Ist die "Nasszelle" nicht mehr zeitgemäß und vom Reinigungspersonal nur mit viel Aufwand zu säubern, sollten Hoteliers über eine Renovierung nachdenken. Neue Lösungen unterstützen beim Umbau.
Zunächst sollten sich Hoteliers die Frage stellen: Muss es gleich eine komplette Sanierung sein, oder ist es eventuell auch mit einer Teilrenovierung getan? Michael Masemann, Geschäftsführer des Unternehmens Bädertec aus Verden, hat eine klare Antwort: „Eine Teilsanierung ist nur dann sinnvoll, wenn die Bausubstanz, die Optik und insbesondere die Wand- und Bodenverfliesung noch als relativ zeitgemäß angesehen werden können. Wenn also zumindest die Wandverfliesung eine zeitlose Farbe hat, wie zum Beispiel Weiß. Dann könnte sie bestehen bleiben, und gegebenenfalls können auch Ausstattungsgegenstände, die technisch noch in Ordnung sind, weiterverwendet werden.“ In diesen Fällen erneuert das Team dann lediglich den Waschtischbereich inklusive Ablagefläche, Spiegel und Spiegelbeleuchtung, verfliest den Boden neu, tauscht auf Wunsch die Duschwanne samt Wandbelag im Duschbereich aus und baut eine neue Duschabtrennung ein.
Bädertec ist Spezialist für schlüsselfertige Sanitärbäder. Bedeutet: Nicht nur die Badplanung, sondern auch die Ausführung kommt aus einer Hand – „komplett mit allen Gewerken, mit eigenem Montagepersonal zum Festpreis und Fixtermin“. Das kann auch im Hinblick auf die Gewährleistung von Vorteil sein. „Ein verantwortlicher Bauleiter ist während der gesamten Bauzeit präsent“, erläutert Michael Masemann. Denn klar ist: Zeit ist Geld. Wenn ein Hotel nicht ohnehin eine saisonale Pause einlegt, sollen die Zimmer möglichst schnell wieder bezugsfertig und die Unruhe von kurzer Dauer sein.
Elf neue Bäder in nur acht Tagen
Im Almhotel & Genussgasthof Hierzegger in Bad Mitterndorf/Österreich hat Bädertec beispielsweise elf Bäder in acht Tagen renoviert. Passend zum Stil des Hauses wurden Holzwaschtische mit Aufsatzbecken verbaut, die Ablageflächen bieten und zugleich für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Mit weiteren, HPL-beschichteten Holzplatten wurden zusätzliche Ablageflächen, teils unter dem Waschtisch oder auch an Wandflächen, realisiert. „Da sich die bestehenden Badräume meist nicht vergrößern lassen, kommt es auf clevere Lösungen an“, betont Michael Masemann.
Clevere Lösungen, damit beschäftigen sich auch die Hersteller von Sanitärprodukten. Geberit zum Beispiel bietet mit „Geberit GIS IV“ industriell vorgefertigte Installationswände an. Diese beinhalten alle Installationen für Versorgungs-, Entwässerungs-, Heizungs-, Elektro- und Lüftungsleitungen in einer Konstruktion. Auch alle Montageelemente sind integriert, zum Beispiel für WC, Waschtisch, Dusche oder Badewanne, einschließlich der zugehörigen Systembeplankung. Sofern die Zimmergrundrisse standardisiert sind, können die Zeit- und Kostenvorteile besonders ausgespielt werden. Aber auch sonst verkürzen sich die Montagezeiten deutlich. Geberit liefert die vormontierten Systemeinheiten „just in time“ auf die Baustelle. Vor Ort baut der Installateur die fertigen Einheiten ein, stellt die Verbindungen zwischen den Stockwerken sowie die notwendigen Querverbindungen her und verkleidet die Wände. Der Vorteil: Die Schnittstelle zum Trockenbauer entfällt. Die Sanitärwände benötigen darüber hinaus im Vergleich zur konventionellen Installation weniger Raum – dank platzsparender Anordnung der Rohrleitungssysteme und der geringen Vorwandtiefe.
