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StartBusiness & ManagementFair Job Hotels::"Wir brauchen Menschen mit Passion"

Fair Job Hotels"Wir brauchen Menschen mit Passion"

80 Teilnehmende aus Hotellerie und Zulieferindustrie trafen sich beim diesjährigen Fair-Job-Hotels Partnertreffen im Hamburger Hotel The Fontenay. Auf der Agenda standen die Themen wertschätzende Führungskultur und internationale Mitarbeiterakquise.

Faire, einheitliche Standards und Arbeitsbedingungen in der deutschsprachigen Hotellerie zu etablieren, darum geht es bei der Initiative Fair Job Hotels (FJH). Bei seinem jährlichen Partnertreffen tauscht sich das Netzwerk in Vorträgen und Workshops über Erreichtes, Brennpunktthemen und Herausforderungen aus. Die Tagung am 9. Oktober im Fünfsterne-Superior-Hotel The Fontenay Hamburg versammelte rund 80 Verbandsmitglieder – darunter Hoteliers und Industriepartner. 

Große Ziele für 2023

Den Auftakt zu Vorträgen und Workshops machten Alexander Aisenbrey, Gründer und 1. Vorsitzender von Fair Job Hotels, und Geschäftsführerin Maria Mittendorfer, die einen Jahresüberblick zu steigenden Mitgliederzahlen und agilen Verbandsaktivitäten gab. Derzeit verbindet das Netzwerk 90 Hotels in Deutschland und Österreich – mit rund 13.000 Mitarbeitern und 1.500 Auszubildenden – sowie 18 Förderer. Das Spektrum reicht vom Zwölf-Personen-Betrieb mit drei Sternen bis zum Luxus-Resort mit mehr als 400 Angestellten.

Bereits 2023 soll die 150-Mitglieder-Marke geknackt werden. Vernetzung und Weiterbildung sind wichtig, denn: „Verbände vermitteln Wissen und Wissen ist der größte Vorteil“, ist Alexander Aisenbrey überzeugt. Entsprechend werden die Workshop- und Seminar-Formate „HR-Connect“ und „Innovation Camp“ für Geschäftsführer, Führungskräfte und Personalverantwortliche 2023 weitergeführt.


Fair Job Hotels

2016 gegründet, vertritt die privatwirtschaftliche Initiative das Anliegen, faire, einheitliche Standards und Arbeitsbedingungen in der deutschsprachigen Hotellerie zu etablieren. Dies sind etwa eine zumindest tariflich bezahlte Anstellung, verlässliche Arbeits- und Freizeit, fundierte moderne Ausbildung sowie ein Führungsstil auf Augenhöhe mit individueller Förderung für eine Karriere im Hotel. In ihren Betrieben setzen die Partnerhotels Werte wie Respekt, Wertschätzung und Transparenz zum Wohl ihrer Mitarbeitenden um. Gründer und 1. Vorsitzender der Initiative ist Alexander Aisenbrey, Geschäftsführerin Maria Mittendorfer.

Die Partnertreffen von Fair Job Hotels finden jährlich statt. Eingeladen sind Hoteliers, Geschäftsführer, Personalverantwortliche und Förderer. Fair Job Hotels ist ein Netzwerk, das praktische Erfahrung und Wissen teilt und Hoteliers sowie Mitarbeitenden in Workshops und Trainings vermittelt.


 

Die Attraktivität des Netzwerkes zeige sich am Zulauf der Bewerber, berichteten Aisenbrey und Mittendorfer. Um die Qualitätsstandards zu garantieren, sei das Aufnahmepapier von vier auf acht Seiten angewachsen. Zugleich nimmt der Verein weiterhin keine Hotelketten auf, wenn die Prüfung einzelner Häuser nicht gewährleistet ist. Als „Dienstleister und Motor“ für ihre Mitglieder wollen Alexander Aisenbrey und Maria Mittendorfer „die Erfolgsgeschichte von Fair Job Hotels“ auch künftig weiterschreiben. Mit einer einheitlichen, schlagkräftigen Verbandsstrategie soll ein nachhaltiger Imagewandel für die Hotellerie vorangetrieben werden. Die Branche auch als Wirtschaftsfaktor mit einer gemeinsamen Werthaltung zu einen, ist die Zielsetzung.

Felix Neureuther als neues FJH-Testimonial

Das geht nicht ohne Marketing: So vertritt der deutsche Alpin-Skifahrer Felix Neureuther, künftig als Testimonial die Ideale des Netzwerks. Weltläufig, bodenständig und mit kritischem Geist überzeuge der 13-fache „Weltcupsieger und Publikumsliebling als Markenbotschafter“, so Aisenbrey. 

