April-Zahlen Gastgewerbeumsatz um 75 Prozent zum Vorjahresmonat eingebrochen

Frappierend: Im April erlebten die Umsätze im Gastgewerbe einen historischen Einbruch. (Bild: Destatis)

Wie stark die Auswirkungen der Coronapandemie beziehungsweise des damit im Zusammenhang stehenden Lockdowns auf die Umsätze des Gastgewerbes im April waren, verdeutlichen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Auch die Wirtschaftszahlen für den aktuellen Monat Juni sind laut Dehoga-Umfrage alles andere als erfreulich.

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Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fiel der Gastgewerbeumsatz im April 2020 gegenüber April 2019 um 75,8 Prozent schlechter aus. Gegenüber dem Vormonat März gab es einen Rückgang um 56,3 Prozent.

Besonders betroffen waren Betriebe der Hotellerie: Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen erzielten im Vergleich zum April 2019 um 88,6 Prozent niedrigere Umsätze. In der Gastronomie ist der Umsatz gegenüber April 2019 um 68,5 Prozent gesunken. Innerhalb der Gastronomie lag der Umsatz der Caterer im April 2020 um 53,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Umfrage: Umsatz-Rückgang im Juli bei ca. 60 Prozent

Alle Branchen des Gastgewerbes wiesen im April 2020 die größten Umsatzeinbußen seit Beginn der Zeitreihen des Statistischen Bundesamts im Jahr 1994 auf. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gastgewerbe sind verheerend“, kommentiert Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Und auch trotz Neustart ist die Not im Gastgewerbe groß. Laut einer aktuellen Dehoga-Umfrage rechnen die Betriebe im Juni mit einem durchschnittlichen Umsatzrückgang von 61 Prozent.

„Die Situation in den Betrieben ist und bleibt dramatisch, die Verzweiflung wächst von Tag zu Tag“, so Zöllick. „Zigtausende Betriebe kämpfen um das wirtschaftliche Überleben und den Erhalt der Arbeitsplätze. Umso wichtiger sind jetzt die geplanten Überbrückungshilfen für das Gastgewerbe.“ Dabei dürften nicht die Größe oder Rechtsform für die Hilfe entscheidend sein, sondern der Grad der Betroffenheit. Zöllick: „Für jeden Betrieb im Sinne von Arbeitsstätte müssen die Überbrückungshilfen zur Verfügung stehen. Denn die Unterstützungsmaßnahmen des Staates dienen ja der Sicherung von Arbeitsplätzen.“ Der Dehoga-Präsident mahnt eine Erhöhung der vorgesehenen Summen und eine Verlängerung der Überbrückungshilfen an. (lesen Sie hierzu auch die Kritik der IHA-Spitze am Konjunkturprogramm der Bundesregierung)

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