Digitale Trends 10 Tipps für Hoteliers

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Die digitalen Megathemen für 2020 zeigen wenige Überraschungen. Das ist keinesfalls schlecht, denn so hat die Marketingabteilung im Hotel mehr Zeit, sich tiefergehend mit den aktuellen Entwicklungen zu befassen. Tophotel-Autor Frank Puscher hat die wichtigsten aufgeschrieben.

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Es mag überraschen, aber künstliche Intelligenz (KI) ist kein Trend für 2020. Warum? KI ist längst da, beispielsweise in der Software-Infrastruktur mit Implikationen in vielen Bereichen wie der Google-Suche oder der Personalisierung. Etliche Marketingmitarbeiter nutzen diese Features bereits täglich. Gleichzeitig entwickeln sich derzeit zahlreiche andere Digital-Themen nach vorn, sind dabei aber nicht gänzlich neu. Das ist ein Vorteil, denn viele Marketer kommen bei den schnellen Innovationszyklen kaum mehr hinterher. Folgende Themen sollten jetzt vertieft werden:

Audio-Marketing

Die Radiowerbung kehrt zurück, allerdings auf neue Kanäle wie Spotify oder Alexa. Der Grund dafür sind Podcaster, die mittlerweile Popstar-Image genießen. Podcasts schaffen eine sehr aufmerksamkeitsstarke, intime Atmosphäre, von der auch Werbetreibende profitieren. Da die Streams digital sind, lässt sich Werbung einerseits zielgenau aussteuern, andererseits kann sie sogar dynamisch an den Nutzerstandort angepasst werden.

Influencer

„Influencer-Marketing ist tot“, so war erst kürzlich in den Medien zu lesen. Das ist alles andere als richtig. Vielmehr gilt: Influencer-Marketing wird erwachsen. Manche Meinungsmacher haben an Glaubwürdigkeit verloren, manche sogar betrogen. Eine große Schar an Influencern vereint aber treue Zielgruppen hinter sich und zeigt sich zudem enorm kreativ, wenn es um das gemeinsame Ausarbeiten von Kampagnen geht.

LinkedIn

LinkedIn ist längst kein reiner Recruiting-Kanal mehr, sondern wird zur umfassenden Content-Plattform im Geschäftsalltag. Gerade Tagungs- und Businesshotels sowie Betriebe der gehobenen Hotellerie finden hier sowohl Kunden als auch Kooperationspartner. Und: LinkedIn bietet ein phänomenales Targeting für Werbeanzeigen.

Augmented Reality

Augmented Reality ist in Chrome, Maps, Youtube, Facebook, Instagram und Snapchat bereits sehr einfach zu realisieren, die User haben enormen Spaß am Spielen mit Filtern und Lenses. Es wird in zunehmendem Maß geteilt; der Einstieg ist nicht schwer.

Green Tech

Immer mehr Start-ups versuchen die Welt mittels Technologie etwas besser zu machen. Shiftphone beispielsweise ist ein nachhaltiges Smartphone der gehobenen Mittelklasse, kostet rund 500 Euro und wird in Deutschland produziert. Bei Tobacycle werden Zigarettenfilter gesammelt und anschließend recycelt. Derartige Unternehmen eignen sich optimal als Kooperationspartner oder Lieferanten für nachhaltige Hotels.

New Mobility und Olympia

New Mobility wird das Gesprächsthema Nr. 1 dieses Sommers und bietet sehr viele Berührungspunkte für die Hotellerie. So wird Toyota als Hauptsponsor der Olympischen Spiele neue Verkehrskonzepte vorstellen. Dazu gehört die E-Pallette – ein multifunktionaler Minivan, der auch als mobiles Hotelbett dienen kann. In diesen Kontext passt auch das „Jobrad“, das den Mitarbeitern statt Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird, oder zum Test ein E-Bike im Full-Service-Abo als Leihfahrrad für die Gäste.

Marketing für Maschinen

Google bringt „Duplex“ auf die Website. Mit diesem Tool können intelligente Assistenten direkt mit Unternehmenswebsites kommunizieren, ohne dass ein Mensch eingreift. Wichtig ist, dass die Daten entsprechend aufbereitet sind. Zumindest Basics wie Ort, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten sollten für Maschinen lesbar zur Verfügung stehen. Unternehmen wie Yext, Uberall oder Localyzer haben sich auf die Umsetzung spezialisiert.

Personalisierung

Personalisierung funktioniert, aber ob sich der Aufwand rechnet, muss der Marketer selbst entscheiden. Der einfache Einstieg kann wie folgt organisiert werden: Fünf bis zehn Persona-Profile anlegen und sowohl die Bestandskunden (CRM) als auch die potenziellen Neukunden (und die Kanäle, auf denen man diese findet) dort einordnen. Empfehlung: Der Start der nächsten Kampagne sollte bei nur einer dieser Zielgruppen erfolgen; Bilder, Videos, Texte und die Kanalwahl müssen entsprechend angepasst werden. Gleiches gilt auch für den personalisierten Newsletter.

Mobile only

Vor allem Hotels, die oft von unterwegs gebucht werden – mithin das klassische Drei-
sterne-Businesshotel – weisen inzwischen Nutzerzahlen auf, die bis zu 75 Prozent von Smartphones kommen. Hier lohnen sich weitere Invests. Websites, die auf dem Smartphone gut funktionieren, lassen sich auch vom Laptop aus bedienen. Umgekehrt geht das nicht. Darüber hinaus belohnt die Google-Suche gute mobile Websites nach wie vor.

Programmatic überall

Programmatic Advertising wird von vielen Agenturen und großen Werbetreibenden aufgrund der enormen Effizienz, Reichweite und Skalierbarkeit bevorzugt. Es ist die komplexeste Disziplin des digitalen Marketings, aber inzwischen ist es sehr einfach geworden, sie zu benutzen. Der Hotelier definiert, wer mit welcher Botschaft erreicht werden soll und wie viel das dem Betrieb wert ist. Den Rest macht die Maschine. Sie sucht auf allen angeschlossenen Websites nach passenden Nutzern, gibt dort ein Auktionsgebot ab und spielt das Werbemittel aus, wenn sie erfolgreich ist. Hotels brauchen eine zum Werbemotiv passende Landeseite. Optimalerweise werden der Maschine pro Zielgruppe drei unterschiedliche Werbemittel zur Verfügung gestellt, dann optimiert sich die Kampagne von selbst.

Frank Puscher

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