Ein weiterer Faktor ist die digitale Präsenz der Fair-Job-Community. Die hierfür notwendigen Marketingstrategien erläuterte Onlinemarketing-Experte Philipp Ingenillem von Online Birds in einem Vortrag. Im Zuge des gerade veröffentlichten „Hotel Digital Report 2022“ analysierte der Münchner Unternehmer auch 73 Fair-Job-Partnerhotels. Das Ergebnis: Mit 90 Prozent Präsenz in den Sozialen Medien zeigen sich diese überdurchschnittlich gut aufgestellt. Ein weiterer Wettbewerbsvorteil der Mitglieder bestehe im E-Mail-Marketing, der Bereich Direktbuchungen über hoteleigene Webseiten hingegen sei noch ausbaufähig. 

Wertorientierte, empathische Führung

Für die Notwendigkeit einer gelebten Wertekultur in Zeiten digitaler Transformation plädierte Caroline von Kretschmann, geschäftsführende Gesellschafterin des familiengeführten Europäischen Hofes in Heidelberg. Was selbstverständlich klingt, sei als Führungsmentalität in Hotelunternehmen jedoch nicht die Regel – und daher ein Paradigmenwechsel Vom-Ich-zum-Wir anzustreben, so die promovierte Betriebswirtschafterin. Mit ihrem Vortrag setzte sie zugleich Impulse für eine zukunftsweisende „enkelfähige Sinnstiftung“: Kooperation, Vertrauen und Herzensbildung bilden dabei die DNA in einem Kraftfeld kollektiver Intelligenz und unbedingter Wertschätzung. Hierfür steht Caroline von Kretschmann auch als Hotelière des Jahres mit ihrer Person.

Mit der Maxime „Olympia steckt in jedem“ motivierte der ehemalige deutsche Leichtathlet und Olympiamedaillengewinner Eduard Itt die Fair-Job-Community für olympische Ideale wie Teamgeist, Fairness, Zielorientierung und Durchhaltevermögen. Gegenseitige Achtung und Respekt seien auch in der am Fachkräftemangel leidenden Hotellerie die Basis für eine langfristige Mitarbeiterbindung. Alexander Aisenbrey selbst ist hierfür Taktgeber. Der Direktor des Fünfsterne-Superior-Resorts Öschberghof in Donaueschingen hat für seine 440 Mitarbeitenden drei Tage im Monat einen Seelsorger als „Sorgenfresser“ angestellt. 

Über Grenzen hinweg Mitarbeiter gewinnen

Die nachhaltige Imageverbesserung in der Hotellerie ist auch ein zentrales Anliegen von Maria Mittendorfer. Die gelernte Hotelfachfrau brennt dafür, einen Ausweg aus dem Dilemma der Mitarbeiterknappheit zu schaffen. „Bis 2036 fallen knapp 30 Prozent der derzeitigen Erwerbstätigen weg, weil die Babyboomer-Generation in Rente geht. Das lässt sich nicht ohne Mitarbeitende aus dem Ausland kompensieren“, weiß Alexander Aisenbrey um die Dringlichkeit internationaler Mitarbeiterakquise.

Gemeinsam berichteten die beiden FJH-Vordenker von ihren Reisen nach Südtirol, Polen, Ägypten und Thailand. Da Job-Agenturen zwar werben, aber nicht vermitteln können, machten sie sich selbst vor Ort ein Bild von Ausbildungs- und Vermittlungsmodellen wie auch potenziellen Auszubildenden. Kooperationspartner hierbei sind die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit dem Kooperationsprojekt Thamm, das für eine faire und nachhaltige Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften aus Nordafrika steht, sowie die IST-Hochschule für Management Düsseldorf und thailändische Universitäten.

Darüber hinaus leistet Fair Job Hotels derzeit massive Überzeugungsarbeit bei den zuständigen Bundesministerien in Berlin, um ein internationales Fachkräfteeinwanderungsgesetz für die Gastgeberbranche durchzusetzen: Diesbezügliche Anträge liegen bereits beim Arbeits-, Außen-, Innen- und Wirtschaftsministerium. Eines der Ziele ist es, die Hürden für den Aufenthalt nicht-deutschsprachiger Fachkräfte, die fließend Englisch sprechen – seien es Hotelfachleute, Köche oder Auszubildende – zu senken. Wichtig sei die Leidenschaft fürs Metier, die Gastgeber und Mitarbeitende über Grenzen hinweg verbindet, so Aisenbrey: „Wir brauchen Menschen mit Passion. Das ist, was wir alle suchen.“

Edith Heindl


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