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Dehoga Bayern zu Verlängerung des Lockdowns"Pläne, die Branche nur tageweise zu öffnen, sind realitätsfremd!"

Im Vorfeld der morgen anstehenden Bund-Länder-Runde zu den Winter-Maßnahmen bezüglich der Corona-Pandemie wurden bereits erste Details bekannt, welche die Ministerpräsidenten in die Beratungen einbringen wollen. Unter anderem soll der Lockdown light demnach bis 20. Dezember verlängert werden; auch die nur tageweise Öffnung des Gastgewerbes steht im Raum. Der Dehoga Bayern äußert sich dazu mehr als kritisch, auch angesichts einer jüngsten Umfrage unter den Mitgliedern.

Im Vorfeld der Konferenz wurden bereits Pläne für den Dezember und Januar bekannt. So soll unter anderem der bestehende Teil-Lockdown bis zum 20. Dezember verlängert werden (wir berichteten). Die gleichzeitige Fortführung der Finanzhilfe wurde von Markus Söder und weiteren Ministerpräsidenten sowie dem Bundesfinanzminister in Aussicht gestellt. “Zur Reduzierung des Infektionsgeschehens werden weitere Maßnahmen bis zum 17. Januar 2021 für erforderlich gehalten. Auch eine nur befristete Öffnung unserer Branche vom 21. bis 27. Dezember wird diskutiert”, so der Dehoga Bayern.

So schätzt der Dehoga Bayern die aktuelle Lage ein

Die Lage für das bayerische Gastgewerbe sei nach acht Monaten Corona weiter existenzgefährdend und lasse bayerische Gastgeber mehr und mehr verzweifeln.  Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern: “Es bedarf nun endlich konkreter Informationen dazu, wann die Antragstellung möglich ist und wann die zugesagte Novemberhilfe für alle Unternehmen ausgezahlt wird.“ Bis jetzt könnten jedoch noch nicht einmal Anträge zur Novemberhilfe gestellt werden, geschweige denn, dass bereits Gelder geflossen wären.

Traum vom Weihnachtsgeschäft voraussichtlich zerschlagen

Die Hoffnung, wenigstens den extrem wichtigen Umsatzbringer des Weihnachtsgeschäftes mitnehmen zu können, hätte sich mit der angekündigten Verlängerung des Lockdowns bis mindestens 20. Dezember zerschlagen. Bei einer aktuellen Umfrage, an der über Nacht mehr als 2.000 Hoteliers und Gastronomen aus ganz Bayern teilgenommen haben, antworteten auf die Frage, was sie von einer Verlängerung des Lockdowns über den November hinaus hielten, 32 Prozent „katastrophal“, 22 Prozent „schlecht“ und weitere 27 Prozent „geht so“; nur 19 Prozent würden hingegen die Verlängerung als „gut“ bezeichnen. „Wenn der Lockdown verlängert wird, dann muss zumindest gewährleistet sein, dass bei weiterer Schließung der Betriebe auch eine weitere Förderung gemäß der Novemberhilfe jedoch orientiert an den Dezember-Zahlen des Vorjahres garantiert ist“, fordert Inselkammer, „Wir brauchen eine echte Winterhilfe.“

“Pläne, die Branche nur tageweise zu öffnen, sind realitätsfremd!”

Dehoga-Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert: „Wir würden es begrüßen, wenn die Betriebe wieder öffnen dürften. Doch Überlegungen, man könne die Branche nur eine Woche über die Feiertage öffnen und dann gleich wieder schließen, sind vollkommen realitätsfremd. Denn ein gastgewerblicher Betrieb funktioniert anders als ein Büro, in dem nur das Licht angeschaltet und der Computer gestartet werden muss: Einen gastgewerblichen Betrieb hochzufahren ist, auch aufgrund der besonderen Hygieneanforderungen, extrem zeit-, personal- und kostenaufwändig. Allein der Logistikaufwand und das damit verbundene Risiko für ein funktionierendes Weihnachtsgeschäft ist enorm hoch.“

91 Prozent sagen: Öffnung von 21. bis 27. Dezember rechnet sich nicht

Dementsprechend eindeutig fiel die Antwort auf die Frage aus, ob sich eine Öffnung nur vom 21. bis 27. Dezember für den Betrieb wirtschaftlich rechnen würde: 91 Prozent verneinten dies. Ein wirtschaftlicher Betrieb über Weihnachten und den Jahreswechsel ist laut befragten Unternehmen durchschnittlich mindestens erst ab 31 Tagen Öffnungszeit gegeben. Immerhin 35 Prozent der Betriebe würden ihre Türen dennoch öffnen, auch wenn es sich wirtschaftlich nicht rechnen würde.

Gastgeber fordern verlässliche Richtlinien der Politik

Geppert: „Wir freuen uns über jeden Tag, den wir früher für unsere Gäste da sein dürfen, aber es bedarf einer generellen Planungssicherheit. Mit 48 Prozent knapp die Hälfte aller Befragten benötigen jetzt von der Politik eine verlässliche Entscheidung, ob die Betriebe ab 21. Dezember wieder öffnen dürfen, weitere 34 Prozent benötigen sie bis spätestens 7. Dezember.“ „Unsere Hygienekonzepte funktionieren nachweislich“, so Inselkammer, „wenn wir aufmachen, dann richtig und nachhaltig, und nicht nur für die angedachten vier bis zehn Tage.“

 

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