Lichtplanung „Erst Licht macht Räume wirklich erlebbar“

Martina Weiss (links) ist Lichtplanerin und Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Sie leitet als Director den LKL Design Hub Barcelona. Architektin und Lichtplanerin Mariana Saraiva verfügt über 13 Jahre Berufserfahrung und leitet als Senior Team Lead im LKL Design Hub Barcelona Projekte in der ganzen Welt.
Martina Weiss (links) ist Lichtplanerin und Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Sie leitet als Director den LKL Design Hub Barcelona. Architektin und Lichtplanerin Mariana Saraiva verfügt über 13 Jahre Berufserfahrung und leitet als Senior Team Lead im LKL Design Hub Barcelona Projekte in der ganzen Welt. © LKL

Ob Lobby, Restaurant oder Gästezimmer: Licht beeinflusst maßgeblich, wie Gäste ein Hotel wahrnehmen. Martina Weiss und Mariana Saraiva vom LKL Design Hub Barcelona erläutern, worauf es ankommt.

Hotel+Technik: Gäste erinnern sich oft an das Interior eines Hotels. Welche Rolle spielt Licht bei der Wahrnehmung eines Hauses?

Weiss: Interessanterweise nehmen Gäste das Licht meist gar nicht bewusst wahr. Sie erinnern sich vielmehr daran, wie sich ein Hotel angefühlt hat. Ob ein Raum Ruhe ausstrahlt, einladend wirkt oder ob man sich intuitiv orientieren kann, wird ganz wesentlich durch das Licht beeinflusst. Architektur und Interior Design bilden den Rahmen, aber erst das Licht macht Materialien, Proportionen und Räume wirklich erlebbar. Deshalb verstehen wir Licht nie als etwas, das nachträglich ergänzt wird. Es ist ein integraler Bestandteil der Architektur. Wenn Gäste sagen: „Dieses Hotel hatte eine besondere Atmosphäre“, dann ist das für uns wahrscheinlich das schönste Kompliment.

Hotels sollen tagsüber funktional und abends atmosphärisch wirken. Wie gelingt dieser Spagat?

Weiss: Für uns ist das kein Widerspruch. Funktional bedeutet nicht automatisch hell. Funktional bedeutet, dass das Licht die jeweilige Nutzung unterstützt. Und die verändert sich im Laufe eines Tages ganz selbstverständlich. Morgens geht es stärker um Orientierung und darum, das Tageslicht sinnvoll zu ergänzen. Am Abend werden Restaurants, Bars oder Lounges zu Orten, an denen Menschen länger bleiben und zur Ruhe kommen. Das Licht sollte diese Veränderung begleiten. Dabei reicht es nicht, einfach zu dimmen. Entscheidend ist, wie Licht im Raum eingesetzt wird. Welche Bereiche treten in den Vordergrund? Wo entstehen ruhigere Zonen? Und wie verändern sich Helligkeiten, Kontraste und – wo sinnvoll – auch die Farbtemperatur?

Saraiva: Beim The Florentin in Frankfurt haben wir genau diesen Gedanken aufgegriffen. In den öffentlichen Bereichen entwickeln sich Lichtstimmungen und Farbtemperaturen über den Tag hinweg kontinuierlich weiter. So entsteht zu jeder Tageszeit eine ruhige und stimmige Atmosphäre …

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