Zukunft der FBMA. Warum man sich für die Auflösung entschieden hat und was genau geplant ist, erklärt der ehemalige Präsident des Vereins Oliver Fudickar, der sich zukünftig im Stiftungsrat der FBMA-Stiftung engagieren wird.

Tophotel: Herr Fudickar, warum war es nötig, den Verein aufzulösen und eine Neuausrichtung anzustoßen?

Oliver Fudickar: Wir haben uns im vierten Quartal 2020 aufgrund einer erheblichen Kündigungswelle intern beraten. In diesem Zuge sind wir gemeinsam mit den Kollegen der FBMA-Stiftung zu dem Entschluss gekommen, dass wir ein neues Modell der FBMA brauchen, welches weiterhin erfolgreich und zielgerichtet nah an den Menschen unserer Branche ist, aber sich löst von einer klassischen Vereinsmitgliedschaft und somit frei und offen für alle Belange und Bedürfnisse der Menschen in unserer Branche agiert. Wir sind der festen Überzeugung, dass es nun an der Zeit war, uns zu hinterfragen. Und dadurch zu erkennen, wie wir es schaffen können eine Marke, die bekannt ist, zu erhalten. Uns aber gleichzeitig zu lösen von Themen, auch wenn es wehtut. Die Bedürfnisse eines Vereins mit dem berechtigten vollen Fokus auf dessen Mitglieder sind in der täglichen Arbeit etwas komplett anderes, als eine Stiftung, die sich für gute Ideen, Konzepte, Preise, Weiterbildungen und Menschen projektbezogen offen gegenüber allen agierenden Personen außerhalb von Mitgliedschaften einsetzt.

Das Logo wurde bereits vor einiger Zeit neu design, nun repräsentiert es die FBMA-Stiftung. (Bild: FBMA-Stiftung)

Wie wird die Neuausrichtung konkret aussehen? Was steht nun zusammen mit der Stiftung an?

Ersteinmal ist es wichtig zu beachten, dass es keine Umwandlung des Vereins ist, sondern nun beschlossen wurde, dass der Verein als FBMA e. V. aufgelöst wird und beispielsweise alle Mitgliedschaften, die der Verein hat, enden werden. Dafür sind auf der Mitgliederversammlung die ehemaligen Präsidiumsmitglieder Otmar Mutzenbach und Peter Martin als Liquidatoren gewählt worden; sie führen nun die Geschicke des Vereins bis zum Auslaufen der gesetzlichen Fristen.

Die Idee ist es, mit der FBMA-Stiftung, die ja schon existiert und heute schon unabhängig vom Verein agiert (sh. unten, Anm. d. Red.), mit allen Organisationen, Vereinen, Firmen und Menschen unserer Branche ins Gespräch zu kommen und zu sehen, inwieweit wir Projekte finden, die wir dann unterstützen. Ich bin froh, hier von wir sprechen zu können, denn seit kurzer Zeit bin ich nun auch ein Teil des FBMA-Stiftungsrats und kann mit den Kollegen gemeinsam die Themen angehen und vorantreiben. Die Stiftung soll hier die Rolle des Spendensammlers einnehmen, um großartige und wertvolle Projekte optimal abzuwickeln und die Mittel bestmöglich für alle Seiten zu verwalten, abzurechnen und auszuschütten. Des Weiteren sollen Formate aus der ehemaligen FBMA e. V. weiterhin genutzt werden und über die FBMA-Stiftung angeboten werden.

Welche Aktionen sind konkret bereits in Planung?

Wir wollen die geschobene „Meet the best“-Veranstaltung aus 2020 im Herbst/Winter 2021 durchführen, um dieses Erfolgskonzept weiterhin am Markt als festen Bestandteil der FBMA-Stiftung zu platzieren. Des Weiteren möchten wir auch bald wieder eine Brillat-Savarin-Plakette verleihen. Hierzu wird sich der FBMA-Stiftungsrat zusammen mit dem Kuratorium der Plakette zu gegebener Zeit äußern. Mit dem während Corona entwickelten FBMA-Online-Stammtisch soll es auch nach der Sommerpause wieder losgehen. Eingeladen sind hierzu alle aus der Branche, die Lust haben den ureigensten Gedanken der FBMA, das Pflegen des persönlichen Kontakts, auch in diesem Format weiterzuführen.

Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit mit der Stiftung?

Der Vorteil in der Zusammenarbeit mit der FBMA-Stiftung liegt zukünftig darin, dass wir uns sinnvolle Projekte heraussuchen werden, bei denen wir uns sicher sind, dass wir Sponsoren und Partner finden werden, welche die jeweiligen Projekte unterstützen wollen. Der Vorteil für Sponsoren und Partner liegt natürlich in der Möglichkeit der Absetzbarkeit der Spenden, was eine zusätzliche Attraktivität mit sich bringt, neben dem eigentlichen Zweck etwas Gutes und Sinnvolles zu tun. Wir wollen mit der FBMA-Stiftung den Benefiz- und Fundraising-Gedanken mehr in den Fokus unserer Branchenprojekte- und -events stellen.

Und das zweite ist wie bereits angesprochen, dass wir uns offen gegenüber allen Branchenzweigen und jeder dort agierenden Institution, Organisation oder Persönlichkeit zeigen wollen und gern in Kooperation für den guten Zweck mit den agierenden Menschen gehen möchten.

Wie will man die FBMA-Stiftung attraktiv für Außenstehende machen?

Wie in allen Stiftungen, gibt es auch in der FBMA-Stiftung keine klassische Mitgliedschaft, wie in einem Verein. Wir werden uns Sponsoren und Partner suchen, um Projekte und Events zu unterstützen und zu finanzieren. Es gibt allerdings erste Überlegungen, den ehemaligen Mitgliedern, zuletzt waren es 115 Vollmitglieder und 46 Fördermitglieder, und weiteren Branchen-Interessierten eine Art „Freundschaft der Stiftung“ anzubieten, in deren Zuge die betreffende Person oder Firma als „Freund der Stiftung“ eine feste Spendensumme im Jahr aufbringt und somit als Unterstützer mit am Ball bleiben kann.

Interview: Verena Usleber


Über die FBMA

Seit 1974 diente die Food & Beverage Management Association e.V. als F&B-Fachverband für Hotellerie, Gastronomie, Systemgastronomie und Catering ihren Mitgliedern als Plattform für Informations- und Erfahrungsaustausch. Persönlicher Kontakt und effizientes Networking im Kollegenkreis standen im Fokus der Verbandsarbeit. Unter anderem ist die FBMA bekannt für Formate wie “Meet the Best”, bei dem die Mitglieder alteingesessene Branchen-Kenner und Nachwuchstalente in Austausch bringen.

Als laut eigenen Angaben erster Berufsverband der Hotellerie und Gastronomie gründete die FBMA 1993 eine eigene, als gemeinnützig anerkannte Stiftung. Sie setzt sich aus dem Stiftungsrat sowie dem Brillat Savarin Kuratorium zusammen. Mit der Brillat Savarin-Plakette ehrt die FBMA-Stiftung Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Gast- und Tafelkultur verdient gemacht haben. Stiftungszweck ist die Förderung der Forschung, der Kultur und der Bildung im Hotel- und Gaststättenbereich sowie des Umweltschutzes durch Schaffung und Erhaltung gesunder Umweltbedingungen.

Insgesamt vereinte der Verein FBMA e. V. bis zu seiner Auflösung 115 Mitglieder aus den Mitgliedergruppen Vollmitglied, Nextler, Senior Chapter, Betriebsmitglieder sowie Hospitierende Mitglieder; und 46 Fördermitglieder.

Ich möchte spenden – wie geht das?

Wer die FBMA-Stiftung bei ihren Projekten unterstützen möchte, kann dies bereits jetzt tun per Spende an das Commerzbank-Konto unter der IBAN DE38 5108 0060 0101 8188 00.


 

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