Expertin von Statista gibt AuskunftSo könnte sich der Tourismus-Markt im New Normal entwickeln

Claudia Cramer, Director of Market Research bei Statista, gab einen Ausblick auf die Entwicklung des Tourismus in den kommenden Jahren. (Bild: Statista)

Wie wird der globale Tourismus in den kommenden Jahren aussehen, auch in Hinblick auf die Coronapandemie? Mit dieser Frage hat sich Claudia Cramer, Director of Market Research beim deutschen Online-Portal für Statistik Statista, beschäftigt. Eine der Kernbotschaften: Vor allem für die Umsätze, die über Online-Buchungen generiert werden, sieht Statista künftig großes Potenzial.

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Seit 1950 hat die Tourismusbranche an Wichtigkeit zugenommen und ist gewachsen, erkärte die Expertin im Zuge eines virtuellen ITB-Meetings. Zudem trug der Industriezweig von Jahr zu Jahr mehr zum Bruttoinlandsprodukt bei, vor allem im asiatischen Markt, aber auch in vielen europäischen Ländern.

Vor Covid-19 war Statista für 2020 von einem Tourismus-Umsatz weltweit von 767 Milliarden Dollar ausgegangen, nun rechnet man mit weniger als der Hälfte (349 Milliarden Dollar). Abhängig sind diese Zahlen vor allem von (der Dauer von) Reisewarnungen, dem Einfluss der Krise auf die Budgets der einzelnen Haushalte und den jeweiligen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen. Generell gehe man davon aus, dass die Zahlen der Reisenden sich nicht vor 2025 komplett regenerieren.

Natürlich hat die Covid-19-Krise einen dramatischen Einfluss auf die Umsätze 2020 – auch in Deutschland brachen die Zahlen drastisch ein. Im März 2020 wiesen Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen im Vergleich zum März 2019 laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes real 51,0 Prozent und nominal 50,0 Prozent niedrigere Umsätze aus. In der Gastronomie fiel der Umsatz im März 2020 gegenüber März 2019 real um 42,4 Prozent. Im April 2020 brach der Gastgewerbe-Umsatz um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein.

Online-Booking wird ansteigen

Für die künftigen Jahre sieht Statista vor allem für die Umsätze, die über Online-Buchungen generiert werden, großes Potenzial. Bis 2025 könnten bis zu 72 Prozent der Revenues in der Reise- und Tourismusbranche online generiert werden, sagte Claudia Cramer. Offline-Sales werden abnehmen.

Internationaler Tourismus wird schneller wachsen als nationaler

Zudem werde der internationale Tourismus aktuell zwar mehr von der Krise beeinfluss, als der inländische. Bis 2023 sollen die internationalen Touristenzahlen aber dafür auch schneller wieder anwachsen, als die inländischen. Was die einzelnen Segmente angehe, werde der Luxustourismus laut den Zahlen generell weniger stark von der Krise beeinflusst und wachse stärker wieder an, vor allem in China.

Destinationen, die bei Touristen in den kommenden Jahren besonders trenden, sind laut den Prognosen neben Deutschland die USA, China und Indien. Man gehe zudem davon aus, dass die Tourismus-Entwickungskurve ab 2023 wieder der Vor-Corona-Kurve ähneln werde. Vorausgesetzt, es gebe keinen weiteren Lockdown oder weitere Grenzschließungen. Die sei aber noch sehr spekulativ, so die Expertin.

Verena Usleber

 

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