Digitalisierungsindex 2019/2020Je mehr umso erfolgreicher

Der Digitalisierungsindex der Telekom zeigt, dass die Top-Digitalisierer auch am erfolgreichsten am Markt sind. (Bild: Digitalisierungsindex Mittelstand, Telekom, Deutschland und Techconsult, November 2019)

Die Hälfte der für den Digitalisierungsindex der Telekom befragten Hoteliers und Gaststättenbetreiber konnte mit Digitalisierung ihre Umsätze steigern. Investitionskosten und IT-Sicherheit hemmen sie aber dabei, diese weiter im eigenen Betrieb voranzutreiben.

Anzeige

Digitale Kasse, Social Media und die Auswertung von Kundendaten: Dies sind wesentliche Treiber der digitalen Transformation in Hotels und Gaststätten. Damit ist das Gastgewerbe laut der Telekom Benchmarkstudie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2019/2020“ auf ihrem Transformationsweg ein weiteres Stück vorangekommen. Der Index erreicht aktuell 54 Punkte und liegt damit im Vergleich zum Vorjahr zwei Punkte höher. Die Hälfte der Unternehmen konnte auf Basis von digitalen Lösungen ihre Umsätze steigern, heißt es darin. 57 Prozent der Befragten gaben außerdem an, damit leichter neue Kunden gewinnen zu können.

Kundenbindung mit Social Media

Wie kaum eine andere Branche hängt das Gastgewerbe stark von der Bewertung einzelner Gäste ab. Wer zu ihnen eine enge Bindung aufbaut und ihnen einen erstklassigen
Service bietet, hat gute Chancen, dass Gäste wiederkommen und das Hotel weiterempfehlen. Auf dem Handlungsfeld der Kundenbeziehungen hat die Branche im Digitalisierungsindex einen Punkt zugelegt und erreicht nun 54 Indexpunkte. Immer mehr Unternehmen nutzen auch soziale Medien, um sich mit ihren Gästen zu vernetzen. 22 Prozent des Gastgewerbes analysieren Bewertungen auf Onlineportalen. Bei den Hotels und Pensionen sind es 36 Prozent. Gut ein Drittel (35 Prozent) präsentiert sein Unternehmen in sozialen Medien.

Annähernd die Hälfte der Unternehmen (43 Prozent) nutzt soziale Medien zielgerichtet für Kommunikation und Werbung. 38 Prozent haben ihre Webseite für mobile Endgeräte optimiert. 48 Prozent bieten die Möglichkeit, ein Hotelzimmer oder einen Tisch im Restaurant online zu buchen. 83 Prozent gaben an, mit digitalen Lösungen zur Kundenbindung ihre Umsätze erhöht zu haben. Neun von zehn Unternehmen (89 Prozent) haben nach eigenen Angaben ihre Kundenbindung verbessern können, fast genauso viele (87 Prozent) gewinnen leichter Kunden.

Dabei kommt solchen Unternehmen die Analyse von Kundendaten zugute, die systematisch Kundeninformationen in einer professionellen Kundendatenbank erfassen (35 Prozent). 29 Prozent der Unternehmen analysieren ihre Daten schon in Echtzeit und setzen Tools für Business Intelligence und Business Analytics ein. Das ist ein Plus von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Digitalisierungsindex 2018. Hotels und Gaststätten geben an, sie könnten so Trends im Kundenverhalten besser antizipieren und ihnen personalisierte Produkte und Services anbieten.

Das Gastgewerbe liegt zwei Indexpunkte hinter dem Durchschnitt.

Digitales Kassensystem steigert Produktivität

53 Prozent der Gastbetriebe nutzen aktuell ein digitales Kassensystem und ein knappes Viertel (23 Prozent) nutzt ein Tablet beziehungsweise eine App-basierte Lösung. Dabei geben 91 Prozent der Unternehmen an, die digitale Kasse beeinflusse die Effizienz der Prozesse positiv. So bestätigen drei von vier Befragten, die Transparenz von Wareneingängen und
-ausgängen habe sich verbessert.

Ein digitales Qualitäts- und Hygienemanagement per Tablet oder App unterstützt die
Unternehmen bei der einwandfreien Lebensmittelhygiene. Sie führen damit eine digitale Checkliste und verständigen bei Beanstandungen den Verantwortlichen automatisch. 15 Prozent der Unternehmen setzen ihr Qualitäts- und Hygienemanagement schon digital um.

Top-Digitalisierer überdurchschnittlich erfolgreich

In der Branche zeigt sich, dass die am stärksten digitalisierten Top-Performer mit einem Digitalisierungsindex von 87 Punkten besonders erfolgreich sind. Drei von vier Unternehmen sagen, sie seien mit ihrem Umsatz zufrieden, 72 Prozent äußern sich zufrieden mit der Neukundengewinnung und acht von zehn digitalen Vorreitern (79 Prozent) können schneller auf Kundenanfragen reagieren.

Geht es darum, die digitale Transformation voranzutreiben, gibt es im Gastgewerbe Hürden. So bereiten 39 Prozent der Betriebe vor allem die Investitionskosten Kopfzerbrechen, was sich besonders bei kleineren Betrieben zeigt. 32 Prozent der Befragten sorgen sich um die IT-Sicherheit und die personenbezogenen Daten ihrer Kunden. Aus gutem Grund: Es gab bereits
Hackerangriffe, bei denen die Täter die Kreditkartendaten der Gäste ausspähten oder Schließsysteme manipulierten.

Anzeige