Arbeitsschritte konventionelle Montage und industriell vorgefertigte Einheiten im Vergleich*
| Arbeitsschritt | Stunden pro Zimmer | Stunden 250 Zimmer | |
| Konventionelle Montage | Montage Steigstränge inkl. Lüftung plus Dämmung | 8 | 2.000 |
| Montage Tragsystem | 4 | 1.000 | |
| Montage der Anschlussleitungen inkl. Abdrücke | 4 | 1.000 | |
| Beplankung | 4 | 1.000 | |
| Summe | 20 | 5.000 | |
| Industriell vorgefertigte Einheiten | Anschließen der vorgefertigten Einheiten inkl. der Steigstränge und Anschlussleitungen mit Dämmung | 6 | 1.500 |
| Abdrücke | 1 | 250 | |
| Beplankung | 4 | 1.000 | |
| Summe | 11 | 2.750 |
Erheblich weniger Montageaufwand
Unter dem Namen „Ineo“ bietet auch Laufen ein Installationssystem an, das sich zur Vor- und Inwandinstallation und für nahezu jede Bausituation im Trocken-, Nass- und Massivbau eignen soll. Laufen positioniert sich damit nun als Komplettbad-Dienstleister. Dazu Lukas Turkiewicz, Head of Sales Project Business Germany/Benelux: „Statt aufwendig Komponenten unterschiedlicher Hersteller zu kombinieren, erhalten Kunden das komplette Bad aus einer Hand – von den Vorwandelementen über die Keramiken und Wellness-Applikationen bis hin zu den Armaturen, Drückerplatten, Möbeln und Accessoires – auf industriellem Qualitätsniveau, normgerecht sowie ästhetisch und technisch aufeinander abgestimmt.“ Dass die Schnittstellen zur Haustechnik gelöst sind, reduziere zudem Fehlerquellen im Bauablauf.
Mit „Ineogrid“ bietet Laufen zudem ein „stabiles, selbsttragendes Trockenbausystem“ an, das auf Wunsch ebenfalls vorgefertigt auf die Baustelle geliefert werden kann. Für die Planung steht ein Konfigurator zur Verfügung. Selbst komplexe Raumgestaltungen mit halb- und raumhohen Wänden, Raumteilern, Nischen, Ablagen und Dachschrägen sollen sich damit realisieren lassen. Zu den Innovationen gesellt sich das Befestigungssystem „Easyfit 2.0“. Wand-WCs von Laufen können damit noch schneller und einfacher von nur einem Sanitärprofi installiert werden – ein Helfer sei nicht mehr nötig.
„Design, Funktionalität, Pflegeleichtigkeit“
Mit den selbstarretierenden Systemfüßen „Bettelevel“, die ähnlich funktionieren wie man das von einem Gartenklappstuhl oder Lattenrost mit verstellbarem Kopfteil kennt, will wiederum Anbieter Bette den Einbau von Duschwannen so einfach wie nie zuvor machen. Bis zu 90 Prozent weniger Montageaufwand verspricht das Unternehmen. Üblicherweise werden Metallrahmen verwendet, die mehr oder weniger kleinteilig auf der Baustelle zusammengebaut und über Schrauben höhenjustiert werden müssen. Bei der werkzeuglosen Bette-Lösung werden jeweils vier (bei großen Flächen auch mehr) patentierte Kunststoffzylinder in den Ecken der Duschwanne verklebt. Dann wird die Wanne auf Wunschhöhe zwischen 80 und 200 Millimeter angehoben, wobei die Systemfüße automatisch arretieren. Sobald der Ablauf montiert ist, kann der Fliesenleger kommen.

Zeit sparen, das ist auch ein Kriterium für die spätere Pflege. Laufen hat mit „LCC Active“ eine neue Oberflächenveredelung für Keramik lanciert. Diese soll nicht nur Schmutzränder, Schlieren und Kalkablagerungen vermindern, sondern auch antiviral wirken. In vielen Designhotels werden aus ästhetischen Gründen oft kunstvolle Fliesen verbaut. Diese sind zwar, wie beim 25hours Hotel One Central in Dubai, schön anzusehen, bringen aber einen erheblichen Reinigungsaufwand mit sich. Daher wird statt Fliesen immer öfter hochverdichtetes Spezialglas eingesetzt, das Wasser abperlen lässt und somit nur geringe Kalkansammlungen nach sich zieht, die sich ohne Einsatz von scharfen Reinigungsmitteln mit einem Wisch entfernen lassen.
„Design, Funktionalität, Pflegeleichtigkeit“ – so lauteten auch die Wünsche der Inhaberfamilie Pfurtscheller im Fünfsterne-Spa-Hotel Jagdhof in Neustift/Österreich, als sie ihre 32 Badezimmer umbauten. Das Ergebnis sind großzügige Räume, die sich an der Kulisse der Stubaier Alpen orientieren, unter anderem mit furnierten Holzmöbeln und Feinsteinzeug in Marmoroptik an Boden und Wänden. Archifaktur Hotel & Spa übernahm die Planung, Installateurin war die Firma Auer. Conform – Spezialist für seriell gefertigte Badinterieurs mit den Features individueller Maßarbeit – lieferte Unterschränke aus Holzwerkstoffen in Fichte Antik Dekor sowie Spiegel und Leuchten. Zuvor waren während der Planungsphase mehrere Musterbäder umgesetzt worden. Geschäftsführer Armin Pfurtscheller: „Da sich unser Hotel über mehrere Gebäude erstreckt, hatten wir die Möglichkeit, einen Teil für die Umbauarbeiten zu schließen und abzutrennen. Zum größten Teil wurden die Maßnahmen aber ohnehin während unserer Saisonpause durchgeführt.“